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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-07-18 · 29 (18.7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
29 (18.7.1930)
Date
1930-07-18
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Seite 8 QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 21 s. Kornreich. Der angeoetate Bimultanabend Fajarowloa wird erat In den nächaten Wochen stattfinden, da Fajarowics n»-»r«-n BlOrolaoh um .Ii.. Leipaiger Schachmeleterechafl dauernd In Anaproch genom.....n tat JUdltche Arbeiterjugend. Mittwoch, den M.Juli Bndel Im Jugendheim, TöpferatraBe Zimmer 10, ein „Pariamentariacher Abend" statt. Wir Fangen pünktlich M Uhr an. Jugendliche, die Intereaae haben, dem Paria.....manschen Abend belauwohnen, sind höflichst eingeladen, JUdlaeher Arbeiter-Turnnad -Bpsrtverelu, Auf Initiative der Jüdlsehen Arbeltergemeinschefl und der Jüdischen Arbeiterjugend fand am 28.Juni im Metropol die Grttndungefeier des Jüdischen Arbeiter-Turn- und ■Sportvereins statt. Trots dos schönen Bommerwetters war der Besuch zahlreich. Annähernd!-•«»> Arbeiter und Angestellte haben ihr«' Sympathie für dir Leistungen der Jüdischen Arbeltergemeinachafl ausgedrückt und dir Wichtigkeit eines Jüdischen Arbeiter-8portvereins akzeptiert. Das Programm wurde aus proletarischen Krfiften ausgefüllt. Turnergruppen haben dir sportlichen Leistungen des Arbeiter- Turn- und -Sportbundes demonstriert. Der Arbeiter-Mandolinenbund hal proletarische Musik vorgetragen. Dir Jüdische Arbeiterjugend in einer Aufführung ein Bild Ober den Unterachled von Raaaenkampf und Klassenkampf geaeigt. Der junge proletarische Künstler, Gen, Schlelfatein, hat :iiu Klavier vorgetragen. Ks sprachen Vertreter der Jüdischen vi., tergemeinschafl und des Arbeiter-Turn- und Bportbundea. Die Redner haben aufgeaeigl dir Interessen und Aufgaben der Arbeiterschaft im Sport. Dir proletarische Weltanschauung und der Klassenrharakter sind dir Grundlagen für jede proletarische Organisation. Die itidische Arbeiterschaft kann Ihren Kampf nur gemeinsam mit der allgemeinen Arbeiterklasse erfolgreich zum Ziel führen. Drm Jüdischen Sportverein sind an dem Abend /.irkn UM) Mitglieder beigetreten. Die Turnübungen linden jeden Dienstag 7 Uhr nachmittags statt. Die Schwimmer haben jeden Doners tag Im Carolabad Ihre Hebungen. Für die Fußballspieler wird die Bauernwiese (am Germaniabad) als Bpielplata bereltgaatellt Wir rufen alle jüdischen Arbeiter und Angestellte, die noch in keiner Sportorganisation oder In nunbürgerlichen sind, sich unserem Jüdischen Arbeiter-Turn- und -Sportverein als Organisation des jfldischen Proletariats anauachlieBen. Auskünfte oder Aufnahmen werden erteilt baw. entgegengenommen im Lokal der Jüdischen Arbeitergemeinschaft, itanatldter Bteinweg 21, jeden Abend von s Ohr ab. IMtaeha Cherverelnlguag, Leipzig. Ks sind erfreulicherweise trots der „heiBen Jahreaaeit", in di r man ja bekanntlich weniger an Studium und ernstes Bingen denkt, eine recht stattliche Anzahl von Anmeldun- -.....Ingegangen. Ks ist nur su selbstverständlich, dafl Ich weitere Anmeldungen erneut erwarte, um so mehr, als ich ja für meine Pläne einen Chor von zirka 100 Personen benötige. Ich bitte deshalb, schon di r Organisation halber, die ich durchzuführen habe, trotz der Ferien sich rege zu melden und nicht seine Anmeldung bis nach Auguat aufzuschieben, ich iniiU ja schon jetzt künstlerisch und technisch alle Vorbereitungen treffen. Das kann Ich nur. wenn die Gesamtheit aller Anmeldungen vor mir liegt! — Im übrigen bitte Ich, nicht von mir schriftlich irgendwelchen Bescheid zu erwarten. Alles, was für unsere Sache von Wichtigkeit ist. werde Ich stets an dieser Stelle veröffentlichen. Muaja Gottlleb, JacobstraBe 2. Agudas Jamal .lugendgruppe Leipzig, Färuerstr. 6, I. Scliiurimplun: mp ruf um >> l lir: .——r rrcr; um 11 Uhr: i'.t'it über r;r rrea ma:; um 10 Uhr: am ""k um 17 l'hr: nn:s rrer, anschließend cik «n: ras Leiter Sr. Ehr«. Herr Rabbiner Kogosnit/.ki tec^r. h-bj, |----l-. iter Herr A. Grfin. Montag, Dienstag, Donnerstag 20 l'hr kis: -----Leiter Herr A. Grün. Mittwoch eis "p. Leiter Herr A. Grün. Hierdurch teilen wir unseren verehrten Mitgliedern mit, dali n"yH Bonntag, dem -J7..luii 1090, um MJQ L'hr, eine euflerordentliche Qeneralveraammlung stattfinden wird. Tsgesordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes, 2. Eventuelle Antrüge. Anträge sind bis spätestens 21. Juli 1930 einzureichen. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist Pflicht, im sahlreiches und pünktliches Brschainen ersucht Der Vorstand. Keren Kajemith l.eiisrael (Jüdischer Nutianulfonds e. V.), Leipzig, Keil straüe 4. Teh-phoii 1112 11. Postscheckkonto 6334L S p e i, .1 s n a u S weis: D r. M o r i l /. M o r d e c h a i ii n d Agnes C hamizer-He in : l»r. K. Chamizcr und Krau gratulieren Herrn Dr. Körber zur Bar Miawah des Sohnes „Wolfgang', M. 0. . Jonas Braude snL Verlobung der Tochter ls. Justisrat Dr. Julius Wachtel anl. 70. Geburtstages 12, M. Fried snl. Bar Miswah des Böhnes :t. B Ochsen i I. Hoher 0.70, w. Zellner s. Poaer :.. Bilbermann 4. K. Hepner *-00, II. lt. Gottfried .v Sohn 2.12. S. Körber. I». Mab/, Aron Magsth, 11. Bichner Je A. Oelberg 1.84, M. Josseisohn 1.7.',. 1'. Versicherungen aller Art Sleitmund Cohn Elsterstraße 24 — Fernsprecher 16966 DI I D A pe,nl01 u-,arö1 SGI,nel1 u- •,peiswep| i. J ^\ Mjk Teppiche, Portieren Herrenu. Damsngarderob« Parnruf 88 3 SS u. 830 er Koitsnrrsi* Abholung und Wledenuitellung Filialen! Wlttanb«rK«r atr. / a«l«a*l!ch»n 6, FemruV 14434 Poaer L74 und 1.85, B. Budowica 1.48, K. Goldntann 1.20, .1. Davidsohi 1.21), Calmanowita & Sohn 1.10, Auawaka & Keifer 1, Krau ,1. Kran1 0.90, .1. Sprung 0.76, B. Merkin 0.0B, Gereon Wirschubsky (Ulli. lt. Bten 0.88, R. Mohr 0.80, 1). Kubin. M. Hohrer, RitWO je 0.50, Gebr. Cs] manowiti 0.20. Herausgegeben vom Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde ■< Leipzig. Verantwortlich für die Bchriftleitung: Gemeinderabbiner Cohn Neues Operettentheater. Die Wunder-Bar. Nach dem bekannten Reseptt Man nehme . . . habet die Textdichter Geaa Hercaeg und Karl Parkas von Allen etwas genommen: Viel Tan/., gute Aufmachung, etwas Kabarett, etwa Variete, etwas Thealer, auch etwas Itcviic, witzige Dialoge, Hott. Handlung und zu dieser Mischung schrieb Kol. ort Kutscher elln Hotte Musik, ans der sieh besonders zwei Melodien sofort ins Diu schmeicheln. Kinen richtigen lleginn der Vorstellung gibt es nicht, mal kommt und ist bereits völlig in der Aufführung drin, den der Obergan! von Bühne und Parketl ist so restlos verwischt, dafl jeder Ziischuuci auch Mitspieler sein könnte. Das Szenarium ist eine QroAstadt-Bar, du Handlung aus dem Alltag gegriffen. Wir erleben an zwei Abenden tun! Nichten, zwischen denen der Zeitraum eines Jahres liegt, au einiget Musterbeispielen unserer geliebten Mitmenschen, wie sie ihre kurzei Tage zu verbringen pflegen. Die „Wunder-Bar" ist so recht der Tum nielplatS für allerlei Volk was miteinander die Zeil totschlügt und derei Interessen sich oft diametral gegenüberstehen. Kin Kilitiinzer, der In s sere Tage gesehen hat, sorgt mit seiner Partnerin für die Unterhaltung der Düste, wobei ihm aber Zeit und Gelegenheit bleibt die Krau eine Qeldmannes zu umgarnen und mit. ihr zu Iiiehen. Die verlassene Part tierin tröstet sich mit einem anderen Stammgast und mausert sieh zu Weltdame. Im zweiten Akt trifft sich wieder alles in der geliebt, i Wunder*Bar, wo diesmal der Rintanser mit der Bankiersgattin als Part nerin auftritt. Auch sonst sind im Stammpublikum allerlei materiell. Verschiebungen vorgekommen. Der betrogene Ehemann kommt etwat unmotiviert gleichfalls zum Schauplatz und führt durch Zurücknahm der abgeirrten Gattin alles zum nötigen guten Knde. Wie sich das all, entspinnt, entwickelt und entwirrt innU man sich selbst ansehen, es Ist eine gute Unterhaltung für ein paar stunden der Hunds tage. Die leicht, Kost, durch Musik und Tanz noch verdaulicher gemacht« ist so rech dazu angetan eich zu amüsieren. Die Gesangsnummern hat. Roberl Kutscher recht tiüssig und leich merkbar geschrieben. Das Wiener Knsemble liefert ein treffliches Bot tes Eusammsnspieli unter Kührung von Kritz Wiesenthal ad lSarhcsitzcr und Kouferenzirr. Hans V n t e r k i r 0 Ii e r als Kiiitiinzc ist ebenso gut als Tänzer wie als Sauger und Schauspieler. Von dei Damen sind besonders bemerkenswert seine Partnerin, Vera Sal votti und A Ii n y Markart als Itankicrsgattin. llesomlere Krwäh Illing verdient auch noch <) 1 I y Webau er in ihrer Rolle als „Krsh Nummer" mit ihrer Tanasaene als „Sterbender Khuningo". Ober die Neu auffOhrung war das Publikum ungeteilt bester Meinung und feierte di Darsteller durch huiguiidaucrinlcu Applaus. Pelzmäntel -L'nika nur der IPA. Auf der Ipu sind zwei Pelzmäntel l'nika ausgestellt. Vor ihnen haben sich schon Tragödien vorbereitet Wenn nämlich Damen in Begleitung — in männlicher Begleitung, vet steht sich erschienen und behaupteten, .sie inüUteu diesen II ante oder genau so einen Mantel sofort haben. Gang abgesehen von den Ki nanzcii Iii 11t sich nämlich, trotz unserer fortgeschrittenen Technik, eil solcher Mantel nicht herheiza uhern. Da ist zunächst einmal ein Breit Schwans mental aus braunem Breitschwanz, zu dem die Kelle jahrelani gesammelt worden sind, l'nd zwar 10 Jahre lang. Kr beaitsl eine Kragen, für den zwei der ullerprüchtigsten Blaufüchss ihr Leben lasse muBten und er ist. sehr gering gerechnet. l.'i(NH) Mark wert. Da erahn wie gesagt, ein Unikum ist, so ist sein Preis ein Liebhaberpreis und DWi könnte eben so gut 20000 »der NOOfl Mark dafür besahlen. Kr ist ab, Privateigentum und nicht verkäuflich. Das zweite Unikum der AUBSte hing ist ein schwarzer Kreitschwanzmaiitel mit echtem Ghinch 1 Uakragel Der Wert wird, ebenfalls gering gerechnet, auf 11! (MKI Mark geschälz Übrigens: Chinchilla. Wissen Sie. was Chinchilla ist. Chinchilla ist ein argentinische Wollmaus, die im eifrigsten Aussterben begriffen und da her sehr teuer ist. Man ersetzt sie immerhin durch Chiiichillarattci Das ist aber nicht dasselbe. SelilieUlich ist ja auch Klbkaviar und Aatrs i hankaviar nicht dasselbe. Iii,, meisten ('hiiiehillaiiiHntcl. die man v sehen bekommt, sind jedoch sogar aus Kanin. Der Mensch, der Man. quiaa züchtet, die der Venus von Milo ähnlich sehen und Pllaumell. di keine Kerne haben, der züchtet eben auch Kallinchen, die dasselbe K, wie tlie Chinchillas sieh zu trugen bequemen müssen. (Ii.)

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