Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 34 (22.8.1930)
- Date
- 1930-08-22
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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'2. August 1030 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite. 5 lerlin vereinigen. Ks sei notwendig, «laß ein Sabbat-Schutz-Verband nf Interterritoraler Grundlage besiehe; seine Aufgaben bestehen In dgendem: Die Forderung der Sabbatruhe aia Grundidee jüdischer ehre und Jüdischen Lehens soll allen jüdischen Kreisen ins Gedachtes lurQekgeruten werden; die Schomre Schabbos-Vereine aller Län ler und gleichgerichtete Vereinigungen sollen zusammengefaßt werlen; <ler Weltverband will die Geaetagebung der Länder, soweit sie ich auf Arheiisruhe (Sonntagsruhe, Arbeitszeit, Angestelltenschutz, ohnsahlung usw.) besieht, zu beeinflussen suchen, auch sollen sabbatreue Beamte angestellt werden, die Sonntagsdienst verrichten; selbst tandige Sabbal haltende Personen sollen gestützt werden; Betriebe, lie am Sahhat arbeiten, sollen dahin beeinflußt werden, einen Prozentatz sabbaltreuer Angestellter und Arbeiter, eventuell hei verlängerter;iglicher Arbeitsseit, zu beschäftigen; der günstige Abschluß von Ver- Ichemngen SB battreuer Kreise gegen Arbeits- und Slellenlosigkeit soll gefördert werden; der Weltverband will Kreditinstitute zur Förderung ler Sabbathaltenden auf streng kaufmännischer Grundlage schaffen, in solches Institut beseht bereits in Lettland; sahbaltreue Raufleute ind Handwerker werden zu Genossenschaften zum /.wecke der Selbst - lilfe zusammengeschlossen; der Weltverband führt den Kampf gegen ede den Sahhai und die jüdischen Koste bedrohende Kalenderreform; ler Verband will jüdische Organisationen, wie Agro-.loinl, ORT, usw. ur Gründung von Schomre Schabboa-Siedlungen anregen; der Verbind fördert die Wochenend- und ähnliche auf eine Fünflngearboilsocho zielenden Bestrebungen damit auch der Snbhal neben «lein Sonn- Mg arbeitsfrei ist; durch Tätigkeiten geistiger Art, wie Predigten. Herausgabe einer Zeitschrift, einer Sabbat-Enzyklopädie, für die Ch.N. ßialik und andere Dichter und Schriftsteller ihre Mitarbeit zugesagt iahen, will der Wellverband zur Vertiefung der Sabbalidee heilragen. Der Redner würdigte die Bedeutung der Presse in der Bildung und Formung der öffentlichen Meinung und appelierl au die Presse, ihre Kraft für eine «ler wichtigsten Institutionen des jüdischen Lebens einusetzen. -.imnicll Wahlfliljcblültrr! Das (iesaintarchiv der Deutschen .luden teilt mit: Der Reichsigswahlkampf wird voraussichtlich eine Fülle von Flugblättern her orrufen, in denen die Parteien auch zur Judenfrage Stellung nehmen (Verden. Als Ausdruck politischer Anschauung und als Kennzeichen •iner auf die Psychologie der Massen abgestellten Agitation haben liese Wahlllugblällor ihren über den Tag hinaus reichenden geschichtlichen Wert. Sie vergegenwärtigen in einem gewissen Sinne lie Lage des deutschen Judentums und sind, richtig abgewogen, lasU geeignet, die Situation auch späterhin schlaglichlartig deutlich Hl machen. Es ergibt sich daher die Notwendigkeit, diese Dokumente zu Ummeln und möglichst vollständig zu erfassen, um sie dereinst der orschung zur Verfügung stellen zu können. Diese Aufgabe hat sich das Gesamtarchiv der Deutschen .luden ■esetzt. Es ergeht daher an alle Organisationen und Einzelpersonen lio dringende Bitte, die Bemühungen des Gosamtarchivs durch mögichat umfassende Sammlung und Überweisung von Flugblättern der »■zeichneten Art und sonstigem einschlägigen Material, wenn mög- Ich in mehreren Exemplaren, tatkräftig zu unterstützen. Alle Zucndiiugcn werden erbeten an die Adresse: Gesamtarchiv der Deutchen Juden, Berlin N24, Oranienburger Str. 28. Unsere Gemeinde Uta arbeitende Palästina. Sine Versammlung der Leipziger Poale Zion-Orlsgruppe. Veranlaßt durch das in einigen Wochen bevorstehende Zusammentreten der Wellkonferenz für das arbeitende Palästina, die zu Inem Imposanten Pomm des zionistisch-sozialistischen Gedankens ii werden verspricht, hielt die Leipziger Poale Zion-Orlsgrup|ie eine Aussprache über die politischen Aufgaben der zionistischen Arbeiter ewegung zur Situation in Palästina, besonders über das Verhältnis;er Poale Zion zum arabischen Teil der palästinensischen Bevölkerung, iir notwendig. Dieser Kongrefl soll zu einer Konzentralion aller zionistisrhtXi allst Ischen Kräfte werden und weit über den Rahmen der Poale r>n i! Brillanten * Goldu.Silberwaren * Uhren Tafelbestecke Trauringe in edit Silhcr u. INIi'r Auflage in allen üoM.|u,ilit.iU'n BIOBNB FABRIKATION S. ERLBAUM r<0 CO. * JUWELIHRH Reichsstraße 18/20 Gegründet 1911 Bequeme TEILZAHLUNG ohne Preiserhöhung gestattet Zion hinaus alle Gruppen für den zionistisch-sozialistischen Gedanken mobilisieren. Wenn auch noch keine genaue Tagesordnung der Konferenz vorliegt, so Steht doch sc hon fest, dafl dieser Kongrefl eine klare Antwort auf die in der letzten Zeit besonders deutlich zum Vorschein gekommenen faschistischen Tendenzen der Revisionisten gehen muß. Die Nachrichten Uber den Verlauf «ler Präger Revisionistentagung sind in dieser Hinsicht alarmierend. Wenn dort, so führte Chawer K. Schftchter aus. von einer „Atempause" im Aufbau Palästinas die Rede sein konnte. M beweise dies geradezu eine Kala Strophenpolitik, gegen die sich die Poale Zion ebenso wie gegen den Versuch der Aufziehung gelber Gewerkschaften mit aller Macht wenden müsse. Charakteristisch für diese Tagung sei gewesen, dali der Staatsstreichsplan eines befiarabischen Revisionisten, das Gerede von der „revisionistischen Itasse" und den Wehrsportverbanden dort nicht nur möglich war, sondern sogar mit Beifall aufgenommen wurde. Weiler steht fest, dal.t die Frage der jüdisch-arabischen Beziehungen einen wichtigen Punkt der Tagesordnung unserer Weltkonfereni bilden wird. In vielen Ländern leben Völker in einem gemeinsamen Lande, und sowohl in Polen als auch in der Tschechoslowakei müssen die Völker versuchen in Frieden miteinander auszukommen. Überall gehören die .luden in Ablehnung eines engen Staalsabsolutismus, zu den grundsätzlichen Freunden einer gerechten Minderheitsrechtsgesetzgebung. Wenn auch Palästina eine besondere Siedlung in dieser Frage einnehmen müsse, als ein Land, in das jüdischen Massen immigrieren sollen, und das sich in der Entwicklung noch nicht so weit wie Kuropa befindet, so treffe doch die gleiche Frage Stellung der Regelung der Besiehungen zwischen zwei Völkern in einem Lande auch Palästina. Im Brith Schalem seien vernünftige Gedanken vorhanden, trotzdem könnten jüdische Sozialisten eine bürgerlich-pazifistische Bewegung nic ht unterstütseti, einen so guten Zwec k >ie auch verfolge und so auflichtige Kämpfer sie auch zähle. Der wahre Friede könne erst kommen beim Fortschreiten dos sozialen Differenzierungsprozes -es, der die arabische Arbeiterschaft von dem Einfluß der Bffendis loslöse. Bis dahin dürfte allerdings nicht tatenlos zugesehen werden. dali die arabischen Arbeiter unter den nationalistischen Binflufl der Bffendis gerieten, die Bagatellisierung der Frage der jüdisch-arabischen Besiehungen könnte sehr großen Schaden bringen, zionistisches Verantwortungsbewußtsein und sozialistisch-demokratische Grundsalzfostigkeil wären jetzt noch .....In als sonst am Platze. In der lebhaften Diskussion kamen Bedenken zum Ausdruck, ob es denn möglich wäre, mit den Jetzigen arabischen Führern zu verhandeln, cta wir diese doch dadurch legalisierten. In seinem Schluflworl betonte Schichter, dafl diese Führer nicht durch uns. sondern durch England sanktioniert worden wären, und durch ihre Machtstellung auf unsere Sanktionierung nicht zu warten brauchten. Die Schaffung eines gemeinsamen Forums (Delegationen) werde uns die stärkste moralische Position in eleu Augen der Weltöffentlichkeil verleihen und gerade dadurch beschleunigten wir eleu sozialen Dlfferenzierungsprozeß der Araber. Im Anschluß an die Versammlung erklärten sich die Anwesenden, besonders die .lugend zur Arbeit für die Weltkonferenz bereit. B. O. Jüdische »Iijahrs-Kitlicltclegrainnic. Bei den vielfachen Beziehungen, die unsere Gemeindemitglieder zu Verwandten und Bekannten in Amerika haben, dürfte die- Einrichtung clor jüdischen Noujahrs-Kaboltolctrrnmmo von weitreichen- BiOX-ULTRA-lAHNPASTA ist tiie riilttUie. sie mmiit tttt /.ahne titeiulemt weiß uiut beseitigt Mutulqenuli, spritzt nultt. ist htnlikoncetilriert. i/ii/mt sp;irstitnei. \Uts l'.lh. A.-G.« Dresden