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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-07-04 · 27 (4.7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
27 (4.7.1930)
Date
1930-07-04
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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GEMKINDKRLATT DER 1SRAKLITISCHHN liKLKiIC)NS(iKMKINDK ZU I.KIl'/.Hi Seite 7 Staates, hatten fallen hissen, erhebt sieh jetzt 1'J Jahre naeh der Kaltau r-Erklärung, die durchaus!>ei politischer Bevorrechtung des heimatlosen Jüdischen Volkes au! dem Gedanken eines binationalen Palästinas beruht, die Propaganda für ein Kolonisationsregime, der lüngland bei seiner starken mohammedanischen Rücksichtnahme nichl nachkommen kann. So bliebe für die zionistische Bewegung nur die ' ine Möglichkeit, der man ohne alle Zweideutigkeiten, Hinausiögerun gen folgen müsse, zu einer direkten Verständigung mil den Arabern;u kommen. Auch der Einwand der Nichtverhandlungswürdigkeil ler jettigen arabischen FUhrer wäre bei der Unentwickelthell einer demokratischen, arabischen Volksbewegung nichl stichhaltig, da man -ich weder seine Freunde, noch viel weniger seine Feinde ansuchen könne. Die mil außerordentlich großer Überzeugungskraft, warmer Lebendigkeil und starkem, moralischen Klan vorgetragenen Ideen einer Revision der zionistischen Politik verfehlten auch auf die zahlreichen politischen Gegner es waren 10 Leute, die sich zur Dis kussion meldeten ihren Eindruck nichl. Knie schöne Anerkennung für den Leiter des Chors der Gemeinde- Sj nagoge. Das sächsische Ministerium der Justiz hat unter dem Ii. Juni d. J. an Herrn Barnet Licht, den verdienstvollen Leiter des Chors unserer Gemeinde-Synagoge, der bekanntlich auch die berühmten Lichtscheu ('höre leitet, folgendes Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Barnet Licht! Die Vereinigten Gefangenenanstalten Leipzig haben berichtet, daß Sie und Ihre Chöre sich in liebenswürdiger, selbstloser Weise bei der Veranstaltung von künstlerischen Darbietungen für die Gefangenen zur Verfügung gestellt haben. Ks ist insbesondere Ihrem Rat und Ihrer Mitarbeit zu verdanken, dal.) sich die Veranstaltungen in den Vereinigten Gefangenenanstalten Leipzig auf besonders künstlerischer Höhe halten. Kür Ihre bereitwillige Mitwirkung spricht Ihnen das unterzeichnete Ministerium seinen ergebensten Dank aus. Sächsisches Ministerium der Justiz. Kür den Minister: gez. Unterschritt. Dr. l-'ritz Leebensteins Bericht iilier seine l'alästinareise. Nachdem Herr Dr. Loe beii st ei ii. der l. Vorsitzende der Zionistischen Ortsgruppe Leipzig schon einigeniale in besonderen Veranstaltungen über Einzelprobleme des palästinensischen Lebens und der l'alästiiia-l'olilik gesprochen hatte, erhielt das zionistische Publikum am Montau', den t<>. Juni den allgemeinen Bericht Herrn Dr. Loebensleins über -eine Palästinareise. Diese Reise, die vom Kartell der jüdischen Verbindungen aus mitorganisierl war. fand in einei /.eil statt, wo das ganze palästinensische Leben noch stark unter dem Eindruck der Augustereignisse stand. W ie stark trotzdem das Vertrauen des palästinensischen Jischuws in die eigene Kraft und die ganze Zukunft def Aufbauwerkes ist, das war der Tenor der Ausführungen von Dr. I.....benstein, der trotz der Kürze seiner Reise die Dinge in Palästina in ihren wesentlichen und entscheidenden Tatsachen Idar vor seinen Hörern ausbreiten konnte. Wenn die Lichtbilder deutlicher gewesen wären, winde der starke Kindruck des Abends wahrscheinlich bedeutend größer gewesen sein! Amtliche Bekanntmachungen der israelitischen Keliginiisgcineiiidc zu Leipzig Itarmizwu-Vorbereitung. Zur Karmizwa-Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für die in der Zeit vom 1. Januar litis bis 31. März l!HN geborenen Knaben beginnt der Lehrgang am 1. Juli 1980, Nur wer daran teilgenommen hat, wird als l'.urmizwa in der Gemeindesynagoge zugelassen. Anmeldungen bis 80, Juni im Gemeindeamt, Löhrstrnße 101, Von der Teilnahme kö......u auf Antrag der Eltern solche Knaben befrei! werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen /.eil zu melden, L e i p z i g . den Ii. Juni 1930. Der Vorstand der israelitischen Religiousgemeindc zu Leipzig. Gemeindesitzung am Montag, 7. Juli 1990, (i I hr abends, im israelitischen Gemeindeamt, Löhrstraße in. I. Das israelitische Gemeindeamt. Tngesordnung: 1. Haushallplan. Änderung der Gebührenordnung. Da die Haustüre des Gemeindehauses um N Uhr a Ii e n d s gesch 1 oss e n w i r d, w e i den die s p ä t e r k o m m enden Resucher der öffentlichen Sitzung gebeten, st a r k /. II k I i II L! ein. w 0 i II u I i Ii II e n <i e ö I' I Ii e I w i r d. Wegen des zu erwartenden Andranges und des beschränkten Raumes ist der Eintritt für Zuhörer nur gegen Einlaßkarlen gestaltet. Diese werden am Montag, dem 7. Juli, in der /.eil von!» 1 Uhr nach Maßgabe des verfügbaren Platzes ausgegeben, Vereinsnachrichten jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig. M nntag, den 7. Juli, lindet als einzige BoinmerveranHtaltung ein g e m e i n » a in e r Besuch der IDA sinn. Treffpunkt: 15,80 Chr. 8 tastend Alle. Programm: Führung durch die IPA, Kalfeextunde im Win/.erliaim. Fortxetziitig der Führung. Mitglieder der Ortsgruppe erhalten durch Vorzeigung der Bin ladungakarte an der Kasse heim Hnuptcingang Kintrittukarten cum er müßigten Preise von M. 1. .indisch,. Cherverelnigung Leipzig. Zwecks (iruiidung einer ...Midi seilen Chorvcreiiiigung [jeipzig" bitte ich xt im in begabte Herreu imtl Da Ilten, gleich welchen Altera, sieh recht bald (8 tu Tage) schriftlich (mit Angabe von Adresse, Aller und Beruf) hei mir zu melden. Die ...Indische t'horvercinlguiig" will lediglich künstlerischem schaffen dienen. Wir haben die Ansicht, uns bereit* bei der NeugrUndung ein Pm gramin aufzubauen, um etwa im Januar oder Februar IIKM in Leipzig ein abendliches Konzert zu geben, vielleicht ncllu-tiindig oder in Verhii dung mit einem von mir geleiteten nlclistwinterlieheii Mymphoniekonzert. Im übrigen will unsere Vereinigung da/n beitragen, jungen liegahteu Sängern Rnanziell dadurch zu helfen, daß wir den Reinertrag unserer Konzerte ihnen zum Studium zur Verfügung Miellen. Wir wollen eine Jüdische Chorvereilligung in Deutschland sein und «ollen demnach sowohl deutsche als hebräische Werke ningen (die dem •eben auch jüdischen Inhalt»). Iiier künnten auch jüdische Kräfte, die sich sonst in nichtjüdischen Vereinen zersplittern, gemeinsam für etwas < teuieinsanies fruchtbarer w irken! Ich erwarte und hoffe sehr, da Li mich die Leipziger indische S 1 n - d e n i e n s i- Ii a f i . auch die gesangstudierende, dabei stark unter- ■tützen wird. Aber auch unsere A tt herrenscha M mil nicht davon abstehen, sich unserer gemeinsamen Sache zur Verfügung zu stellen. Sehen wir uns gerade in diesem Punkte die iiicliUddincheii Vereine an! Ks schrecke auch niemand davor zurück, das Podium betreten zu müssen erst recht) Herren und Damen, die meine Absichten mit allem Brust mit ver wirklichen helfen wollen, bitte ich, mir möglichst bald Mitteilung zu machen. In spätestens I Wochen wollen wir mit unserer Arbeit beginnen. (Alle, die in die Ferien gehen, bitte Ich trotzdem schon jetzt um ihn Anschrift) Mus Ja Q o 111 i e b, Jacob* tr. Vertretung: Max Petruschka, Leipzig N 22, Landsberger Straße 86, Fernsprecher Nr. 23220

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