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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-01-02 · 1 (2.1.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
1 (2.1.1931)
Date
1931-01-02
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 OEMEINDEBLATT REH ISRAELITISCHEN RELIG10NSGEMEINÜE ZU LEIPZIG Nummer i P .. i l in ii e n - S 1 a 1 ist 1 k 1 <l 2 9, 1 '.1 2!• ti - ~i i ~ <? ■ -3 IL •- 91 Volks i in Pf, küche •20 Pf. Regie ü ü U U c x <v E — 1* i . £ L. a ■ K i besahH »40 Pf. II (1 c 1' s bezahlt »20 Pf. i c i s ii gratis »40 Pf. ii \i gratis »20 Pf. X /. 1 Li; I 9 > 7 "ü Angen Israeli Ourrtf reitende leeene . 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(legen Deutschland besonders wird er mit den rücksichtslosesten Mitteln weitergeführt. Niemand wird von diesem Wirtschaftskriege furchtbarer bell offen als die Jugend, die ihr Brot nicht finden kann, die keine Zukunft vor sich sieht. Die Härten des heutigen Wirtschaftssystems, dessen Reform die geschichtliche Aufgabe unseres (»'schlechtes ist. haben lieh unter der Wirkung des Krieges in katastrophaler Weise verschärft. Wii haben die Bntsettlichkeil des Krieges kennengelernt: Die Verkrüppelung UntlhUger, den Kall der Kesten, die Zerstörung dei Kulturwerte, der Wirtschaftskräfte, der Existenzgrundlagen, die moralische Unterhöhlung breiter Volksschichten, Wir wissen, dal.', der kommende Luft- und Gaskrieg, zu dem alle Staaten rüsten, unser Geschlecht, gleichzeitig aber Buropa vernichten »ird. Ihm vorzubeugen, mufi das Ziel unserer Anstrengungen sein. Das drille: Die Lehre der jüngsten /.eil. Eine Auswirkung des Krieges, die sich speziell gegen uns Juden kehrt, ist das A n s c h w eile Ii d e r BOtisemitil 0 h e u B e w e g u n g. Das Judentum isi der Friede. Das Aufflammen der Gewalttriebe isi unvereinbar mit dem Frieden: die Anli-Friedensbeweguiig wird naturgemäß zur antijüdischen. Nur durch Förderung dei Strömungen, die den Inneren und äußeren Frieden anstreben, k 5 n nen wir s i e ü l> e r w i n d e n. Unter der Einwirkung dieser Momente haben wir uns zu einer ...I ungjOdisehen Priedensge m eins <■ h s f r zusammen geschlossen. Wie wir unsere Aufgabe auffassen und zu lösen versuchen wollen, sagt unsere programmatische Erklärung. Brüder und Schwestern! Euch allen rufen wir zu: Schließt euch uns an! Was wir gemeinsam mit euch erreichen wollen, läßt sich im Rahmen dei vorhandenen Jugendbflnde und Studentenkorporationen nicht durchfuhren Unsere Arbeit ist so umfassend und so lebenswichtig, daß sie einer eigenen Organisation bedarf. Line jungj ii d i SC h e F r i e d e n ■ l> e w e g u u g in U ß e n t 81 e h e u. Jeder junge jüdische Mensch, der offene Augen hat für unsere Zeit. WO immer er auch stehe.....ag, wild sich in diese Bewegung einreihen. ähnlich w ie er auch einer socialen Partei oder einer Sportvereinigung angehört, obwohl er hündisch organisiert ist. In diesem sinne rufen wir jeden Einzelnen auf. Meldet e u c Ii als Verl r a u e u s in ä n n e r! Bildet überall Stützpunkte der J u n g j ü d i s c h e n Priedensgemeinschaftl Setzl euch ohne Verzug mit uns in Verbindung, damit die Prtichti unserer Arbeil baldigst reifen. i. A.: Dr. Joachim Schendel. Kurl Jaoobowits. Dr. Manfred Swar sensky. Hansi Borchardt. Heinz Kaiweit. F'rwin Lewin. Brwin Scheflelow ilz. Herbert Selig. Boberl Zion. Adresse für Zuschriften: Geschäftsstelle der „Jungjüdischen Frie deusgemeinsihaft". Berlin S016, Michaelkirchstr.12 (Kurt Jacobowits) Ziele und Weg e. I. Ziele. Die J.F.G. erstrebt den Zusammenschluß sämllichei dem Friedensgedanken der jüdischen Lehre ergebenen jungjüdischen Kreise zwecks tatkräftiger Förderung der Friedensarbeil innerhalb und außerhalb des Judentums. Ihr Ziel ist der innere und äußere Friede Das Zusammenwirken für dieses gemeinsame Ziel soll die partei mißigen Sonderbestrebungen der Einseinen und der verschiedenen Gruppen der jüdischen Jugend in keiner Weise behindern. Die J.F.G. wird nur bemüht sein, den Parteikampf innerhalb der Jugend kreise jüdischer und anderer Konfessionen tunlichst zu entgiften und auf ein möglichst hohes kulturelles Niveau einporzufüliren. II. Richtlinien. Die J.F.G. ist der Ansicht, daß die wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit die unerläßliche Grundlage de* Internationalen Dauerfriedens bildet, daß aber die soziale Reform allein dessen Verwirklichung nicht verborgt. Eine machtvolle Völker Bewegung für den Frieden ist ebenfalls unentbehrlich. Die J.F.G. i~l für die Achtung des Krieges, sowie für die Be seitigung aller Maßnahmen und Einrichtungen, die ihn ermöglichen Gleichseitig befürwortet sie die körperliche Ertüchtigung, die Um Stellung iles Knnipflriebcs zum Welleifer auf kulturellem Gebiet. III. Wege der praktischen Arbeil. Im Bereiche dei inuerjüdischen Arbeit plant die J.F.G. die Schaffung eines geistigei PriedenstentrUfflS für die jüdische Jugend, die Einrichiung VOI Bibliotheken und Kursen dl r jüdischen Fl iedenslehre und der mo dei nen Priedenswissenscfaaft. Besondere Aufmerksamkeit soll der Erziehung der heranwachsen den Jugend im Friedensgeisle gewidmet werden. Als eine ihrer Hauptaufgaben betrachtet die J.F.G. die Sichcmiu der Existenzgrundlagen der jüdischen Jugend durch Vorkehrungen die teils aus eigener Krafl, teils unter Mitwirkung der älteren jüdi scheu Generation getroffen werden sollen. Ferner wird sich die J.F'.G. für die unbedingt notwendige Schal fung eines angemessenen Budgets für die jüdische Friedensai bei' einsetzen. Die J.F.Ii. Wild die organisierte Friedensarbeit der älteren jüdi sehen Generation Unterst übten und wechselseitig die Mitarbeit von Älteren, die auf dem jungjüdischen Standpunkt stehen, begrüßen. Im Bereiche der allgemeinen Friedensarbeit wild die J.F.G. il erster Linie Anschluß au die religiösen Friedensorganisationen dei .lugend und des älteren Geschlechtes suchen und Schuller au Scfaultei mit diesen die Verständigung und Zusammenarbeit mit den gleich gerichteten Kreisen anderer Länder anslreben.

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