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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-12-05 · 49 (5.12.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
49 (5.12.1930)
Date
1930-12-05
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Dezember 1030 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite ß JÜDISCHER FRAUENBUND / ORTSGRUPPE LEIPZIG Chanukkafeier / Jüdisches Lied und Jüdische Dichtung Sonntag den 14. Dezember abends 8,30 Uhr in den Kammermusiksälen Einführende Worte Fräulein Dr. Vortragsfolge Sophie Cassel Lichtelech von L. Low Galo Nigleh. Chor aus dem Oratorium „Die Zerstörung Jerusalems" von Ferd. Hiller Nachnu edim. Hebr. Lied für Chor u. Sopransolo. S. Silberz, gesungen vom Gesangverein Hasamir unter Leitung von Herrn Fabian Gonski Rezitationen. Dichtungen von Zuckermann, Brod, Sturman, Lasker-Schüler, Beer-Hofmann, gesprochen von Frl. Dr. Sophie Cassel Bariton-Soli, gesungen von Herrn Santo Sonini Bame madlikin. Eine Talmud-Rhapsodie von B. Birnbaum Was sehe wilst Du. Jüdisches Volkslied für Chor und Sopransolo von S. Gladstein Samru, Hymnus des Hasamir von L. Low, gesungen vom Gesangverein Hasamir Solisten: Herr Santo Sonini, Frl. Doris Wilamowska Am Flügel: Herr Eljahu Rudiakow Nach dem Konzert geselliges Beisammensein Unkostenbeitrag 0.80 RM Gäste, auch Herren und Jugendliche herzlich willkommen i ,ilp Schulung und Befähigung, wie die über jahrzehntelange Erfahnig verfügenden liberalen Juden; da ist zum anderen der Glaube, der deutsche Charakter der jüdischen Gemeinde müsse aus repräsentativen Gründen den Staatsbehörden gegenüber erhalten bleiben; ila ist zum Letzten die ablehnende Einstellung der liberalen (ieeiadevertreter zur Verwendung der Steuergelder für nicht religiöse wecke. Aber alle Einwände sind falsch; es hat sich gezeigt, dafl gerade die Parteien, denen die Ostjuden ihre Stimme zu geben pflegen, Uber Menschen verfügen mit autierordentlich administrativer und so- / aler Schulung; in der Berliner jüdischen Gemeinde zum Heispiel arbeiten in den verschiedensten sozialen Institutionen, Arbeitsnachweis, Berufsberatung, Wanderfürsorge, Zentralwohlfahrtsstelle Poalc- .'.lonisten; in der praktischen Arbeit herrscht zwischen den Ver- Iretern der Poale-Zion, Volkspartei und den Liberalen häufig ein ihr gutes Einvernehmen, und nichts ist vom Standpunkt der Inter- -sen der jüdischen Oeffentlichkeit verkehrter, als den einseitigen ngerechten Herrenstandpunkt in den jüdischen Gemeinden weiter Ufrechtsuerhalteo und so die breiten Schichten der jüdischen Bevölerung von der jüdischen Gemeindearbeit fernzuhalten. Es geht nicht Ii. den ostjüdischen Teil der Leipziger Gemeinde mit eleu Pflichten er Steuerzahlung zu belasten und auf der anderen Seile das Recht icser Mehrheit so zu beschränken, wie dies heute noch der Fall ist. Auch der zweite Einwand, die Gemeinde müsse deutsch bleiben, wäre nicht stichhaltig. Es sei ein Zeichen tiefer sozialer Unmoral, die .Minderrechtlichkeit eines Teiles der jüdischen Bevölkerung auch noch durch die Auffassung einer minderen Wertigkeit der Ostjuden und einer höheren Wertigkeit der Westjuden zu verteidigen. Dali diese Auffassung aber auch brüchig sei und längst nicht von den verantwortungsvollen Teilen der liberalen Gruppe geteilt werde, dafür gäbe es immer mehr Beweise; auch die Entstehung dreier liberaler Gruppen in Berlin mit stark divergierenden Tendenzen zeige diese Selbstbesinnung auch im anderen Lager auf. Man könne für die Zukunft zuversichtlich sein, «las Wahlunrecht lasse sich nicht länger halten, der Kampf der Poale-Zion werde mit Ernst und Würde, aber mit Energie und Elan geführt für das gleiche Wahlrecht aller Mitglieder der Gemeinde und für eine neue, schönere, dem sozialen und jüdischen Willen der grollen Mehrheit gerechtwerdende jüdische (iemeinde in Leipzig! Im Schlußwort der eindrucksvollen Kundgebung betonte Schach ter, daß es notwendig sei, Aufklärungsarbeit zu leisten, die (iemeinderatssilzungen mehr zu besuchen, um die Arbeit der Gemeindemitglieder so kennenzulernen. Fr. Fr. Jüd. Studentenverein. Leipzig Das große', traditionelle Sonnabend ■JL i Winterfest in den Räumen des Centraitheaters 3 Kapellen! Große Tombola! Näheres in den Vereinsnachrichten Karten sind noch an der Abendkasse ab 19 Uhr erhältlich

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