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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-01-30 · 5 (30.1.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
5 (30.1.1931)
Date
1931-01-30
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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30. Januar 1931 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 JÜDISCHER FRAUENBUND / ORTSGRUPPE LEIPZIG \/nrart70inol Mittwoch, den 11 Feb V Ul dl im Kammermusiksaal Februar, abends 8,15 Uhr des Centrai-Theaters Lichtbildervortrag; Herr Dr. Ernst Cohn-Wiener, Berlin ™„Jüdische Seele - Jüdische Kunst" Unkostenbeitrag RM 0.50, Jugend die Hälfte. Gäste, Herren und Jugend herzlichst willkommen. iß die „Ort"-Gesellschafi in früheren Jahren auch schon in Deulseh- .iid Einrichtungen zur Produktlvierung von angelernten Existens- --■Ii getroffen und erfolgreich durchgeführt habe. iTcntliche Versammlung. Die Öffentliche Versammlung der Interessengemeinschaft judizier Erwerbsloser, die am Montag, dein 10. I. 1981, in der Höh. Isr. hole stattgefunden hatte, war, unserem Wunsche entsprechend, sehr l besucht Der Zweck der Versammlung war, einen Appell an die jüdische Öffentlichkeit, sowie an die hiesigen Unternehmer zu richten, um sie aul die besondere wirtschaftliche Notlage der jüdischen Angestellten aufmerksam zu machen. Der Referent, Herr Seiinger, konnte in ausführlicher Weise dazu berichten und Stellung nehmen. Wir danken auch Herrn Dr. Uoldmann für seine Worte, die ein<>n Eindruck auf die Versammlung hinterlassen haben. Alle entstandenen Miostimmungen und Gegenströmungen weisen wir auf energischste zunick. Ks eilt für uns. auf geradem Wege, ein \ iständnis bei der Oeffentlichkeil für unsere wichtige Arbeit zu linden, und das schwere Los des jüdischen Erwerbslosen zu überwinden. Wir lassen deshalb an dieser Stelle nochmals den dringenden Aufruf ergehen: Helft den Erwerbslosen! Der Erwerbslosenaussrhuß. Hilfe für unsere erwerbslose Jugend! Schwer lastet der Druck der Zeil auf Deutschland, und besonders auf dem jüdischen Mittelstand. Was Krieg und Inflation verschont haben, droht jetzt unterzugehen. Sowohl die Generation unserer jl lisch6n Jugend, die, dem Krieg entronnen, ein ruhiges Leben zu Ii1 den hoffte, als auch die jüngere, die, in der Not des Krieges ge- I' an, sich nach einer Zeit der seelischen und menschlichen Releratjon sehnte, fühlt sich betrogen und droht, den Glauben an die M nschhoit und unser Judentum zu verlieren. Kann jemand, der nien 1s in Not, niemals ohne Beruf oder Arbeit war, die seelische und!< rperllche Not des intellektuellen Arbeitslosen verstehen? Die Not der Zeit veranlaßt den Verband der jüdischen Jugendl "jne Deutschlands, für seine stellungslosen Mitglieder und Freunde Di Ii Möglichkeit zu sorgen und ihnen Arbeitsgelegenheit zu verschaffen. Wir richten den dringendsten Appell an die jüdischen Arbeitgeber, die bei der Einstellung jüdischen Personals einen „Numerus clausus" eingeführt haben, ihre Ansicht zu überprüfen und sich der großen Gefahr bewußt zu sein, was eine solche Handlungsweise für die Zukunft des Judentums in Deutschland bedeutet. Jüdische Arbeitgeber! Unterstützt uns, laßt uns nicht verzagen an dem Verständnis und dem Mitgefühl unserer Glaubensgenossen! Wir wollen keine Wohltätigkeil! Jeder Chef soll selbstverständlich nur das für ihn geeignete Personal einstellen. Die Zahl unserer stellungslosen Freunde ist leider so erschütternd groß, daß sicher für jeden Posten der geeignete Mensch sich finden wird. Da einer organisierten Vermittlung gesetzliche Hindernisse im Wege stehen, «lenken wir nur an eine Hilfe von Freund zu Freund. Für diese wird unser Hundesfreund, Herr Kantor Jaffe, Poniatowskistraße 10 (Fernsprecher 2'28 77). gern mit Rat zur Seite stehen. Wir bitten aber die hiesigen Arbeitgeber, uns in unserem Streben freundlichst zu unterstützen und uns hei freiwerdenden Stellen in ihren Betrieben in weitestgehendem Ausmaße in unseren Bestrebungen zur Seite zu stehen. Wir werden in dieser Weise auch unseren Freunden im Reiche gern behilflich sein, wie wir auch anderseits von unseren Vertrauensleuten im Reiche die Förderung geeigneter Kräfte mit Bestimmtheit erwarten. Jüdischer Jugendbund „Franz Rosenzweig" im Verband der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Erich Loew, 1. Vorsitzender. M. Jaffe, Leiter des Dezernates „Soziale Hilfe". Unsere Jugend Vortragszyklus der natinnaljUdischen Arbeitsgemeinschaft 3. Abend: Jüdische Tu fand und Orthodoxie. Redner: Herr T)r. Wolfsbar f. Am 3. Abend der natinnaljüdischen Arbeitsgemeinschaft sprach Herr Dr. Wolfsberg vor einem zahlreichen, vorwiegend orthodoxen Publikum. In tiefen Ausführungen locte er die Stellung des .luden dar. der Iteligion und Nation als untrennbare Einheit behandelt. Thorn. Land und Volk gehören zusammen, diese Totalität soll der jüdische Mensch unserer Zeit erfüllen. Scharf wandte sich der Redner Regen den Teil der Orthodoxie, die sieh gegenüber allen Andersdenkenden abschließt, in dieser starren Einsamkeit Jedoch keine praktische Arbeit zu leisten vermag. Aber gerade die religiöse Pflicht gebietet es, mit den Menschen zusammenzuarbeiten, die der Thora, dem Volk oder dem Land gegenüber kditfung? Hausfrauen? Qünnrllter QroOelnfcauf — mein Dlerssf am Kunden Y ()fferiere Prima Rindfleisch mit Knochen Pfd. RM 1.20 ohne Knochen Pfd. RM 1.5© 1 £9 1 mit Knochen Pfd. RM 1. VjCnSCnlieiSCIl I. KlaSSe ohne Knochen Pfd. RM 1.60 Zellners bekannte Qualität F pfehle gleichzeitig aus meiner neu eingerichteten QeflUfiel-l*lttslerel täglich frisches Geflügel zu billigsten Tagespreisen! (Geschlachtet von Schüchtern der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, unter Aufsicht des hiesigen orthodoxen Rabbinats.) Wilhelm Zellner, Fleischerei, Nordsir. 13

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