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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-12-19 · 51 (19.12.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
51 (19.12.1930)
Date
1930-12-19
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer der Höheren Israelitischen Schule zu Leipzig Montag, den 22. Dezember 1930 im Theateru. Blauer Saal des Krystall-Palast Anfang 20 Uhr Aus dem Programm: Ein Schauspiel „Es schlummert und schläft nicht der Hüter Israels" — eine Opernparodie „Der Taucher" — ein Lustspielchen „Besuch im Karzer" — buntes Kabarett. jotzi äußerst bedeutsame Bereicherungen! die unsere Kenntnis Ober gewisse Vorgänge der ältesten biblischen Geaehichte erfährt. Vor allem ist aus den verschiedenen Ablagerungen der Nachweia einer großen Klüt erbracht, 'Ii'' der biblischen Erzählung von der Sintflut zugrunde licet. Ks siiui weiter wichtige Einblicke in die kulturellen Verhältnisse gewonnen, die in Ur an Abraham« Zeiten bestanden, für das häusliche Lehen, die religiösen Anschauungen, die eigenartigen Formen der KOnigsgräber und der bürgerlichen Bestattungen ist mannigfache Aufklärung erzielt, besonders eine reiche Fülle von Gegenständen des hochentwlkkelten Kunstgewerbes, sumal der Goldschmiedekunst sind ans T:ijj''slicht gesogen. Dies «lies iiii.it uns Abraham als in einer Zeit hochstehender Kultur lebend erkennen. Und zeigt uns weiter, wie dieser geistigsittiieii [einempflndende Mensch sieb von dem Götterdienst abwenden mußte, um im Lande Kanaan eine Pflantstätte für die Verehrung iles pinsigen Gottes zu begründen. Wenige auf wissenschaftlicher Forschungsarbeit aufgebaute Bücher werden so st:irk wie dieses auch einen Leserkreis befriedigen, der nicht .'ins fach wissenschaftlichem, sondern ans reinem Bildungsinteresse dem Forscher folgen will. Der Name dos Verlages (F. A, Brockhaus) bürgt hinreichend für hervorragende Ausstattung: gans besonders prachtig simi (neben Druck und Papier) die aufsebluUrciebcn Bilder. gc. 1*. Klengel. Hebräische Melodie für Violine und Klavier. Edition Peters. Gibt es wirklich eine „hebräische" Melodie? Oder ist dieses Opus P, Klengels die Bearbeitung einer jiddischen, d, h. etwa kleinrussischen Melodie? tianz gleich, - das Stück seigt eine sehr geschickte! fein durchdachte Arbeit für Violine und Klavier. Kür Violine und Klavier: denn beide Instrumente haben liier etwas zu sagen. Die Violine kann sieb in schöner Kandiene in allen Lagen, in wohlklingenden Doppelgriffen mit und ohne Klavier und in kräftigen Oktaven entfalten, und das Klavier seigt nicht nur eine hergebrachte „Begleitung", sondern gebt oft durchaus selbständige Wege. Die „hebräische Melodie" des weit über Leipzig hinaus bekannten Meisters. P, Klengel, wird sieb sicherlich viele Freunde erwerben. Lpl. Ernst Cohn-Wiener, Die jüdische Kunst. Ihre Geschichte von den Anfiiiio;<'N Iiis sur Gegenwart Mit 171 Abbildungen. Berlin 1930 (Verlati Marlin Wusscrvouvl). Der ausgezeichnete Kenner bejaht die Krage nach dem Vorhandensein einer jüdischen Kunst. ..Ks gab keinen jüdischen Kunstwillen aber es gab immer eine jüdische Kunst." Im Sinne einer besonderen Eigenart, eines eigenen Stils schon um deswillen niciit. weil das jüdische Volk abhängig war. und demgemäß auch die Formgrundlagen, auf denen die Befriedigung künstlerischer Bedürfnisse gesucht werden konnte. .\b< r in allen Ländern, in denen Juden wohnten, ja schon im Altertum, schufen sie sieb für ihren Gottesdienst und für den Alltag Gegenstände in künstlerischen Können. Waren diese auch der Kunst der „andersgläubigen und andersrassigen Umwelt" entlehnt, so erhielten sie doch einen eigenen Inhalt, den Inhalt der Jüdischen Religion. ..Audi der jodische Mensch hst Immer den bildnerischen Ausdruck für seine Gedankenwelt gefunden, und in diesem Sinne gibt es eine jüdische Kunst." Unter diesem Gedanken werden wir durch die Jahrtausende jüdischei Geschichte geleitet und lernen alles Bemerkenswerte an jüdischem Kunstschaffen auf allen Gebieten der Betätigung kennen, in ernster, liebevoller Betrachtung wird alles gewürdigt, von den Teilen des Wüstcnzeltes (als dem ältesten Zeugnis solcher Kunst i an Iiis zu den jüngsten expressionistischen Künstlern; die Hauten Davids und Balomos und die Geräte ihrer Ausstattung, der Herodianische Tempel, die Synagogen, in Palästina und den Mittelmeerländern, Grabmalkunst und Goldgläser, die Kunst im Ghetto, vor allem die Bilderhandschriften und das Kult gerät in seinen mannigfachen Gestalten, und schließlich ..der Weg zum Heute", der in einer bewußt jüdisch gewollten Kunstbetätigung münde!: das alles wird durch zahlreiche hervorragende Bilder verlebendigt, dem Leser nahgebracht. Und als Ergebnis des Bchsuganges festgestellt: „Die jüdische Kunst ist äußerlich von der Kunsl der Länder abhängig, In denen sie geschaffen wird. Aber sie erlebt anderes und anderer Weise, i'nd so entstehen überall sehr unterscheidbare jfldisel Varianten." Dein ungemein wertvollen Inhalt des Buches hat der \Y leger durch hervorragende Ausstattung ein angemessenes Gewand t geben. Das Buch wird jüdischen Freunden guter Bücher eine bleiben' Freude bereiten. gc.. n. Eingesandt (Für diesen Teil übernimmt die Schriftleitung nur die preßgesetzliche Verantwortung.) Sehr geehrte Srhrif Heilung! In Nr. III und -MI des ..Allgemeinen jüdischen Kaiuilienblattcs" wiederhol! die Behauptung aufgestellt, in letzter Nummer in eine eigenen Artikel in schärfster Kolli) ausgesprochen worden, ilaü die Vi treter der Orthodoxie in der Gemeindesltsung das „allgemeine gleicl Wahlrecht" „»erraten" haben. Wir bitten Sie höflichst, im Anschluß an diese Behauptungen d Nachstehende zu veröffentlichen: Batst nicht wahr, daß die Vertreter der Orthodoxie gegen di von der Volkspartei eingebrachten Antrag auf Revision des Wahlrechi gestimmt haben. W a Ii r isl vielmehr, daß die Vertreter der Orthodoxie imnii und Oberall für die Abänderung des Wahlrechts eingetreten sind un eintreten werden! Daß sich die Vertreter der Orthodoxie' der Demonstration der Voll, parle! nicht angeschlossen haben, geschah lediglich aus der Brwägun heraus. daU derartige Aktionen nur Verbitterung schaffen, niemals ab die Gegner des gleichen Wahlrechts von der Berechtigung der Förderin nach Gleichstellung aller Mitglieder der jüdischen Gemeinde überzeug' können. Die ungeheuerliche Behauptung von der „Verachachcrung des allg< meinen Wahlrechts" durch die Vertreter der Orthodoxie wird wohl jed< gerade denkende Mensch ohne weiteres als das auffassen, was sie Wirklichkeil isl als ein durchaus un jüdisches und unfaires Agitatiol mittel, das jede jüdische Partei verabscheuen sollte. DaU sie der Wal. heil nicht entspricht, wird in allerkürzester /eil an offizieller Stelle di jüdischen Oeffentllchkelt bekanntgegeben werden. Nur der Ernst d< Zeit hält die Angegriffenen davon zurück, die Urheber und Verbrciti dieser Unwahrheit vor dem entsprechenden Forum zur Rechenschaft ziehen. Wir geben uns der bestimmten Erwartung hin. daU Wied' holungen und weitere Verbreitung dieser I'nwahi heilen nicht mehr < folgen wenlcn. nachdem deren Unrichtigkeit festgestellt ist; wir wflrdi uns sonst genötigt sehen, trotz der uns zurückhaltenden Erwägung« die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Die Demokratische und Orthodoxe Fraktion der Gemeindesttsun i. A.: S. It. Goldrei. Vereinsnachrichten Redaktionsschluß für Nr. 52. Mit KUrksirht auf die Weihniichtsfestlugc muß die Itcdakliuii dt Nummer 5! am Montag, dem 22. Dezember, früh 10 l'hr gesrhlnssi werden. Später eingehende Mitteilungen können für diese Nummer nie! mehr angenommen werden. Die Nehriftleitung. I'uale /.ion Leipzig. Das Heim, Kl.erhardstr. i:t. ist jetzt bereits Vi mittags von in l'hr ab geöffnet, abends von h Uhr ab. Freunde Ul Niehl mitgiieder sind herzlich willkommen. Freitag, den 19. Dezember, GhawerimVersammlung: Parteifragen Mittwoch, den 2t. Dezember. Fortsetzung des Kursus Schlichter: t. schichte der jüdischen Arbeiterbewegung. Ks können sich noch m Teilnehmer zu diesem Kursus anmelden. Auf die lledeiitung der schnellen Erledigung der Scbckelaklion nochmals hingewiesen, jeder Chswer, jeder Freund des arbeitenden Ps stina, jeder Anhänger der Linken im Zionismus, kaufe den Scbekcl! 21. Dez., nachm. 3 , Uhr §ynagogen-Chaiiuka-Feier 21. Dez., nachm. 3' . Uhr in der Synagoge „Ohel Jacob", Pfaffendorfer Straße 4 Oberkantor Salomon Kupfer, Leipzig ("lyrischer Tenor) Synagogale Gesänge, Chanukalicht-AnxUnden Mitwirkung: Musja Gottlieb (Violine), Elijahu Rudjakoff (Klavier). — Aus dem Programm: Händel, „Judas Maccabäus (hebräisch) — „Schaumer Israel, Jischtabach" — „Welirusoko lajim isoho" — „Elauka n schomoh" — „Achejnu kol beis Jisroel".

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