Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 6 (6.2.1931)
- Date
- 1931-02-06
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 4 QEME1NDBBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSÜEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer Ich habe mich in Leipzig als Rechtsanwalt niedergelassen. Meine Kanzlei befindet sich in Leipzig C1, Katharinenstr. 21 Geschäftszeit 8—1, 3—',7 Uhr. Sprechstunden 4 — 6 Uhr (außer Sonnabends) oder nach Vereinbarung. Fernruf 12068. Rechtsanwalt Dr. Ludwig Lehrfreund der verschiedenen Können jüdischer Kunstbetrachtung heraus eingeh rul begründet. Der nicht nur wegen sein« r Sachkenntnis! sondern auch seiner glänzenden rednerischen Fähigkeiten weit Ober Berlin hinaus sehr geschltete Redner wird am Mittwoch, dem ll. IL. 20,15 l hr im Kamtnermusiksaal des Centrai-Theaters über das Thema ...I üdisehe Seele — jüdische KunnI" sprechen. Sein Vortrag wird durch Lichtbilder und Schallplatteneinlagen ergänil FrauciiarbeiNeeiiieinschafl der Ortsitrnppe des ('. V. Wie noch nicht allgemein bekannt sein dürfte, hat die hiesige Ortsgruppe des C.-V. eine Frauenarboitsgenioinschaft begründet Vor einigen Monaten behandelte Frau Dr. Fried (Berlin) in ganz ausgezeichneter Weise die Frage: „Was können wir Frauen als Mitarbeiterinnen des C.-V. t u n?" Auf diese Aussprache hin hat lieh ein inten ssierter Frauenkrois zusammengefunden, für den am Mittwoch, dem 22. Februar im Hotel Königshof Frau Dr. L e i b h o I z (Kerlin) über das Thema: .Wie bekämpfen wir den Antisemit i s in u s i n d e n Schule n '?" referiert:1. Frau Leibholl charakterisierte die verschiedenen Erscheinungsformen des Judenhasses bei Lehrern und Schülern. Besonders angewachsen ist der Antisemitismus in Schulen durch den Nationalsozialistischen SchQlerbund und durch die Zugehörigkeit vieler Lehrer zu radikalen judenfeindlichen Parteien. Der Nationalsozialistische SchQlerbund, der |829 auf Anordnung von Hitler gegründet wurde, beweist seine judenfeindliche Einstellung in Demonstrationen, im Verhalten der Schüler iu ihren jüdischen Mitschülern innerhalb und außerhalb der Schule und in Veröffentlichungen in ihrem Bundesnrgan ..Der Aufmarsch'-. Nach einer eingehenden Erörterung über die Rechtslage, die sich aus bestehenden Minislerialerlassen und dem!j 14n der Reiehsverfassung ergibt, beleuchtete die Heferentin die jugendpsychologische Einwirkung und die entsittlichende Beeinflussung der Jugend, die einseitig mit Hafigetühlen vollgeladen werden, Dh jüdische Frauenarbeit muH darin liegen, unterer Jugend Vertrautheit mit allen Problemen des deutschen Judentums, soweit sie l indlichem Verständnis angepaßt werde n können, zu vermitteln, damit 0) t V s o 01 n Teilzahlung gestattet Dem geehrten Publikum zur gefl. Kenntnis, daß wir etwa Mine Februar unser Geschäft in bedeutend vergrößerte Räume nach Hainstraße 16 verlegen. Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß wir auf all« Waran, wie Brillanten Uhren, Gold- und Silberwaren, Trauringe, Tafelbestecke in echt Silber und ooer Silberauflage nur noch kurze Zeit 20-30% Rabatt gewähren. # Teilzahlung gern gestattet # $. Erlbaum «fr Co. Gegr. 1911 ReichsstraOe 18 20 & A) € <D TL aus dem Wissen und Wollen die richtige seelische Haltung unser Kinder erwächst. Die Ausführungen von Frau Dr. Leibholz — si gründeten sich nur auf erlebte Tatsachen — wiesen besonders darai hin, daß unsere deutschen Lehrer und Schulleiter, wenn man sich ra suchend an sie wandle, ganz abgesehen von ihrer I'artoistellun Immer volles Verständnis für die Nöte ihrer jüdischen Schüler hntt und für Abhilf» sorgten, Selbst das sonst so antisemitische Meckle bürg läßt in seinen Schulen keine Ungerechtigkeiten gegen jüdiscl Schüler zu. Kine Reihe praktischer Wege für die Fühlungnahme >! Erziehungsberechtigten mit den Lehrern, die Wahrung des Rech Standpunktes und die Aufklärung über das deutsche Judentum wt den in gemeinsamer Aussprache überlegt. Im Anschluß an vorsiehenden Bericht wird es wohl für :i jüdischen Eltern von Interesse sein, daß jetzt hier vom Central-Ven aus eine Kommission zur Bekämpfung des A n t i s e m Ii smus in den Schulen aus Herrn Dr. Qoldmann, Hei Rabbiner Cohn, Frau Qompertsund Frau Dura C rybesteht, i sich für einschlägige Fragen und Bearbeitungen zur Verfügung sie Wenn in taktvoller und sachlicher Weise gegen den Antisomitisn in den Schulen angegangen wird, kann man sicher auf Bessern hoffen, und es gibt wohl kein Gebiet, wo ein Kampf mehr lohnte. (ieiiernlvorsanimluiie: der Ortsgruppe des C.-V. Am '27. Januar hielt die hiesige Ortsgruppe des Centralvere deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens seine Qeneralversammlu ab. Der Vorsitzende. Herr Stadtrat Julius Krause, gab der Versain hing einen ausführlichen Jahresbericht und wies darauf I daß das Jahr 1030 nichl nur aus wirtschaftlichen und poliliscl Gründen für den C.-V.. sondern im allgemeinen außerordenll schwer für seine Arbeiten und seine Bestrebungen war. Die A führungen befaßten sich mit der allgemeinen Lage, den sich dar für den C.-V. ergebenden Arbeiten. Rechtsschutz. Wahlarbeit anl lieh der Landtasswahlen am 22. Juni und Reichstagswahlen 14. September 1030; weiter berichtete der Vorsitzende über den N gliederbestand und über die Versammlungstätigkeit Jahre 1030. Es fanden statt: Versammlungen: 14. Januar 10:50: Generalversammlung. Anschließend Diskussion ii das Thema: ..Die Aufgaben des C.-V.". 18. Februar 10;i0: Teeabend für die akademische Jugend. Refei ,.D e r numerus c 1 a u s u s", Dr. Werner Rosenbi Berlin. \h. Februar 1090: Gemeindeversammlung. Referat: ..Der nur rus clausus", Dr. .loske: ..Das drohen Beb Ich t ve r bo t". Rabbiner Dr. Carlebaeh. 2". November 1080: Gemeindeversammlung. Referat: ..Die wl schaftliche und pol 111 s c h e Lac e d e r .1 u d in Deutschland". Prof. Georg Bernhard. Vier Veranstaltungen der Jugendgruppe, sechs Vorstandssil gen und mehrere Wahlhesprechungen. A rbeitsgemeinschaften : 20. März 10:i0: Frauenarbeitsgemeinsrhaft: ..Die besondei A u f g a b e u der C.-V. - F r a u e n a r b e i f, Frau Fried. Berlin. 1. April 1080: ..Die Jewish Agency und der Centr verein". Georg Mecklenburg. Chemnitz. 20. Mai 1080: nMinderheitsrechte für die deutsci .1 u «I e n 2". Dr. Hans Löwenheim. Leipzig. 8. November i960: „Welchen Wert bat die Wahlarb des C.-V.?" Stadlrat Julius Krause. Leipzig. o. Dezember 1980: ..('.-V. und Jugend", Dr. Georg Rosenba Dr. Herbert Lindemann. Leipzig. Im Laufe des Jahres 1030 hat die Ortsgruppe Leipzig drei rueindemitgUedern Rechtsschutz gewährt, Ks baud(dte sich in . Fällen um Beleidigungen wegen ihrer Zugehörigkeit zum Juden und zwar betraf ein Fall ein Mitglied des Centralvereins, die be anderen Fälle Gemeindemitglieder. — Der Vorsitzende gab also noch einen ausführlichen Bericht über die Aufklärungenrb Allmonatlich geht die Monatsausgahe der „C.-V.-Zeitung" in li Exemplaren an nicht jüdische Persönlichkeiten heraus. Au dem wurden laufend Aiifklärungsliteratur und Neuerscheinungen interessierte Persönlichkeiten und Bibliotheken sowie kleinere! schüren in großen Mengen verteilt. — An den Arbeitsbericht sei sich der Kassenbericht an. in dessen Verlauf der Vorsitzende Bilanz verlas. Der Bericht der Revisoren wurde alsdann itbenml