Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 50 (12.12.1930)
- Date
- 1930-12-12
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 2 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN KKLimoNSUKMEINOE ZU LEIPZIG Nummer 50 b) b) :t. Die Volkpartei hat beantragt, den lehnskasse iu beschließen durch a) Beschaffung eines weiteren Kredits über ."ill (MKI Mark unter Garantie der Gemeinde, Erhöhung der Darlehnnumme l>is auf '2.">ihi Mark, vollständige Loslösung der Darlehnskane von dem Fürsorgeamt, insbesondere auch in räumlicher Besiehung. Die Gemeindemitte] dürfen für die Umstellung der Darlehnskasse oichi in Anspruch genommen werden, auch etwaige entstehende Zinsen und Unkosten hat die Darlehnskasse seihst zu tragen. Herr Dubiner begründet den Autrag mit Ausführungen über dii' bisherige segensreiche Tätigkeit der Darlehnskasse. die aber in außerordentlich vielen Fallen für eine wirksame Hilfe nicht ausreiche, Verluste seien bisher in erwähnenswertem Maße nicht entstanden, Die räumliche Trennung wird gefordert, um die Darlehnskasse nicht zu einer mildtätigen Sache zu stempeln, lliii Gottlieb würde es zwar lebhaft begrüßen, wenn der Darlehnskasse neue Mittel zufließen, doch müsse bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage davor gewarnt werden, der Gemeinde neue Lasten aufzubürden, Alle Gemeindevertreter hätten die Pflicht, auf die Lage der Gemeinde gewissenhaft Rücksicht zu nehmen. Bisher sei die Darlehnskasse mit dem zur Verfügung stehenden Kapital lUSgekommen. Line Erweiterung bedeute eine erhöhte Zinsenlast für die Darlehnsnehmer. Eine Erhöhung der Darlehnnumme bis Gemeindesitzung vom 1. Dezember 1930 (Amtliche Niederschrift.) (Schluß.) A u ■ b a U der I) a r - zu verlassen. Wir fordern alle diejenigen, die für Recht und Gerechtigkeit sind, auf, uns zu folgen. r>. Der Vorsitzende berichtet, dal.! der Gemeinde-Vorstand det Versammlung die Blasetaung eines Ausschusses sui R eg e I u n g von Anstellungsverhältniss e □ vorschlägt Dieser Ausschuß soll sich mit der Frage der Anslellungsverträge, der PensionSVersicherung und weitereu Fragen auf diesem tiebiet he fassen. In den Ausschult werden gewählt: Aronstein, (iuttnann, Stein und Dr. Pietrkowsky. Für den Fall daß dieser die Mitarbeit versagt, wird Herr Pelz gewählt. Als ,luri~i wird Dr. Zander zugewählt, als Vorstnndsvortreter Herr Vorstehei Goldschmidt. Die Vorschläge des Ausschusses bedürfen der Zustim mung der (ieineindesitzung. i>. In den V e r waltungsaussch u M de r La ndeskasse Sachsen für jüdische Wandelfürsorge für 1!RÜ und HM2 werden ge wählt: Gottlieb und Katzenstein, als Stellvertreter: Carl Goldschmidt und Hodes. 7. Der § (> der Geschäftsordnung der Gemeindesitsung wird ohne Aussprache geändert und erhält danach folgende Fassung: Zu einzelnen Beratungsgegenständen kann durch Beschluß dei Versammlung die Wedezeit beschränkt werden. Zu einem Gegenstand darf ein Hedner im allgemeinen nur zwei mal sprechen. Verlangt er darüber hinaus das Wort, so ist ein!!«■ Denkt an unsere Arbeitslosen! auf 2500 Mark bedeutete eine Rttcktahlungsbelastung, die seihst leistungsfähigeren Schuldnern schwerfalle. Viele Darlehnsnehmer wären au mehreren Stellen verschuldet und gerieten dadurch in Schwierigkeit. Man erweise also den Darlehnsnehmern durch eine Erhöhung der Darlehen keinen guten Dienst. Die räumliche Trennung bedinge eine bankähnliche Kassenführung, die die Gemeinde nicht leisten könne. Auch kiiiint)' die Saehhearbeitung nicht getrennt von der Fürsorge erfolgen. Herr Aronstein wünscht mit Rücksicht auf die wohltätige Wirkung der Darlehnskasse Verweisung an den Finanzausschuß. Herr Tumpowsky unterstützt diesen Antrag. Herr Dubiner tritt nochmals für die ursprünglichen Anträge ein. erklärt sich aber mit einer Verweisung au den Finanzausschuß einverstanden Herr B r e s I a u e r ist mit einer Verweisung an den Finanzausschuß einverstanden, warnt aber vor einer Überspannung des Gemeindekredits, der durch verschiedene große Darlehnsschulden Stark in Anspruch genommen ist. Herr (iottlieh bittet, die Sache um <i Monate zu vertagen. Herr Tumpowsky tritt nochmals für Beratung im Finanzausschuß ein. Herr Dr. Conrad Goldschmidt meint, daß der Finanzausschuß die Fragen sehr sorgfältig prüfen muß. daß aber zur Verschiebung auf ti Monate kein Anlaß vorliegt, wenn der Finanzausschuß zu einer Empfehlung kommt. Herr Gottlieb zieht seinen Antrag auf Vertagung zurück. Die Verweisung an den Finanzausschuß erfolgt einstimmig unter dem Zusatz, daß Herr Gottlieb zuzuziehen ist. I. Die Amtsniederlegung eines Mitgliedes des Finanzausschusses ist zurückgezogen worden. Herr Tumpowsky verliest folgend«- Erklärung und verläßt darauf mit seinen Fraktionsgenossen, den Herren Dubiner. (Seiberg. Pfefferblüth. Dr. Pietrkowsky und Sachs sowie Herrn Seiinger, der sich der Erklärung anschließt, das Sitzungszimmer: Um die Anträge, welche wir gestellt hatten, zu unterstützen. halien wir die Erledigung derselben abgewartet, haben Ihnen jedoch nunmehr folgende Erklärung abzugeben: Die nichtssagende Art. in welcher die Uberale Fraktion das die urol.ie Mehrzahl der Gemeinde auf das ernsteste treffende Problem der Wahlrechtsänderung im demokratischen Sinne abtun zu können geglaubt hat. veranlaßt uns. aus Protest die Sitzung schluß der Genieindesitzung erforderlich, ob er gehört werden soll. 8. Der Vorstand beantragt einen Zusatz zur Gebührenordnung wonach als Mindestgebühr für eine Beerdigung 500 Mark erhobt werden, wenn andere Grabstellen als Keihengräber, also beVOI zugte Plätze, genommen werden. Herr Lustig hat Bedenken gegen diesen Zusatz und überhaupt gegen die gegenwärtige Berechnung der Beerdigungskosten Es müsse die Möglichkeit gegeben werden, daß gleich bei der An meidung der Beerdigung Auskunft über die Höbe der entstehenden Kosten erleilt wird. Auch die geforderten Vorschüsse seien zu hoch Herr II od es legt dar, daß die Geschäftsführung bei der gegen wältigen Art der Gebührenerhebung, die auf Beschlüssen der Gemeindesitsung beruht, nicht zu ändern ist. Er erteilt ferner Auskunft über die Vorschußerbebung. durch die wenigstens die Kosten für die Grabstelle gedeckt werden sollen. Herr Pelz hält es für beschämend, daß über Beerdigungskosten gehandelt wird. Es möge ein Ausweg gesucht werden. Herr Dr. Conrad Goldschmidt beantragt, den Gegenstand in nichtöffentlicher Sitzung weiter zu verhandeln. Es wird demgemäß beschlossen. 0. Der llilfsverein israelitischer Gewerbetreibender ist mit dem von der Gemeinde ausgesetzten Zuschuß zu seinem Hilfsgottesdienzl nicht ausgekommen. Er beantragt Nachbewilligung von etwa "i<ki m Gemäß «lein Antrage des Vorstandes werden 250 M. nachhewiligt. 10. Alsdann wird Kenntnis genommen von Zuwendungen SU Stiftungen und Sach- und Geldspenden anläßlich des Synagogen Jubiläums. Den Spendern wird der Dank der Versammlung BUSge sprochen. Die namhafteste Zuwendung ist die Vergrößerung det Marcus Ilarmelin-Stiftung um 10(KKI Mark <i"'uiger Keichsschuldhucli Forderung. IL In den F ü r so r g ea u s s c h u ß werden als Vertreter d er .lugend zugewählt: Hans Oesterreicher, Dr. Ernst Markowiiv und als Stellvertreter für den Fall, daß einer dieser Herren verhin dert ist, Dr. Fritz Griibei. 12. Verschiedene Beitragsgesuche werden abgelehnt Herr Kesten bau in empfiehlt, für Zeire Misrarhi zur Veranstaltung des Bundestages in Leipzig :UH) Mark zu bewilligen. Herr G o 11 1 i e b weist auf die Iiisher bewilligten Beiträge für die .lugend hin, wovon Zeire Misrarhi ein Anteil gebühre. Von Bundestagen sollte man in jetziger Zeit absehen. Herr P e 1 s und Herr B o s e n f e 1 d e r glauben, daß man diese Zusammenkünfte fördern solle.