Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-11-28 · 48 (28.11.1930) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
48 (28.11.1930)
Date
1930-11-28
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/4876568-5968776-5969202--3558-4877956
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 4 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEM RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer < stark genug »ein werden, um allein den Bau der jüdischen und menschlichen Gemeinsehafl ni tragen. Di«' im ZeTre Misrachi zusammengeschlossene gesetzestreue Julehnt 'in' Formen der heutigen Gesellschaft, »Iiidem Judentum unorganisch verbunden sind,;ii> sie will eine Neugestaltung von Grund auf und sieht die Möglichkeit hierzu in Eres Jisrael. So gohören ihre Sympathien dem arbeitenden Palästina und Ihre Autgabe sieht sie darin, daü dieses neue sozial-gerechte Palistina durch ihre Mitarbeit erfüllt werden mit dem tieisi <les Judentums; Hier ist nicht der Ort, um ausführlicher auf die Ideologie von l'hora wa Awoda einzugehen. Vielleicht kann von der Einstellung des /eiie Misrachi zur Arbeil auch die Verpflichtung zum Gesetze neu gesehen, kennen die Zusammenhänge dargestellt werden, die jüdische Aufbauarbeit mil dem Sinn unserer jüdischen Bestimmungen Überhaupt verknüpfen, dal.! vielleicht der ZeTre Misrachi in seiner progaminatischen Forderung eine Synthese von Wirklichkeil und Ideal geschaffen hat. wie die Krauen einer neuen Lebensgestaltung und des „Warum" jüdisch-religiöser Haltung einer Lösung entgegenführ«. Der /.eiie Misrachi sieht seinen Aufgabenbereich nicht nur in Eres Jisrael, sondern auch in der Gola. Seine Ideologie verpflichte! ihn. überall für die Rechte der Arbeiterschaft und der Angestellten einzutreten und ilie Idee des Wertes der Arbeil besonders unter der _■ setzestreuen Jugend zu verbreiten. Die Organisation der gesetzes- Ireuen ArbeiterschafI und Angestellten ist ein Problem, das sehr bald im Mittelpunkt der Golaarbeil des ZeTre Misrachi stehen wird. Die Hauptaufgabe sieht er aber im Palästinaaufbau. Hier hat er schon einiges geleistet. Eine festgefugte Arbeiterschaft von nahezu :i(Kio Chalusim und Chaluzoth versucht in der Organisation <les „Poöl Hamisrachi" Thon wa Awoda zu vereinen. Sie hat eine eigene Baugenossenschaft „Olim lionim", eine gennsscnsehnflliche Kredithank „Kupath milwe", eine Krankenkasse „Kupath ehollm" (in Arbeitsgemeinschaft mit der Krankenkase der llistadruih) in den Städten und Qroflkolonien „Lischkoth Awoda" (Arbeitsämter), Ihre Kolonisationsarbeit litt bis vor kurzem unter dem gespannten Verhältnis der Histadruth und Poäl Hamisrachi, «las nunmehr erfreulicherweise sich gebessert hat. Auf dem letzten Kongrefi (Zürich 1929) wurde mit den stimmen der Poale Zlon beschlossen, bei Neukolonisation zuerst Cbawerim des Poäl Hamisrachi anzusiedeln. Nichtsdestoweniger hatte schon vorher der Poel Hamisrachi sich in Kwuzoth und Moschewe owdini organisiert, so zuletzt in der Kwuzath- Landau (Schech Abrek) und im Kibbuz Rodges (deutsche AlIJa) hei Petach Tikwa. Die wachsende Bedeutung des Poäl Hamisrachi Andel auch in der Tatsache ihren Ausdruck, dal.t sich sämtliche gesetzostreuen Kolonien Eres Jisraels zusammengeschlossen und mit der Leilung des Poäl Hamisrachi durch Arbeitsgemeinschafl verbanden sind. Diese Leistungen konnten nur erzielt werden durch eine intensive Mitarbeit d<'s gesamten Zelre Misrachi und seiner Förderer an den Fonds der gesetzestreuen Arbeiterschaft in Eres Jisrael, dem Keren l'hora wa A woda. Der ZeTre Misrachi. der der Weltorganisation des Brill) Olamith der Schel ZeTre, llechalut wehapoel Hamisrachi angeschlossen, ist erst am Beginne seiner Entwicklung. Heute zählt er.bereits 18000 Mitglieder und hat in fast allen Ländern seine Zweigorganisationen. Di,- Verwirklichung seiner Ideale wird ihm jedoch nur dann gelingen und seine Bedeutung sich erweisen, wenn er einen wesentlichen Anteil derer stellen wird, die mit ihrer eigenen Arbeit mithelfen am Aufbau von Eres Jisrael. A. Bensamuel. Der Qantag lei Itrilh Hindun fand am Sonntag, den 2. November, statt. Voran ging ein Wochen endseminar. «las von E. Liebenstein (..Merkas Hechaluz") geleitet wurde und sieh mit den grundlegenden Fragen im Zionismus und Sozialismus beschäftigte Das Seminar wurde durch den Arbeltswillen Herren-Hüte u.Mützen Julius ihüller m Petersstr.30/Schillerstr.EckeUnlversltätsstr.26 und Leipzig-Gohlis, Hallische Straße 87—89 2m - - - Bitte beachten Sie Qr-hillorc + r Ecke -_ meine Neueröffnung 911ICrSir. Universität j»tr. 2« Slrben 5diaufen%tcr / Gröfllcs Hemnhul-GesthS/l Leipzigs. unserer Chaverim zu einem groflen Erfolge und hat uns dadurc um manches weitergebracht. Besonders schön war der On< Schabath. Der Gautag wurde Sonntag am zeitigen Vormittag durch Hlss< der drei (iaufahnen und Singen des Buudesliedes „Tcchusackna! eröffnet. Der Gauleiter sprach einleitend über die Arbeit der ein/, neu Agudoth und gab anschließend das Tagesprogramm bekam Kahl begann der eigentliche Qautng. Die Jüngeren spielten unt. I.eibo E.s Leitung und die Aellereu und Mittleren gingen in .1 verschiedenen Räume der Jugendherberge zu ihren Arbeitsgemei Schäften. Die Aellereu hielten unter der Vereinsleilung eine Arbeit gemeinsehafl über .,/ophiuth", die eine sehr lebhafte Diskussii auslöste. Besonders Vertreter von Chemnitz und Leipzig waren l die Durchführung der Zophiulh, wollten aber besondere Eigenart Unseres Hundes gewahrt wissen. Iüberhaupt waren sieh alle Ti nehmer der Arbeitsgemeinschaften im klaren, daü man ein Syst, nicht vorurteilslos übernehmen könne, sondern zusehen müsse. w weil es sieh in den Kahmeil des Bundcschnraklcrs einfüge. Schlußwort betonte dann auch der Vorstand, dafl ja der Seouli oder die Zophiuth eine Sache des Erlebens sei, und dal.l alle Vidi, und Bünde dieses System in ihrer Ari ausüben. Anschließend dai hielt Seew (Bundesleitung) sein lieferat über «las Scfalchwol systein d. h. der Slufenerziehung. Er ging davon aus, dal.l man d verschiedenen Altersgrenzen nicht in einen Kähmen pressen körn Mindern dafl man jede Altersstufe ihrer Art nach erziehen mu Seew sprach auch in Verbindung mit seinem Referat über den dun die neue Lage in Erez geschaffenen Zustand und betonte bcsond> die Notwendigkeit der dadurch fesler werdenden Erzichungsfn unserer Menschen. Mittlerweile war es sehr spät Mittag gewordi und daher mußte die Diskussion über Seews Referat auf Nai mittag verlegt werden. Während der größte Teil der Anwesend am Nachmittag Sport trieb, wurde eine Interne Führerschaft ssitzu eingeschoben, die ungefähr zwei Stunden dauerte. Dann begann größerem Kähmen die Diskussion über das am Vormittag gehalh Referat Seews, die leider wegen der vorgeschrittenen Zeit eingeschränkt werden mußte. 'i~ Uhr schloß dann unter Absin) von Liedern und Tanzen einer großen llorrah der Gauleiter Treffen. Der (iautag konnle sehr zufrieden stellen. Die Arbeitsgemi schalten der Aellereu sowie der Mittleren hatten große Erfolge. I Jüngeren waren um K7 Uhr kaum nun Aufbruch zu bewegen, hingerissen waren sie von ihren Exkursionen und Spielen. J< geht die Winterarbell des Bundes los. Der Gedanke des Chalusiu der zionistisch-sozialistischen Verwirklichung in Erez-Isracl wi auch durch die neue kritische Lage bei uns kein Abbruch erleiden denn wir wissen uns eins mit unseren Bruderorganisationen ui dein Jüdischen Volke der ganzen Well. Dieses kam in dem Sehn heu an die Histadruth, welches der (iautag absandte, zum Ausdrui Jetzt erst recht und noch stärker. Zi Jüdische Verbände und Gemeinden Tamms; des Kcirlisvorslaiulcs der HauptstcU«. für imli-Hic Wand lürsorge in Berlin. Am Sonntag, dem 16. November, hielt der Keichsvorslaml i Hauplstelle für jüdische Wanderfürsorge und der Vereinigten '/■> trale für jüdische Arbeltsnachweise unter dem Vorsilz von Hei Richtsanwall Dr. Oskar Cohn in den Räumen des Preußischen Land Verbandes seine diesjährige Tagung ab. Vertreten waren folg.-i Landesverbände: Rheinland. Hessen-Nassau, Bayern. Sachsen, Br denbuig. Hamburg. Bremen, Niederschlesien und Ostpreußen. In d Geschäftsbericht, der von Herrn Dr. Kre Utzberg er stallet wurde, wurde festgestellt, daß die jüdische Wanderung Deutschland im Vergleich zum Vorjahre um 25% gestiegen ist. hat sich gezeigt, d.d; trotz der erhöhten Inanspruchnahme die Orga Ration im gesamten Reich ihren Aufgaben gewachsen war. 1 Za hI der Wa nd e r er d eutscher Staatsan g eb ö ri keil ist in ständigem Wachsen begriffen. Im Berich jähr wurden Verbindungen angeknüpft mit Holland, Österreich, d Tschechoslowakei und der Schweiz. Eine mitteleuropäische Arhe gemeinsehafl für Wanderfürsorge ist gegründet und die Qeaehäl führung von der Hauptstelle übernommen worden. Die Hauptst« ist auch ständiges Mitglied der Internationalen Konferenz für |in\.d Wanderschutz in Genf. Dem Ausbau des jüdischen A r Ii e i I 8 n a c h w e i Wesens galt ein besonderer Teil der Arbeit der Zentralstelle.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.