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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-10-17 · 42 (17.10.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
42 (17.10.1930)
Date
1930-10-17
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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!7. Oktober 1930 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 chaftlichen Sehwierlgkeiten der z»-it zurückzuführen sind. Daß die lahl der Anmeldungen der Männer viel geringer ist wie die der 'rauen, beruht zum Teil auf den Kriegaverlutten. Die Männer wünchen vielfach eine Einheirat. Letztere sind aber heute nur in Rani reringem Matte geboten. Außerordentlich erschwert wird die Arbeit ler „EA>" auch dadurch, datt sie so wenig Unteratttttung bei den Bei erbern und Bewerberinnen lindet, die vielfach die Termine nicht Inhalten und die Briefe trotz wiederholter Mahnung nicht beantorten. So wird der „EA." nicht einmal davon Mitteilung gemacht, renn Verlobungen durch sie zustande gekommen sind, so datt sie ichl darüber genau informiert ist, wieviel Anbahnungen erfolgreich ,'\vesen sind. Im Frühjahr dieses Jahna wurde eine hauptberuflieh tätige Geliäftsführerin angestellt, der mündliche Verkehr mit den Bewerbern nd Bewerberinnen und ihren Angehörigen eingeführt und der Ausisch von Lichtbildern vermittelt. Die Arbeit des Vereins bedarf, soll sie erfolgreich sein, der weithendsten Unterstützung seitens der Glaubensgenossen, wenn allerls Freunde, Helfer und Helferinnen sich der ..EA." zur Verfügung eilen und ihr ihre Unterstützung zusagen. Diese soll unter anderem Irin bestehen, daß geeignete Bewerber und Bewerberinnen der A." zugewiesen und erforderlichenfalls auch Auskünfte gegeben .verden. In den Vorstand wurden Frau Darmstädter und Herr Rabbiner lr. Salzberger, Frankfurt a. M., in den Beirat Frau Rosenblatt, Frankel a.M., und Herr Dr. Kühner. Ludwigshafen, neu gewählt. Zuschriften sind an die „EA." Frankfurt a. M.. Escherheimer;;indstr. 29, zu richten. Sächsische Gemeinden Dresden: Die Krise in der jüdischen Gemeinde Dresden durch friedliche Übereinkunft beendigt. Der Jüdisrhen Telegraphen-Agentur wird mitgeteilt: Der Jörn I i[i|>ur bringt der Gemeinde Dresden und allen denen, welche an der Beendigung der dort seit zwei Monaten herrschenden Krise interniert sind, die frohe Botschaft, datt die bestehenden Differenzen restlos beigelegt sind, und daß ein wirklicher Verständigungsfrieden custandegekommen ist, bei dein es keinen Sieger und keinen Besiegten gibt. Die wochenlangen Verhandlungen waren trotz tiefgehender Meinungsverschiedenheiten vom ersten Augenblick auf beiden Seiten i'M dem ernsten und festen Willen getragen, durch gegenseitiges I ntgegcnkoiumen eine friedliche Verständigung herbeizuführen. Man nigte sich dahin, datt allen Mitgliedern der Gemeinde — inländi- :hen wie ausländischen — das gleiche Wahlrecht zuerkannt und leichteltig den von den Liberalen vertretenen Interessen in vollem Umlang Rechnung getragen wird. Die Einigung und das gegenseitige Verstehen sind so vollständig, il.S für die Neuwahlen eine gemeinsame Liste aufgestellt und zwischen Liberalen und Jüdischer Volkspartei also keinesfalls ein Wahluiipf geführt wird. Die Delegierten heider Parteien halten im Vertufe der — zeitweise recht schwierigen — Verhandlungen mehr und lehr die Oberzeugung gewonnen, daß ein friedliches und ersprießi'hes Zusammenarbeiten im Dienste der Gemeinde nicht nur eriinseht, sondern durchaus möglich sei, und es ist daher nicht bloß in frommer Wunsch, sondern die feste Oberzeugung aller Beteilign, daß diese Verständigung den Anfang einer neuen friedlichen und Auf allgemeines Verlangen! Auf vielseitigem Wunschi Sonntag, den 19. Oktober 1930 Kaufmännisches Vereinshaus, Schuistr.5 Zum 2. Male!!! Zum ». Male!!! Abschieds-Abend DULITZKADA der großen Künstlerin Hilda Neues ProgrammI Kantorale Gesänge! KARTEN von M. t.50 bis M. 3.— zu haben bei: Meßamt, M.'W. Kaufmann, Brühl», Restaurant Manells, Zigarrengeschaft Felber, Brühl und Jedlltzki, Reichsstraüe 26. erfolgreichen Aera der Dresdner — und wie wir zuversichtlich hoffen lind wünschen — auch der anderen sächsischen Gemeinden einleitet. Dresden: 70, Geburtstag des (ich. Instlsrat Felix Bondi. Am 2(i. Oktober feiert Herr Rechtganwall und Notar Geheimer Justiirat Dr. Felix Bondi seinen 70.Geburtstag. Der Jubilar entstammt einer seit mehreren Generationen In Dresden ansässigen Familie, deren Mitglieder seit jeher allenthalben großes Ansehen genossen. Felix Bondi ließ sich IKKti in seiner Heimatstadt als Anwalt nieder. Umfassendes Wissen, klarer Blick. Lauterkeit der Gesinnung verschafften ihm eine bedeutende Praxis und gewannen ihm die llochschätzung seiner Kollegen und der Richterschaft. Durch wissenschaftliche Tätigkeit. Insbesondere auf handelsrechtlichem (lel)iete. so auch als Mitherausgeber des maßgeblichen Kommentars zum Handelsgesetzbuch, wurde er allenthalben in Deutschland bekannt. Im Jahre 1920 berief ihn die deutsche Reichsregierung in das deutschfranzösische Schiedsgericht, das auf Grund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zusammentrat. Hier übte er über vier Jahre lang eine verantwortliche und bedeutsame richterliche Tätigkeit aus. Felix Bondi, der immer ein aufrechter Jude war, stellte seine Arbeitskraft und seinen klugen Rat stets willig auch in den Dienst der jüdischen Gemeinschaft. So wurde er im Jahre 1S!M! zum Qemeindeverordneten gewählt: vom Jahre 1898 bis zum Ende des Jahres 1902 bekleidete er das And eines Genieindevorstehers. Seit 1002 hat Herr Geheimrat Bondi in aller Stille eine umfängliche segensreiche Tätigkeit für einen großen Kreis armer, hilfsbedürftiger Juden in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Mendelssohn-Vereins geleistet. Ihm ist in erster Linie zu danken, wenn in den letzten Jahr sehnten vielen jungen jüdischen Leuten beiderlei Geschlechts die Möglichkeit gegeben wurde, ein Handwerk zu erlernen, eine Schulbildung zu genießen oder ein Studium zu ergreifen, das ihnen sonst verschlossen gewesen wäre. Die Israelitische Religionsgemeinde wünscht, daß es dem Jubilar vergönnt sein möge, noch recht lange Jahre in bisheriger Frische seinem Berufe nachzugehen. Dann wird, dessen ist sie gewiß, auch seine Anteilnahme an allen Angelegenheiten der Israelitischen Religionsgenieinde eine gleich rege bleiben wie bisher. Zittau: 60. Geburtstag des Genieindevorstehers. Am 23. Oktober feiert der Vorsitzende der israelitischen Keligionsgenieinde Zittau. Herr Hugo Schlesinger, seinen 00. Ge- Reichsbund jüdischer Frontsoldaten / Ortsgruppe Leipzig / Geschäftsstelle: Dr. Alfred jacoby.Petersstr. 22,11 WINTERFEST1930 Sonnabend, den 18. Oktober 1930, 20 Uhr im großen Festsaal (Alhambrasaal) des CENTRAL-THEATERS (Eingang Gottschedstraße) Spendensammelstellen für Tombola und Likörbüfett und Kartenvorverkauf geöffnet bis 18. Oktober, 14 Uhr: Kamerad J. Mendel i. Fa. Julius Schaul, Hauptsammelstelle Katharinenstraße 15 II (Tel. 10135); Kamerad Bruno Cohn, i. Fa. E. Saxl, Petersstraße 5 (Tel. 11731): Kamerad Fred Urbach, Hainstraße 16. österreichisches Meßhaus (Tel. 28649); Kamerad Ludwig Zellner, i. Fa. Wilhelm Zellner, Nordstraße 13 (Tel. 22487); Restaurant Zellner, Nikolaistr. 16; Geschäftsstelle Or. Jacoby, Petersstr.22 II (Tel. 25909); Tischbestcllungen nur schriftlich bis 18. Oktober, 14 Uhr an die Geschäftsstelle. Der Vorstand. Aus der Festfolge: PROLOG: Herr Kamerad Kantor Jaffc Gastspiel des Kabaretts „Litfa"säule" Anschließend: Festball mit Überraschungen / Kapelle: Picadilly-Band Bar Tombola Der Reinertrag des Festes fließt ungekürzt dem Unterstützungsfonds des R. j. F. für Kriegsbeschädigte, Kriegskranke und Kriegshinterbliebene zu! Eintrittspreis: Im Vorverkauf RM 1.50, an der Abendkasse RM 2.—

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