Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 25 (20.6.1930)
- Date
- 1930-06-20
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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: in] 1030 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 7 gl in. zu Üi „Iii du 7.. I Kl' gi< giC Kl Wi ma de bl< In Kl Ai i Gegenwart erlebe man! daß ein nationalsozialistischer Minister nrteipolitischen Zwecken angeblich religiöse Qebete verordne, daß kirchliche Institutionen Iiis jetsl dagegen vorgegangen seien >gensatz hiersu stellte Redner die deutsche Kentrumspartei, die bewußt die Politik Ihrer religiösen Zielsetzung dienstbar su •Ii bestrebt sei. ebenso bediene sich ja auch Gandhi der Politik erwirklichung seiner religiösen Auflassungen, laßgebend sei in allen Fällen der Inhalt der Religion, nicht ihre en. Es gebe nur eine Wahrheit an sich, uml wo ein scheinbarer schied /.wischen der sog. „göttlichen Wahrheit" und der sog, schlichen Wahrheit" bestehe, da stimme eben etwas nicht, und Itgge die scheinbare Diskrepanz beseitigt werden. So gebe es weder bezüglich iler Todesstrafe, noch etwa der Friedensfrage, nfrage, Kolonialfrage usw. eine Differenzierung /wischen relin und Zweckmäßigkeit8ge8ichUpunkten. Kür einen wahrhaft rellii Menschen sei die Religion die Grundlage, auf der er seine Entdüngen im Einzelfalle trifft. Besonders treffe dies auch für die schaftsnöte unserer Zeit zu, bei deren Behandlung allzuoft das rielle Moment die nichtsuunterachätzenden Begleitunistände in Hintergrund dränge. Trotzdem kenne z. Is. das Arbeitslosenprol nicht gelöst werden, ohne dali man die seelischen Nöte der Beenen berücksichtige. Dies könne, so meinte Redner, dadurch geich, dali man in solchen Notzeiten durch eine Verkürzung der iUzeil und Erhöhung der Konsumkraft Arbeitsgelegenheil fte, stall ein ganzes Heer von Menschen in die bedruckende Sit i dauernder Almosenempfänger su bringen. Auch hier lasse s i h :iou in Lebensnähe bringen. Nur dürfe mau die Religion da in i als Opium für das Volk mißbrauchen, sondern sie muß die Ar/, des Lebens werden. Stürmischer Beifall dankte dem Redner für seine Ausführungen, i einigen ergänzenden Bemerkungen von Hein/. Kellermann-Berlin de beschlossen, von einer Diskussion abzusehen. Die Ausführun Bruno Woydas sollen vielmehr die Grundlage einer eingehenden spräche in den einzelnen Iii-Gruppen und gegebenenfalls zu einer ■reu abschließenden Stellungnahme sein. — Der Vorsitzende, r Dr. Hugo Hoffmann-Frankfurl n.M., schloß die Tagung mit dem >ell zu weilerer Intensivierung der Arbeit, damit aus der jungen leratiou neue Führer dem liberalen Gedanken und damit dem Oetjudentum entstünden. Die Tagung war aus allen Teilen des Reiches stark besucht. Die schiedensten jüdischen Korporationen hatten Vertreter entsandt, r der versammelten Jugend telegraphisch und schriftlich Grüße gelt. Stürmisch begrüßt wurde besonders ein junger Freund aus idon, der eigens herbeigeeilt war. um die Grüße des Weltverban für religiös liberales Judentum zu Uberbringen. r~ Amtliche Bekanntmachungen Hierdurch gestatten wir uns, die am Sonnabend, den 28. Juni 1930, 9 Uhr in der Synagoge, Otto-Schil!-Straße 4, stattfindende B AR MI Z WA H-FEI ER unseres Sohnes MANFRED bekannt zu geben. Moritz Fried und Frau Empfang 12 — 2 Uhr. König-Johann-Str. 27 J STATT KARTEN! Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glütkwünsdie danken herdichst Benno Preczep und Frau lAe$elotle neb. Eckstein Leipzig ( i Juni /(>,{(> Aus dem Gemeindeamt Personenstandsnarhrichten Geb u r t e u : . Mai 1080 ignaz Manierka und Sophie geb. Kaplan. Kickerlingsberg 4. einen Solln, 27. Mai 1030 Sau! Spektor und Dwore Mindtd geb. Penner. Humboldtslraße 20, eine Tochter. Austritte aus der israelitischen Religionsgemeinschaft (nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austritt aus der israelitischen Religionsgesellschaft den Austritt aus dem J u - den tu m) : Dr. med Manfred Haas. Kronprinzstr. 17. Samuel Eugen Adolf Rosenfelder, Grassistr. 9. Hertha Ullmann, Ritterstr. 17. Helene Ullmann, Ludwigstr. 05. Vereinsnachrichten rvA n's irr-tny ,5?du?1? "rotrj:?" bv rnnoa <:: i. :i<» —:cc .—:s- -X—1 TO " der israelitischen Religioasgemeinde zu Leipzig Sj sagogenehor. Im Herbst dieses Jahres werden es (Onfundsiebsig Jahre her sein, B die Leipziger Genieindesynagoge eingeweiht wurde und in ihr ittesdienste abgehalten werden. Nicht durch lauschende Feste, was die Not iler Zeit verbietet, Sellin in ernster Weihe Boll dieser Tag begangen werden. Eine Feier rd in der Synagoge abgehalten werden, und in dieser soll vor allem ch die Bedeutung, die dieses Gotteshaus für die Geschichte der liagogenmusik gehabt hat. /um Ausdruck kommen, denn die Leiper Gemeindesynagoge war das erste jüdische Gotteshaus in Deutschid. welches eine eingebaute Orgel halte, und hier wirkte auch einer r bedeutendsten unter den jüdischen Synagogenkomponisten der genwart, Salomon Jadassohn, Um nun bei der Gedenkfeier größere musikalische Werke autliren zu können, ist es notwendig, daß sich (raiwillig auch Brasilisch begabte Mitglieder der Gemeinde in den Dienst der guten che stellen und im Chor mitwirken. Wir richten hiermit an alle isikalisch interessierten und begabteu Freunde unseres Gotteshauses her/liehe Bitte, daß sie sieh zur Verfügung stellen, damit ein oßer ( bor diesem Feste die höhere Weihe gibt. Meldungen werden erbeten an den Leiter des Synagogenchors, •riii Harnet Licht, Hardenbergstraße 22 (Ruf 808—16), oder an •rin Oberkantor Lampel, König-Johann-Straße (Ruf 27(177). Leipzig, den 27. Mai 1980. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Bar n et Lieht, Chorleiter. S. Lampel, Oberkantor. giontstlsehe Vereinigung Leipzig. Montag, den 28. Juni 1880, <.:!(! Uhr, Andel in der Auls der Höheren Israelitischen Schule. i af-Adolf-8traBc 7 ein Aussprache-Abend statt mit dem Thema „Brith Bchal.....". Herr Dr. Ernst Simon aus Jerusalem hält das einleitende Referat Besondere Einladungen ergehen nicht! Jiidiseher Jimemlhunil ..Kran/. Unsen/weit!" (Im Verl,und der jttdlseilen Jugendvereine Deutachlands), Kommenden Mittwoch, den •J.V Juni 1880. ai......Is 20,80 Chr. findet der arhon angekündigte Vortrag des Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutachland, Ortsgruppe Leipzig, des Herrn Dr. K. Loebenatein, Im Hotel Hauffe, ttoßplatz, sUtt Thema: »Die Arbeil in Eres Israel." Ks bedarf wohl keines besonderen Hinweises mehr an unsere Mitglieder und freunde, zu dem Referat des bekannten Redners, der kürz lieh erst \en einer Paliatlna reise zurückgekehrt iat, ausnahmslos ZU erscheinen. (üisle sind An daa Referat schließt sieh eine freie Aus herzlich spräche willkommi an. n. lie rückständigen Herrn Heinrieh Wir bitten unsere Mitglieder wiederholt :iuf das Postscheckkonto unseres Kassierer Nr.55876, zu Überweisen. Bericht Ober die Münchner Tagung erfolgl demnächst Beitrüge Brecher, Jüdischer Cesnntfverein „llnsnmir". Unsere Proben linden regetmüßig an folgenden Abenden statt: Montag und Donnerstag, pünktlich 20,15 Chr. Im Hinbiirk auf den bevorstehenden Werbeabend «eilten .-die Mitglieder dringend ersucht, an simtUchen Proben teilzunehmen. — KrklüraiiK. In der am IC Juni iten im Jüdischen Jugendheim, Lein zig, stattgefundenen Generalversammlung des ron mir gegründeten Jüdischen Gesangvereins „Hasamir" habe ich mein Amt als Chordirigent uml 2. Vorsitsendei aus personlichen und künstlerischen Gründen nie-