Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 50 (12.12.1930)
- Date
- 1930-12-12
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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12. Dezember 1930 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite It reiz beantragt, 100 Mark beizusteuern, Rosentelder schließt sich (estenbaum an. Es worden 100 Mark bewilligt. Herr J, R. Löwenstein empfiehlt, dem Handwerker-Verein iir Propngandazwecke einen einmaligen Beilrag von UDO Mark zu «willigen. Herr Dr. Conrad Goldicbmidt hält die Forderung ler jüdischen Handwerker für sehr wünschenswert, warnt aber davor, lafl die Gemeinde sich in dieser Sache einsetzt. Die Bewilligung •ines Beitrages wird abgelehnt Der Ortsgruppe Sächsische Nothilfe 1SV.H) ist die Gemeinde beigetreten. Sie wird sich an die Gemeindemitglieder mit einem Aufruf wenden, eine llnussammlung hat der Vorstand nicht in Aussicht genommen. Herr Qottiieb empfiehlt, der Gemeinde die Zuwendungen für die Nothilfe zukommen zu lassen und Wohlfahrtsmarken hei der Gemeinde zu kaufen. Herr A ronstein weist darauf hin. daß dem ersteren Wunsch des Herrn Gottlieh nicht in allen Fällen entsprochen werden kann. Vorstehende Niederschrift wird verlesen und genehmigt Schluß 2\\ Uhr. Katsensteln, Qemeindesehrittftthrer. Unsere Gemeinde Zum Auftreten des llasamir am Sonntag, dem I I. Dezember. Im Rahmen der Chanukkah-Feior, die der .Hidische Frauenhund am 14. Dezember 20,10 Uhr im Kamniermusiksaal des Zentraltheaters veranstaltet wird der jüdische Gesangverein llasamir das erstemal unter Leitung von Herrn Fabian Gonski auftreten. Dieser vor etwa % Jahr gegründete Chor reiht sich der grollen I lasami r-Bowegung ein, die vor etwa einem Vierteljahrhundert von Polen und Rußland ausging und in Skandinavien und vor allem in Amerika eifrige Förderung fand. Innerhalb Deutschlands ist der Leipziger llasamir die erste derartige Gründung. Der Chor zählt 10 Mitglieder, die zu regelmäßigen Übungsstunden zusammenkommen und unter einer fachmännischen Leitung ernsthaft und mit Begeisterung jüdische Musik treiben. llasamir (Nachtigall) ist also ein traditioneller Name, l'erez, in Besonders gut ausgebildete Beamtinnen, tägliche ärztliche Be treuung und eine Verpflegung, die dem Rechnung trägt, dafl die sehr zarten Kinder eine sehr sorgsame Ernährung (viel Butter, Gemüse und frisches Obst) beanspruchen, bringt es mit sich, dafl der Pflegesatz kaum die Unkosten deckt. Da nun bei der heutigen schlechten Wirtschaftslage von den wenigsten Kindern der volle Pflegesati bezahlt werden kann, ist es dringend nötig, den Hilfsfonds, aus dem die Kurbeihilfen gewährt werden, zu unterstützen. Es ergeht deshalb an alle die sehr herzliche lütte, dem Hilfsfonds Spenden oder jährliche Beiträge zu gewähren. Im Augenblick sind über HO meist sehr kleine zarte Kinder im Heim, denen zu Chnnukah eine kleine Freude bereitet werden soll. Hierzu werden ebenfalls Geldspenden zur Beschaffung von nützlichen Gegenständen und von billigen ('hanukahleuchtern für «lie Knaben und für Flippen für die kleinen Mädchen herzlich erbeten, lieber Denkt an unsere Arbeitslosen! dessen Haus in Warschau sich alles versammelte, was am jüdischen Kulturleben irgendwie in Wort und Tat mitarbeitete, war der erste Vorsitzende des Warschauer llasamir. Dal.t diese künstlerisch und menschlich bedeutende Persönlichkeit sich für die Gründung eines jüdischen Chores einsetzte, vermag mehr als jede theoretische Begründung die Berechtigung und kulturelle Bedeutung eines solchen Unternehmens zu beweisen. Qewifl hatten die .luden, so wie an der Literatur, auch an der Musik ihrer Wirtsvölker eifrig mitgearbeitet. Während nun in der spezifisch jüdischen Literatur Dichter wie Mendele, Scholen) Alejchem. l'erez ihre auch für die internationale Literatur unvergänglichen Werke schrieben, fehlte es an einer Musik, die. ebenso rein jüdisch, zugleich in der Musik der Welt einen würdigen Platz einnehmen konnte. Durch neuere Komponisten ist nun in dieser Hinsicht Wesentliches geschaffen worden. Der llasamir wird unter auderm moderne jüdische Kompositionen von Low, Birnbaum. Gladsteiu und Silberz singen. Darunter sei besonders auf eine Thalmud-Rhapsodie von Birnbaum hingewiesen, ein spezitisch jüdisches Kunstwerk, das einen Mischnatraktat musikalisch plastisch gestaltet. Das Programm verspricht so außer dem Ästhetischen Qenufl zugleich auch musikgeschicbtlieh interessant zu werden. S. C. Zur Clianiikii-Ilesrlienkiina im Kinderhorte. Die Chanuka-Geschenke für unsere Schützlinge liegen Montag d e n 15. D e Z e in b e r . von 8—fl Uhr (18 IS Uhr) im Kinderhort Nordstraße 151, zur gefälligen Ansicht aus. Aufs herzlichste danken wir hierdurch nochmals unseren Mit gliedern. Freunden und Gönnern für die uns in freigebiger Weise übermittelten Gaben. Der Vorstand des Israelitischen Wohltätigkeits-Vereins zu Leipzig Heim des Jüdischen Frauenbundes in Wyk auf Führ. Die Leipziger Kuratoriumsmitglieder für das Heim des Jüdischen Frauenbundes in Wyk auf Führ bitten um Veröffentlichung folgender Zeilen, denen wir gern an «lieser Stelle Raum geben: Im Laufe der drei .fahre, die das Heim dos .I.F.B, in Wyk auf Föhr besteht, sind schon etliche Kinder unserer Gemeinde dort ge uesen und mit runden Bäckchen, gekräftigt und widerstandsfähig, in vielen Fällen auch erzieherisch bestens beeinflußt zurückgekehrt. Geldspenden, die auf Postscheckkonto Nr. 101 196 (Postscheckami Berlin, Jüdischer Frauenbund e. V., Heim Wyk auf Föhr) oder an die Unterzeichneten erbeten werden, wird an der gleichen stelle quittiert werden. Bettina B r e n ner, Qustav-Adolt-Str. 10. w i I h e l m Breslauer, Robert-Schumann-Str. 14. Ausstellung im Hilfst orein israelitischer Gewerbetreibender. Wie alljährlich hat der Vorstand des llilfsvereins israelitische! Gewerbetreibender auch in diesem Jahre zur Besichtigung der für die Kinderbescheukung beschafften Bekleidungsgegenstände in seine Geschäftsstelle eingeladen. Wie alljährlich muH die außerordentliche Leistung, die von diesem Verein mit der großangelegten Bekleidung bedürftiger Rinder vollbracht wird, die größte Bewunderung erregen. Was da an Mänteln. Kleidern. Schuhen. Wäsche aller Art zusammengebracht worden ist — alles in wirklich guten, dauerhatten Qualitäten . spricht für «'im» solche Füllt» an Opferwilligkeit ^,>r- Stlndnis für die Not des Taues, daß jedes Wort der Bewunderung zu schwach ist. — Leider muß darauf hingewiesen werden, daß die bisher aufgebrachten Mittel noch hei weitem nicht ausreichen, um die Kosten für all diese Anschaffungen zu decken, und es ergeht erneut au all«' diejenigen die dem so ungemein segensreichen Werke bisher noch nicht ihre UnliTstüt/ung haben zuteilwenlen lassen, die ebenso h< rzliche wie dringende Bitte, möglichst bald einen Beitrag zu den Kosten ib'r Kinderbeschenkung an den Hilfsverein gelungen zu lassen. (Postscheckkonto 52005; auf Anruf — 18480 werden Spenden auch abgeholt.) Letzte Frist zur An meld um; von liivalideiiforderiingcn polnischer Staatsangehöriger. Herr Advokat Dr. Roman Pretsel (Berlin) macht uns dankenswerterweise auf folgende Mitteilung aufmerksam, die im polnischen amtlichen Anzeiger veröffentlicht worden ist: .Mit «lern 81. Dezember 1980 endet die Frist zur Entgegennahme von Eingaben wegen Zuerkennung von Invalidenrente, und nur bis zu dieser l'rist vom III. Dezember 1990 können Witwen Waisen Eltern, nach gefallenen bzw. verstorbenen Kriegsinvaliden Ihre Forderungen bei den zuständigen polnischen Behörden anmelden. Di«' nach «Iimii 81. Dezember 1980 zur Anmeldung gelangten Forderungen wi'rileu nicht mehr berücksichtigt."