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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-01-23 · 4 (23.1.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
4 (23.1.1931)
Date
1931-01-23
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELICIONSC.EMEINDE ZU LEIPZIG Nummer I Ittdiaohen Oeffentllobkeil dos Aualandea auf den In Deutschland bei der Ostjudenheit herrschenden Vereleudungsprozeß, macht darauf auf.....rksam, daß durch die Auawanderung keine Sanierung, tondem lediglich eine Verschleppung der Nut erfolgt ist. und appelliert;iii die judische Oeftentlichkeit Im Auslande, Ihr die weitestgehende Hilfe an gedeihen tu lassen, Die Reichskonfereni protestiert gegen «Iiis Weißbuch der englischen Regierung, das * 1 i<- dem |0dischen Volke International verbrieften Rechte auf Palästina verletzt, Die VI. Reichskonfereni weist;mf die große Bedeutung des Zentralorgans des Verbandes, die „Jüdische Well". Im Kampfe für ostjüdische Gleichberechtigung in Deutschland bin. Die Mitglieder der Ortsgruppen Im ganzen Reiche sollen verpflichtet werden, das Zentralorgan su abonnieren. Die Konferenz erkennt die Wichtigkeit des Jiddischen Wissenschaftlichen histiiuts an, das sich mit Sammlungs- und Forschungsarbeil über das Leben der jüdischen Massen in Vergangenheil und Gegenwart besonders in Osteuropa befallt, und beauftragt die Verbandsleitung, diese Tätigkeit KU unterstützen. Die Konferenz (ordert alle ihre Gruppenvertreter auf, nach dem Beispiel der jüdischen Gemeinden In Berlin, Wien. Hamburg usw., auch in ihren Gemeinden Subventionen für das Institut durchzusetzen. Die VI. Reichskonfereni des Verbandes ostjüdischer Organisationen in Deutschland billigt den allgemeinen Tätigkeitsbericht und die Erklärungen der Exekutive, spricht ihr für die geleistete Arbeit das Vertrauen aus und erteilt ihr Entlastung. /.um Präsidenten der Exekutive des Verbandes osl jüdischer Organisationen in Deutschland wurde Herr Bension Fett gewählt. Die n e U g e w ä h I I e E x e k U 11 V e setzt lieh wie folgt zusammen: Dr. Elias Altschul, Moses Anker, Fische] Goldhammer, Moses Goldmann, Samuel Haarpuder, Itikowitz, Icbel Leser, Josef Mandelbaum, Samuel Rosenblüth, Di-. Alexander Rosenfeld, Dr. Israel Taubes, Dr. Tscherikower, sämtlich Berlin. Für Rheinland Westfalen: Dr. David Büschel-Essen; Fuchs-Oberhausen, i'üi Süd Westdeutschland: Jose* Holländer-Karlsruhe. Sabine Tino-Nürnberg Für Sachsen: Dyx-Drosdon. Für Hamburg-Altona: Weintraub, AIweitere Vertreter der Ortsgruppen im Reich: Lecker-Magdeburg und Fischel-Hannover. Sächsische Gemeinden Clauen I.Vogtl. Am 15. Januar 1931 fand die erste Geniel nderatssitiung nach den Wahlen statt. Die ri neugewählten Gemeinderäte wurden vom Vorsitzenden begrüßt und durch Handschlag auf ihr Amt verpflichtet. Dem nach lßjähriger Zugehörigkeil zum Gemeinderat ausscheidenden Herrn Rechtsanwalt Max Löf Nor wurde in warmen Worten der Dank der ganten Gemeinde für die vorbildliche Führung seines Amtes ausgesprochen und ihm als Erinnerungsgabe ein Lederalbum Überreicht, das in Photographien den Werdegang unserer neuen Synagoge teigt. In das durch dieses Ausscheiden freigewordene Amt wurde Herr Jacob Goldmann gewählt. Anschließend gab der Vorsittende, Herr Rechtsanwalt Dr. G oldberg, die wichtigsten Eingänge bekannt, aus denen zunächst eine Eingabe des Jugendringes erwähnenswert ist. Der .lugoiidring ist der Ortsausschuß aller jüdischen .liigcndvcrcinc. Der Jugendring beansprucht einen Sitz im Gemeinderat. Ks ist ihm mitgeteilt worden, dal! die Satsungen der Gemeinde der Erfüllung dieses Wunsches entgegenstehen. In der anschließenden Aussprache wurde von mehreren Rednern die Reformbedürftigkeit der Satsungen der Gemeinde betont. Antrüge wurden jedoch nicht gestellt. Der Vorsitzende gibt dann weiter Kenntnis von iwei eingesandten Artikeln Im Hamburger Israeli tischen Kami I i e ii Ii i a 11 und in dem Leipziger Fa m 111 e n b la 11, In bei,ien Artikeln werden von Sachkenntnis unbeschwerte, völlig unberechtigte Angriffe gegen die Gemeinde Plauen und ihre Leitung erhoben. Es wird der Qemeindeleitung vorgeworfen, daß sie kein Interesse an der Mitarbeit der Mitglieder habe. Dabei ist gerade in Plauen, trotz der überwiegend liberalen Majorität, sowohl ein chassidisclier Gottesdienst im eignen von der Gemeinde bezahlten Betraum eingerichtet worden und außerdem noch ein konservativer Gottesdienst im Genieindesaal. Wir kennen bisher in Plauen keine innerjüdischen Kämpfe und lind stoll darauf und hoffen, dall uns solche auch ferner erspart bleiben. Der jetzige Vorstand verwahrt sich entschieden gegen die Tendern jener Artikel, die ihm Autokratie vorwerfen. Gerade dieser Vorstand hat die Genielndearbeil in Dezernate eingeteilt, um eine größere Anzahl Mitarbeiter zu haben und nicht alle Arbeit selbst erledigen zu müssen. Ks wird nochmals ein jedes Gemeindemitglied zur Mitarbeit aufgefordert. Der nationalsozialistische „Freiheitskampf" hat in einer seiner letzten Nummern die für die Schüler der höheren Lehranstalten veranstalteten Führungen durch die Synagoge kritisiert und dabei eine Reihe unwahrer Behauptungen aufgestellt und den Prediger der Gemeinde beleidigt. Die Sache wird die Gerichte noch beschäftigen. Von interessierter Seite i>t der Vorschlag gemacht worden, unsere regelmäßigen Gemeinderundschreiben zu einer Gemeindete itung zu erweitern. Unverbindliche Vorverhandlungen sind im Gange, Nunmehr begründet der Kassierer. Herr Löwenthal, den Vorttandsantrag, das Defizit, das lieh für 1890 ergeben hat. durch einen einmaligen Steuertuseblag zur Einkorn.....nsteuer 1929 auszubleichen. Dieses Defizit ist darauf zurückzuführen, daß das Steuer-Ist zirka lö"„ hinter dem Steuer-Soll infolge der Wirtschaftslage zurückgeblieben isi. Nach langer und eingehender Debatte wurde beschlos sen, einen einmaligen Zuschlag von '.":•"„ der Einkommensteuer vor, 1929 zu erheben, gewissermaßen ein GemeindenotopferI Die orthodox eingestellten Mitglieder der Gemeinde fordern für ihre Bedürfnisse die Subventionierung für einen Dajan und einen Aufseher beim Fleischverkauf. Diese Forderungen wurden nach längerer Aussprache anerkannt. Unsere Gemeinde SyliagogcllW cilic. Die seit 27 Jahren in Leipzig bestehende Koloinea-Synagoge ist nach der Berliner Straße I verlegt worden. Am Sabbat K3 *B . den 24. Januar, im Morgengottesdienst, soll die Synagoge, die schon kürzt Zeit in Benutzung ist. feierlich eingeweiht werden. Der Synagogen vorstand bittet alle Interessierten an der Feier teilzunehmen. Der Vorstand gibt bekannt, daß Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Feld manu von nun ab die bisherigen Schiurin in der neue' Ko lomeer Synagoge, Berliner Straße 4, abhält. Ks wird zu denselben Zeiten gelernt, und zwar: allabendlich nach Maariw TTllT?; von 8,15—9,15 niDOTTn mal sowie jeden Kreilagabend '.s Uhr de allgemein bekannte stark besuchte ri3V-Vortrag. Die Gottesdienstzeiten für die kommende Woche sind wie folg festgesetzt: Freitagabend Hi.r><> Uhr; Sonnabend früh 8JM) Uhi Mindm 1630 Uhr; Ausgang 17,82 Chr. — Wochentags früh 7.:t(t Uhi Minrhn 17 Chr. anschließend Maariw und Mischnajoth Schiur. Großen Therafesl der Agadas Jisroel. Am 1-Y Schwal feierl unsere jüdische Welt ihr großes Thorafebl den sijuni auf ganz D"T welches sie in einem Zeitraum von meh ab sieben Jahren durchgelernt hat. Wir wissen nicht, wie viele Mei sehen den Dafjaumi-Schiur vom ersten Tage an gelernt haben, wi viele Zehntausende oder gar Hunderttausende es sind. Wir wiss, über, 'lall dieser Sijum-Haschasa wohl das schönste und erhabensti Fesl isi. dall die jüdische Seele feiert, seitdem w ir im dolus sind, dal sie ihr jüdischstl s Fesl feiert. Ks isi kein Kost, das dem Sieg eine politischen Idee, dem Erfolg einer diplomatischen Aktion gilt, kei Fest, das Organisatoren vorbereitet haben, das mit lärmender Propi ganda inszeniert wurde, das Ohr der Welt aufhorchen zu machet In der Stille des Itcth-Ilniiiidrosrh wurde es vorbereitet, seine Initia toren sind die Männer und Jünglinge unseres Volkes, die ruhig. I» scheiden, Tag um Tag. Platt um Itlalt gefügt haben und die nun i Wahrheit mit dem grollen Wort eleu Scbass beenden. C"C2" Tttil QfrtyS t/f)V C*2~3 ..Die Schüler der Weisen mehren den Scholaum i der Welt." Skiiii auf ganz Scbass. nicht die fleißige, zufällige Tat der ein seinen, die hier und! dort so ihren Eifer belohnt sehen, das gemeii same Fesl der vielen über die ganze Welt Zerstreuten, im Lerne aber eins Gewordenen. Dies ist der Sinn des Feiertags! Ks i-t das Fest der Agudas-JltroelI Nicht nur. weil der Lublim Raw, d.-r zu diesem Hau den Grundstl in legte, einer der unseren it weil alle unsere Menschen es waren, die zu diesem Hau die Stein häuften, es ist das Fest der Aeudas .lisroel. weil es ihren tiefen Uli letzten Sinn verkündet: r,:r*1? ""rnrr ..Der Krone alter Glan erneuert."

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