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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-11-21 · 47 (21.11.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
47 (21.11.1930)
Date
1930-11-21
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 4' ^tofogtapkiece! h find tfet'n J&be*i Idd dauernd O T Wir liefern allen O Wof}&%fae. Tüfharlmnfrdö 'An. .ilh- •pfKijperMgeßfüft fagr.1999) fSt Jen ern/ren zQmah'ut B E D A R F Neue Bücher Dr. Gabriel Nobel, Zahnarzt in Leimig: Znhiihcilkuiide 11 ml Grenzgebiete in Bibel und Talmud. 140 Seilen. KommiMionaverlag Otto Harrassowitz in Leipzig. Medikohistorische Btudien erfreuen sich heute troBen Interesses, und darum dürfte die vorliegende Arbeit, die erste umfassende monographische Bearbeitung eines medizinischen Teilgebietes Freudig begrOBl werden. Der Verfasser hat sieh bereits in Jahre l'.futi in seiner Dissertation mit dem gleichen Thema beschäftigt, aber jetzt in langjähriger, mühevoller Hingabe an sein Werk neben der neuesten Literatur zahlreiche, vorher nicht verwertete Btellen ans dem großen talmudischen Schrifttum erschöpfend berücksichtigt, dabei nuch in weitem AusmaBe 'Ineinschlägigen Kommentatoren fachkundig und doch kritisch gewürdigt, Bi i-t dabei itellenweise zu Ergebnissen gelangt, die eine Richtig- Stellung seiner früheren Ansichten erforderlich machten; so wenn er von den anatomischen und physiologischen Kenntnissen der Talmudlehrer spricht, ilie ihm bei der ersten Beschäftigung mit diesem Qebiet hOchsl mangelhaft erschienen. Zur Lautuml Bprachbildung werden Beleg steilen angeführt, die gani unserer heutigen Auffassung entsprechen. Ebenso mutet die ausführlich abgehandelte ErnBhrungsphysiologie durchaus modern in. Wir erfahren da, ein wie hoher Wert der Gemüsenahrung beigelegt wird, wie man die Balate als appetitanregende Stimulantia geschätzt hat und vieles andere für den diätetischen Küchenzettel. Im Kapitel Pathologie uml Therapie geht Nobel auf die in Jörns s);i und Abodatara 88a beschriebene Krankheit des Rabbi Jochanan und Kah. Jehuda ein. die der Talmud „Ciphdana" nennt, ein unklarer Begriff, der die verschiedensten Deutungen gefunden hat. Nobel widerlegt einleuchtend die Annahme, als sei damit Skorbut gemeint und will darunter eine ichwere Zabnfieischerkrankung sehen. Meines Erachtens nein man nicht fehl mit der Annahme. ea liege eine Btrahlenpilserkrankung Akti nomykose - vor. Der Talmud und die Erklarer nennen sie eine lebenshedmhende Krankheit, die im Munde beginne und in den Eingeweiden ende. I iiese Beschreibung paBt auf das von S t r ii tu pell in seinem Lehrbuch gezeichnete Bild, Der Pill siedle sich in kariösen Zahneil an. von hier nehme die Erkrankung in der Mundhöhle ihren Ausgang uml weiterhin gelang* der i'Hz durch Verschleppung in die Luftweg.....ler durch Verschlucken in den Verdauungskanal. Interessant ist auch zu erfahren. daB mwobl Zahnstocher als auch Mundpflegemittel in talmudischer Zeit gebraucht werden. Weitere Einzelheiten, Aufschlüsse über theoretische Anschauungen und technische Fertigkeiten müssen nachgelesen worden, Neuland ist auch das Blutkapitel, dem bisher von keiner Seite ge nügende Beachtung geschenkt wurden ist. Zum Bchlusse sei noch I etont, dafl Verfasser ebenso wie I* r e u ß in dem klassischen, noch nicht überholten Werke „Biblisoh-talmudlsche Medizin die Benutzung von l'ebi'rsetzunBt'n grundsätzlich vermieden hat. Gedli gene Kenntnisse in Talmudlcia gestatteten, ilas ungeheure In Betracht kommende, in religiöse und juristische Auseinandersetzungen verstreut. Material au der Quelle zu durchforschen Und wertvolle Kunde zu heben Der Behauptung Preußens, der Talmud kenne das Herl nur als Trüge psychischer Funktionen, tritt Nobel entgegen und bringt stichhaltige lt. weise dafür. daB schon die talmudischo Auffassung Im Merzen das Orgat für den Blutkreislauf sieht. Um den Umfang nicht zu grofi werden zu lassen, scheint Verfasse von der Uebersetsung «ler zahlreichen, mitunter schwierigen fremdspracli liehen Zitate abgesehen zu haben, Dali dies ebenso wie das Binachachtel der Literaturnachweise in den Text stellenweise das Verständnis dl Angeführten beelntrHchtlgt, soll nicht unerwähnt bleiben. Bin Druck fehler muß wohl s. 48 vorliegen, wo es heiBt: „Bei guter Gelegenheit st hier auf das von Mharschah im Namen des Wilnaer Qaon gebracht ..Wort" /u Babb, "(Iii verwiesen werden." Da Moses 1681 Starb, der WH naer Gaon erst 1780 geboren wurde, ist die Steile unklar. Ks gelang mi nicht das ..Wort" zu entdecken. Von diesen Mangeln abgesehen, wiasi wir Dr. Nobel für seine wertvolle Arbeit Dank und sind überzeugt, da nicht nur Kachgenosscn sondern auch historisch interessierte Kaien ili ihrer ausgiebig bedienen werden. Dr. med, O. Dzialowskl. Vereinsnachrichten Jüdischer JugcndhuntI „Franz ltoxenzwelg" Leipzig (im Verband d< jüdischen Jugendvereine Deutschlands). Kommenden Dienstag, de 25. November, spricht unser Freund, der Lande» Verbandsvorsitzende des mitteldeutschen Gaue Herr Dr. Richard Cohn (Halle a. S.i übe „R a sse f ra gen" bei uns. Die wöchentlich' Arbeitsgemeinschaft muß daher von Dienstag au Mittwoch verschoben werden. Unsere nächste Freitagabendfeier kann er in 14 Tagen stattfinden, also am ä. Dezembc Programm wird noch bekanntgegeben. Alle Vei anstaltungen beginnen pünktlich 2ü..'l() l'hr n Hans-Bachs-Haus, BchloBgasae in. NationnljUdtsrhe Arbeitsgemeinschaft. Der 2. Abend des Vortrag zyklus der nstionsljüdlschcn Arbeitsgemeinschaft Leipzig, Hndet S.....labend, dem 2'.'. November 1880, I0JM I hr im Qesellschaftsha Tunnel, RoBstraBe 8, statt. Redner ist Herr Dr. Siegfried Kamt« (Berlin), über: „Wir Juden im deutschen Staat." Jüdische Arbeiter-Jugend. S 0 u n n b e n d. den 22. November 181 Badet im Jugendhelm, TBpferstr. 2, Zimmer s. ein Vortrag über da Thema: „Novemberrevolution" statt. Der Referent wird besot den den Unterschied zwischen der deutschen und russischen Revolutiu hervorheben. Der Vortrag fängt pünktlich!0 Uhr an. Sonntag. d< 28. November l'.i.".ti. nachmittags is.:m dir. Bndet in der Jüdischen A beitergemeinschaft, Ranstldter Steinweg 81, der langersehnte- Teenat mittag statt. Anschließend satirischer Abend; es werden unter anderei Bücher von den beliebten Autoren zum Vortrag kommen, sowie Kn Tucholaky, Brich Weinen usw. Ziunisten — Itevisinnisten. Am M o n tag. dem 24. Novemt» 20,80 l'hr. Bndet bei Gottlieb, Plauensche Str. 8-S, ein Diakuaaioni abend statt, auf den Herr Dr. Goldwasser über ..Der Bevi sinn i s m u s und ii i <■ politische Lage" referieren wird. D nächste Diskussionsabend fällt auf den :>. Dezember. Orts- und Ref rentenangabe erfolgen noch an dieser Stelle. GlSte sind zu diesen Di kussionsabenden stets willkommen. Insbesondere aber bitten wir di .lugend, recht zahlreich zu erscheinen uml die sieh ihr bietende Gelegel heil einer freien Meinungsäußerung zu benutzen. JOdisrher Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig. Montag, det 42. November, in I hr. in den Itäumcu der Leipzig-Logi Arndtatr, 1. aus Autail der Handaibeitsausstellung Tee nachmittag, anschließend IT Uhr Referat Fri< lein Dr. Gertrud Oesterreicher: „Gareonne Klapper D n tu e, drei Schlagwort,- und ihre tiefei Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Bedeutung' STATT KARTEN Hit-rdurdi zeigen wir die am Sonnabend, den 29. November 1930, vorm- 9 Uhr in der Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straße, flatifinaende BARMIZWAH-FEIER mxa 13 unsere» Sohne» GÜNTHER an. jQ(k Spielmann und Frau Rella geb. Spitz Leipzig N 22, im November 1930. lOoMtoST StntjK 20, II I. Zu Haute ven 12 b'» 14 Uhr Am 13. November verschied nach kurzem schweren Leiden unser Mitglied Ernst Ephraim Katz Im blühenden Alter von 28 Jahren. Wir beklagen fiel das frühe Hinscheiden des uns allen so lieb gewordenen Menschen und hoffnungsvollen Schachspielers, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. SCHACH-ABTEILUNG DES J.S.V. BAR-KOCHBAR

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