Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 25 (20.6.1930)
- Date
- 1930-06-20
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Beile Ü QEME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG X Brillanten * Gold=u. Silberwaren * Uhren Tafelbestecke Trauringe In 0,1,1 Silber u. 90er Auflage In .iiion OoUqualIHten l l ii B N B FABRIKATION S. ERLBAUM r.O CO. * JUWELIERE Reichsstraße 18 20 Gegründet 1911 TEILZAHLUNG ohne Preiserhöhung gestattet Lin ii Sachverständigen für jüdische Angelegenheiten beim Kultusniinisterium befafll hatte. Bs wurde einstimmig beschlossen, dem Sachverständigen beim Kultusministerium, Herrn Rabbiner Dr. Baeck, das volle Vertrauen des Rates auszusprechen. Voi der Tagung des Großen Rates halte eine Sitzung tles Engeren Haies stattgefunden, in dieser wurde das durch das Ausscheiden des Herrn Direktor Kareski frei gewordene Finanzdezernat Herrn R.-A. Dr. Klee, das durch das Ableben des Herrn Direktor Ostberg frei gewordene Dezernat für Wohlfahrtsangelegenheiten Herrn Landgerichtsrat Dr. Lilienthal übertragen. In Ergänzung dieses Berichtes entnehmen wir der JTA, folgendes Schreiben: Die letzte Sitzung des QroSen Rates des PreuBisc n Landesverbandes jüdischer Gemeinden beschäftigte sich mit dem von der Landesversaiilliilune in der letzten Session auf Antrag der Jüdischen Volkspartei angenommenen Beschluß, das aktive Wahlalter von 1\ auf 20 .Iahte herabzusetzen. Nachdem bereits vor einigen Tagen der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde einen gleichlautenden Antrag gegen die drei Stimmen der Volkspartei ai>- gelehnt hatte, hat nunmehr auch der Bat des Landesverbandes seine Zustimmung zur Herabsetzung verweigert. Nachdem Dr. Klee den Antrag nachdrücklichst unterstützt hatte, sprachen sich Geheimrai Goldfeld-Breslau und Dr. Scheyer-Liegniti scharf gegen den Antrag aus. Für den Beschluß stimmten die Delegierten der Volks] artei sowie Rabbiner Dr. Baeck. Rabbiner Dr. Horowitz u. a. m. Dagegen stimmte die Mehrheit der liberalen Delegierten, so dafi der Beschluß nicht die erforderliche qualifizierte Mehrheit fand. In den Kreisen der jüdischen Jugend macht sich bereits gegen diesen Beschluß eine Protestbewegung bemerkbar. Der Antrag Ii i Volksparlei bedeutete nämlich seinerzeit die Aufnahme eines Wun sches des Dresdener Yerliandslae.es des Verbandes der neutralen jüdischen Jugendvereine in Deutschland. Ks wird in den Kreisen der Jugend darauf hingewiesen, dafi keine Veranlassung besteht, das Wahlaller, das bei den Wahlen zum Reichstag, ZU den Land tauen und Kommunalvertretungen in der allgemeinen deutschen Poli lik auf jo Jahre festgesetzt ist. für jüdische politische Wahlen heraufzusetzen. Oaeg Sehabbath für alle, dir Hebräisch verstehen. Am Sehabbath. den 14. Juni, fand die erste Mesibba scbel Oneg Sehabbath statt, das erste gesellige Beisammensein derjenigen, die Hebräisch verstehen, die von der ..Tech ij ja "-Schule veranstaltet wird. Ib rr Dr. M. W OSk i n• N a hart a b i eröffnete die Mesibba mit einer Darlegung des Zweckes der Mesibboth sehe] Oneg Sehabbath. Die Mesibboth «ollen den Oneg Sehabbath durch gesellige Unterhaltungen in hebräischer Sprache über historische, literarische, religiöse und allgemein jüdische Probleme pflegen, die jedem .luden am Herzen liegen, und zwar in einer Form, die allen Riehtungen die INGER Mähmaschinen in altbewährter- Güte Weitestgehende Zahtun$serleichterunQen •y Mäßige Monatsraten SINCIR NAHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT Teilnahme an den Mesibboth zu einem Oneg Sehabbath macht. Dn u| leitete Herr Lehrer J, Gur-A rie die Unterhaltung ein durch „. ausführliche Darstellung der Entstehung der arabischen natioiu n Bewegung, wie sie nur einer geben kann, der die Entwicklung i Bewegung während des Krieges selbst Im Lande erlebt hat, Ks kai n Tatsachen zur Sprache, die nur wenigen bekannt waren, da sie m erklärlichen Gründen seinerzeit nicht in die Presse gelangten, nächste Mesibba findet am Sehabbath, den 21.Juni, wlede •,» von •")—7 Uhr präzise in den Bäumen der „Techijja"-Schule, Pfal dorfer Str.4,II, statt. Den Gegenstand der Unterhaltung wird ,r Schluß des Themas: „Die nationale arabische Ii e \ gung" bilden. Im Zusammenhang mit diesem Thema findet n Sehabbath. den 28. Juni, eine Unterhaltung über die Reli g i o n d r arabischen Well statt, eingeleitet durch Herrn Dr. M. W kin-Nahartabi mit einer volkstümlichen Darstellung des U n und seines Verhältnisses zum Judentum. Alle, die Hebräisch stellen, sind eingeladen. Unsere Jugend Dresdener Tagung der Jüdisch-liberale« Jugendvereiae am 14. i d 15. .In ni. Am 14. und 15. Juni fand in Dresden das erste ordentliche Juge treffen der Iiis (Jüdisch-liberalen Jugendvereine) slatt. In einem Fi gottesdienste gedachte Herr Rabbiner Dr. Wolf-Dresden der pung und würdigte in seiner Pestpredigl die Bedeutung, die der n Liberalismus für die Entwicklung des Judentums hat. Am Soi .;' end nachmittag fand die eigentliche Delegiertentagung statt, i e Bich fast ausschließlich mit internen Krauen beschäftigte. Eine kui ■ Debatte löste der Beitrill der „Jugendgemeinschafl der Jüdischen I formgemeinde zu Berlin" zur „Arge" (Arbeitsgemeinschatl der Iii | aus, der mit überwältigender Mehrheil beschlossen wurde. Die Wa I di i neuen „Arge"-Vorstands hatte folgendes Ergebnis: Dr. Hugo Ho mann-Frankfuri a.M., Dr. Arthur Lilienthal-Berlin, Maz Gundersheii Frankfurt a.M.. Erich Vulkan-Breslau. Heinz Kellermann-Berli Franz Meldner- Breslau. Dr. Werner Rosenberg-Berlin, Werner Hoi beimer-Frankturt a.M., Hella Lion-Frankfurl a.M., Alfred Hadi [agdeburg, Am Sonnabend sprach Dr. Arthur Lilienthal-Berlin über .Jugend und Gemeinde". Der Redner forderte aktive Betei gung der Jugend an der Arbeit (ur die Gemeinde und an der (1 meinde. Durch die Tätigkeil in den verschiedenen Jugendbünden - dl lugend besonders geschult, und biete eine gewisse Gewähr, d zach lebe Entscheidungen ohne allzu große Rücksichten auf Frag der Parteitaktik getroffen werden können. Allerdings lassen Bi< Fra en der Weltanschauung nicht verleugnen. Deshalb sei (,s Pflii ,! r Iiis, sich auch in ihrer eigenen Weltanschauung zu schulen ui ählen. Durch Beteiligung der Jugend erhalte die Gemeindeart» ein« i neuen Auftrieb. An das Referat schloß sich eine lebhafte D hatte, an der sich auch Vertreter der Deutsch-Jüdischen Jugendgemei scbafl beteiligten. Die Tagung des Sonntags wurde eingeleitet durch die religiös Weihestunde der „Reform-Jugend" Berlin. Die Ansprache hielt II Wolff-Berlin, die die religiöse Auffassung der liberalen Jugend erlä terte. Ehrfurcht und Heimatliebe seien die Eckpfeiler unserer Grün auffassung, fundiert nur tiefer Religiosität. Den Höhepunkt der Tagung bildete das Referat von Bnn Woyda-Berlin über: „Lebensnähe der Religion". I> Redner, von der Versammlung stürmisch begrüßt, ging aus von d Aktivisierung der christlichen Religionen, wie sie etwa in der ..kalb Aktion" zum Ausdruck komme. Bei den allen Juden sei d der Religion" selbstverständlich gewesen, weil dort -i staal und Religion gedeckt haben. Die Entwicklung habe hierin viel geändert. Dem müsse mau Rechnung tragen. In diesem Zusamme hang äußerte sich der Redner auch kritisch über gewisse Kreise d< heutigen Liberalismus, die unter Tolerenz ein allzu williges Nacl geben gegenüber den Gesichtspunkten orthodoxer Lebensauffassun verstünden. Woyda erläuterte au Beispielen wie sogar liberale Rai hiner durch „Interpretationen" Unterschiede der Weltanschauung au zugleichen versuchten, während es doch gerade bei solchen grundsät liehen Krauen nur eine eindeutige und klare Linie geben dürfe. <;. will, fuhr Woyda fori, seien unsere Forderungen Neuland", und d bei könne, wie bei jedem Experiment gelegentlich auch mal ein .Mit uritT vorkommen. Aber dieses Itisiko muß eben in Kauf genommei werden. Die Forderung der „Lebensnähe der Religion" dürfe allei dinga nicht zu profanen Zwecken benutzt werden wie dies beispiel weise in manchen Predigten während der Kriegszeil geschehen se