Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 46 (14.11.1930)
- Date
- 1930-11-14
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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emeinö eblatt OER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEIN Dt ZU LEIPZIG AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG« [Dal | Ü.is (lemelndeblalt erscheint Jeden Freitag und wird den Mitgliedern der Kellgionsgemclndc unentgeltlich .Kirch die Post zugestellt — Schrlftleltung: I lemelnderabblner Gustav Cohn, Leipzig, Löhrstrafic 10 NUMMER 46 / JAHRGANG 6 FREITAG 14» NOVEMBER IOIO Anzelgenverwaltung und Druck: ßudidruckerel August Pries, Leipzig, BrOderstr. 59 - Fernruf 70006 - Postscheck Leipzig 53920 - Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Der „Israelitische Kindergarten" im eigenen Heim* mm*** Es konnte mit Stolz an dieser Stelle innerhalb der letzten Jahre wiederholt von Gründungen neuer Wohlfahrtsinstitutionen zum Wohle unserer Gemeinde berichtet werden. Trotz der Schwere der Zeit ist in den letzten Jahren das Israelitische Krankenhaus (Eitingon - Krankenhaus) und das Altersheim (Ariowitsch-Stiftung) entstanden. Nunmehr besitzt die Gemeinde auch das langersehnte Heim dir den „Israelitischen Kindergarten". S. il mehr als 15 Jahren ist zwar der Kindergarten in Mietsräumen untergebracht, aber es war ihm jede Krweiterungsmogllchkeil genommen. Durch die Erwerbung des eigenen Heims, das die verschiedensten Ausba Unmöglichkeiten bietet, sind wir wiederum in unserer Wohlfahrtspflege um einen wesentlichen Schritt weitergekommen. Kür Sonntag, den '2. November, vormittags, hatte der „Israelitische Kindergarten" zu einer Einweihungsleier in sein neues Heim. Leiboisstraße 80, eingeladen. Eine grol.ii- Anl hl Damen und Herren waren dieser i Hindling gefolgt und konnten die hellen, luftigen Räume, in denen nun- . HL. blirl ihr der Kindergarten seine I'llegu'e unterbringen kann, von llerbstmenSChein durchflutet, besichtigen, e freundlichen hinein inline gönnen noch au Iteiz durch den Ausuach dem Garten, der direkt ins ^eutal übergeht. Diese besonders listige Lage zum Aufenthalt für die leinkinder der arbeitenden Bevölkenig Leipzigs gewährleistet diesem 1 uen Heim des Kindergartens eine oße Hilfe für die körperliche günige Entwicklung der Kinder. Die Bewilligung der Rlume befriedigte, ja rfreute alle Erschienenen außerordentlich. In drei großen, zweinstrigeu Vordcrzimmern werden die Kinder In Gruppen von je zwang tagsüber von drei Kindergärtnerinnen, deren eine die sehr be- iihrte Jugendleiterin, Fräulein Anne v. d. Walde ist, beschäftigt. Das '■sonders sorgfältig zubereitete Mittagessen und das Vesper werden benfaDs in diesen Räumen eingenommen. Ein großes dreifenstriges Hinterlimmer ist bis auf ein Klavier unmöbliert. In ihm werden Kreisspiele, MarschUbuugen und die ersten Anleitungen für musikalischrhythmische Erziehung vorgenommen. Nach der Mittagsmahlieil werden hier für alle Kinder Liegestühle aufgestellt, auf denen sie anderthalb Stunde ihre Mittagsruhe halten. Zu diesen Aufenthaltsräunien kommen zweckdienliche Garderobe räume, eine Art kleines Bflro für die Jugendleiterin und die jede Woche einmal vorsprechende Ärztin. Fräulein Dr. Else Adler, dann ein Badezimmer, in dem alle Kinder jede Woche gebadet werden. und anschließend daran ein hübsch und hygienisch ausgestatteter Waschraum mit vier Waschbecken mit fließendem Wasser und einem Becken für Mundspülen und Zähneputzen. Gans besondere Sorgfalt wurde auch auf die Ausgestaltung der Toilette gelegt. Eine freundliche Küche und eine Speisekammer vervollständigen das Gante. Alle Räume sind bei aller Einfachheit durch günstige Fnrbeiizusaiumenstellung und die Zweckmäßigkeit der vorhandenen Möbel und (iegenstände ein erfreulicher Anblick für jeden, der versteht. wa> rar pädagogischen und hygienischen Ersiehung unserer Kleinkinder notwendig ist. Vor der Besichtigung fand eine kleine Feier statt, diu durch eine Ansprache von Frau Bettina Brenner eingeleitet wurde. Frau Brenner dankte allen Erschienenen, insbesondere den Vertretern der Israelitischen Religionegemeinde, den Denen Rabbinern, der vom Jugendamt der Stadt Leipzig anwesenden Frau Dr. Marx und den Verlreterinnen der Leipziger jüdischen Frauenvereine. Sie dankte fernerhin mit warmen Worten für das Verständnis und die außerordentlich freundliche materielle und ideelle Dille aus weiten Kreisen der Leipziger jüdischen Bevölkerung, durch die es möglich wurde, in diesen wirtschaftlich schwierigen *) Besichtigung des Kindergartens nach vorheriger Vereinbarung mit einem der Vorstandsmitglieder ist gestattet und erwünscht. Phof Irma i Diu Aufenthaltsräume im neuen Heim