Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 29 (18.7.1930)
- Date
- 1930-07-18
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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18. .luli 1930 GEMEINDERLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seite I? .leder als Makler zu verpflichtende in der Tabelle sub A. genannte •lüde Ins der Reihe nach die obengenannte Stelle im 2. Buch Mose her und legte <lie rechte Hand auf selbige, Alle erhielten nun durch Samson Ephraim die Verwarnung nach jüdischem Gebrauche, alsdann aber vom Gerichte die Erinnerung, die Wichtigkeit ihres Eydes zu bedenken und sich vor Begehung eines Meyneydes und dessen schwerer Strafe zu hüten und wohl zu überlegen, wie schwer sie sich gegen «len wahren Gott, den Adonai Elohe Israel, versündigen würden, wenn sie ihn fälschlich zum Zeugen anruften, und dessen Heiligen Namen betrügerischerweise mißbrauchen wollten ... Verzeichnis der am <S. April 1818 verpflichteten jüdischen Meßmäkler. Mit (irnchmlKUHK <lr» Kutsarrlilvs. Alle in der Tabelle sub A. aufgeführten .luden leisteten nunmehr den Eyd mit Aussprechung ihrer Namen, die sie in der Schule führen, und mit Benennung ihrer Väter, wörtlich nachsprechen, das Gesicht gegen Morgen gewandt, vormittags zwischen "J und 10 Uhr; auch wurden von den Schwörenden sowohl als von übrigen Personen die Worte Omen Veoinen am Schluß des Eydes dein Judicio nachgesprochen. Act. praef. vat. praes. Dmno. Depot, uts. Jacob Friedrich Wilhelm Müller, Act. juris." . . . Von den nunmehr insgesamt 28 jüdischen MeUmäklem stellte Brody allein 14, die übrigen verteilten sich auf Dessau (4), Magdeburg (2), Breslau. Glogau, llalberstadt, Leipzig. Lissa, Moskau und Ostrowo (je 1). Schon hieraus ist ersichtlich, welchen geradezu überwältigenden Einfluß Brodyer Raufleute auf Leipzigs Messen und Rauchwarenhandel damals hatten. Die jüdischen Knufleule lichteten, durch diesen Erfolg ermutigt, alsbald an den Magistrat das Ersuchen, Ihnen die gleichen Rechte wie den christlichen Kaufleuten einzuräumen und insbesondere die demütigenden Beschrankungen der Judenordnnung von 1087 aufzuheben. Als der Magistrat sich weigerte, beschlossen die jüdischen Meflbesucher unter Führung der soeben in Amt und Pflicht genommenen Meßmakler, noch im April 1818 den Handel auf die Naumburger Messe zu verlegen. Der König griff ein und forderte von den Kramermeistern und Handlungsdeputierten Auskunft über den Stand des jüdischen Meßhandels. Diese berichteten am IL.luli 1818. „daß vor kaum 50 .Jahren die polnischen .luden noch zu den seltensten und ungewöhnlichsten Erscheinungen auf der Leipziger Messe gehört hätten. Dieses Verhältnis hat sich jetzt merklich geändert: Die Bekenner des israelitischen Glaubens greifen jetzt in weit bebedeutenflerer Masse in den großen Welthandel ein als ehedem... Wie wichtig sie als Einkäufer für unsere Messen sind, ist bekannt, aber auch als Verkäufer spielen sie zum Teil eine ganz andere Rolle als Sonaten. Namentlich gibt es gegenwärtig mehrere zum Teil sehr bedeutende Größe-Verkäufer unter den jüdischen Meßlieranten . . . Ob es an sich gut und erwünscht sey, daß der Handel in so zunehmender Masse in die Hände der israelitischen Glaubeiisverwandten gekommen ist, da .luden im allgemeinen und abgesehen von einzelnen rühmlichen Ausnahmen, zur Zeit immer noch .luden sind, kann hierbey weiter nicht in Betracht kommen. Es ist dies eine Veränderung, die der Zeitgeist herbeygeführt hat. und die wir nicht aufhalten." Diese keineswegs vorurteilsfreien Darlegungen würdigte der König und hob am 8. August 1818 die einschränkenden Bestimmungen der Leipziger Judenordnung von 1087 auf. In Verfolg dieser Entwicklung wurde auch auf Empfehlung Leipziger Handelshäuser einer Anzahl jüdischer Kaufleute der ganzjährige Aufenthalt in der Meßstadt bewilligt: ihre Zahl stieg Iiis nach der Michaelisniesse 1882 auf 70. Die Kramermeister und Handlungsdeputierten erstalteten hierüber der Leipziger Sicherheitsbehörde am '28. November 1 S:V2 folgendes Gutachten: „Es ist doppelt wichtig, Sachsen bei seiner ausgedehnten Industrie und den großen Warenlagern Leipzigs, einen immerwifa renden Absatz nach dem Auslände thunüchsi zu befördern, da unser Land beinahe völlig von slrengbewachlen Zollstntionen umgeben ist. Zur Beförderung dieses Zweckes gereicht auch der verlangte Aufenthalt mehrerer fremder israelitischer Einkäufer aus Rußland und Polen narh beendeter Messe zu Leipzig. Der Jade ist unermüdet in Aufsuchung von Mitteln und Wegen zur Erhaltung schwieriger Handelsvertretungen, auch ist der Verkauf sogenannter nordischer Produkte, was einen wichtigen Handelszweig für Sachsen und Leipzig ausmacht, ausschließend in den Händen dieser Leute. Er kann es auch nur sein, da in den Gegenden, aus welchen jene Produkte zu uns kommen, der Jude allein im Besitze des Handels ist . . . In weiser Krwägung aller dieser Verhältnisse ist höchsten Orts die Anordnung getroffen worden, daß ein verlängerter Aufenthalt hier nach beendeter Messe denjenigen jüdischen Handelsleuten gestattet werden könne, welche nach dein Ermessen des Handelsvorstandes für die Handelsgeschäfte Leipzig von Nutzen wären." kühle elektrisch durch Kelvinator es ist wichtig das ist richtig Kelvinator Kelvinator Elektro - Kühlanlagen A.-G.. Leipzig ^■■^^■■^■■■■i^^H^MHi^H^^^^^^^^Bm^Hi^^H^HiB^B^B^BB^i^BB^B^BHBBB^HB Ausstellungsräume Dittrichring 15,Thiiginahaus Vertretung: Max Petruschka, Leipzig N 22, Landsberger Straße 86, Fernsprecher Nr. 57807