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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-06-20 · 25 (20.6.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
25 (20.6.1930)
Date
1930-06-20
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Bcmciuö cblatt 1ER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE-ZU LEIPZIG AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG! Mu GcictndeblaK cmhetal ledca rrriiiin und wird ddl MlttfllrdtTii dOT R«U||ton«MCttCilldc unnii udl luli lurdi die INim ■upeiteUi - Sehriftleltung 1 GemetnderaUiüMr Gwtav Hohn, Krip/.i^ Löhntraflc 10 NUMMER 25 / JAHRGANG 6 FREITAG 20« JUNI 1 0! O Anzrl|K'ltvirualtun|i illiil Drink: itillhdrutkerel AugU*l PriM| Leipzig, Brodentr. 59 - Fernrui 70006 - iwsduik Leipzig 53920 - Nachdruck mir mit Quellenangabe und mit Genehmigung da Verfallen geeUMel Durch ilii» Ableben des Herrn Adol f Rotter welcher seit H|ji al> Synagogenkommissar im Ehrendienst der Gemeinde gestanden hat, haben wir einen schmerzlichen Verlust erlitten. Wir werden seiner Metdankbar Bedenken. r? Der Vorstand und die Verordneten dei israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig He!) ^■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■HHF1 ■M^Rr* Jw ■ lTR'#nwJ DIE KRISE IN DER AUSWANDERUNGSBEWEGUNG Der Hilfsverein der Deutschen Juden veröffentlich) soeben seinen lahresberichl Für 1029. Das 84 Seilen starke Hell verdient weil Ober eh.....ngere Bestimmung hinaus die Beachtung aller am jüdischen Leben Interessierten, weil es zur Beleuchtung der umfangreichen lilfsleistungen des Vereins eine Reihe von Bildern über die Laue Ii r Juden in den Ländern zeichnet, in denen der Hilfsverein vorlehmlich seine Tätigkeit entfaltet. So enthält der Bericht Schilderunen <ler Verhältnisse in Rumänien, in Beßarabien, in Litauen, in l'olen, in der Türkei, in l'aläslina. Aeulterst aufschlußreich iilier die ins bewegenden Kragen der Hilfstätigkeit sind auch die Ausfüh iiiigen, die Im engeren Sinne Ober die Tätigkeil <les HiltsVereins Leichten; in ihnen sind sehr interessante Einzelheiten Ober die Laue ler jüdischen Studenten, Ober die Ukrainewaisen u. v. a. geschildert. Das!le[| bring! ferner den gelegentlich der letzten Hauptversamiiiung von dem bekannten Politiker Dr. Emst Feder gehaltenen Vortrag: Politik und Humanität. laues der Hauptgebicte der Tätigkeit des Hilfsvereins ist die Auswandererfürsorge. Die Urundlagen dieser Arbeil haben sich in den letzten Jahren durch gesetzgeberische daßnahiiien der Einwanderungsländer außerordentlich gewandelt. Daiu macht der Jahresbericht die nachstehenden Ausführungen, die iHgemeines Interesse beanspruchen dürfen. Immer mehr Länder verschließen sich der Einwanderung aus Osteuropa durch Erschwerung der Einreisebedingungen, die Einführung eines nationalistischen Tendenzen dienenden Quotensystems womit die Vereinigten Staaten den Anfang gemacht haben «d.-r durch eine Vuswahl nach Berufen . wie Kanada sie. hei Zulassung freier Einwanderung aus bevorzugten Staaten im üegen sotz zu osteuropäischen Ländern, ausübt. 1928 hal Australien durch Quotenfestsetzung die Einwanderung aus otteuropäischen Ländern aufs äußerste eingeschränkt, .letzt folgt die s ü d a i r ikaii i sc he Union nach, die bisher, wenn sie bestimmten generellen Bedingungen entsprachen, Einwanderern Einlaß gewährt halle, dein Beispiel anderer Länder, indem sie eine höchst rigorose, auf die osteuropäischen Einwanderer gemünzte Quote festgesetzt hat. die die .luden aus dem Osten insbesondere die litauischen .luden, deren Hauptwanderungsziel bisher Südafrika war aufs härteste trifft. Das neue südafrikanische Einwanderungsgeseti ist Jüngst in Kraft getreten. Weitere verhängnisvolle Erschwerungen in anderen Ländern sind nicht ausgeschlossen. Ende 1920 sprach sich Präsident Hoover in seiner Botschaft au den Kongreß für das Prinzip der Einwanderung« beachränkung, und /war für ein selektives Prinzip,aber gegen das bestehende Quotensystem, aus. In Anbetracht der Wichtigkeil der amerikanischen Einwanderungspolitik geben wir seine bezüglichen Aus Führungen wieder: ..Ich war gegen die jetzt zu Recht bestehende Quotenbasis, und ich habe gehofft, daß wir eine praktische Methode linden könnten, um sicherzustellen, was meiner Ansicht nach unser wahrer nationaler /weck ist. die Eignung der Immigranten, was Körper, Charakter und Ausbildung wie die Dienste, die unser Land braucht, anbetrifft. Vielleicht könnte ein System von Prioritäten innerhalb der Quoten diese Resultate hervorbringen und zu gleicher Zeit einige Härtefälle des gegenwärtigen Systems beseitigen."

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