Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 22 (30.5.1930)
- Date
- 1930-05-30
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 4 Nummer Unsere Gemeinde Juden Leipzigs! An, i, .1 ii ii i 11 ii «l e t <I«t Groß-Staftellaul l.ut- , aenena Leipzig, <i I e größte iporfliehe Veran- ■ taltungdeiJ a h r >• ■ 11 a 11. Oer R a i K o c h b .1 » I rd, wie i n j e cl e m -l a Ii r e . a u c Ii ,1 1 - in a I a n 'I i «■ s p in K a in 111 t * -«1 n c h ni e 11. ISO B a r K 0 c Ii haner mit dem David sc hild aul der Brual werden 11,. r!• I 111 e ress e n \ e r l r e ten, h 11 «I I ii r «I a 1 A n 8 e Ii e n il p r Leipziger 111 d e n heil u n «I dea u e sa m I n -l u <l e n - 111 in b u 11 s e r b l a u \\ e i Ii e n F a r d e n . w i e w i r hoffen, 1111 111 in sii'ü' f il b r e n. Ii | erbei e u e r e Ba r K 0 c Ii ba n >• r 1 u u n te rai ii t /. e n . ist Pflichte.....1 j ed e n. Ze i g I wenigst e 118 a n dies e in rage euer Interease an unserer Arbeit, leiht uns , 11r e in 0 ra 1 i s c he IInterat ii l /. u n g 11 n d Bei <l <l u r c b / ci h 1 r e 11 Ii e A n w e b e n heil a u I «I er St 1 e c l< e u n «l a m Ziel •■ 11 e r n B a r K <> c Ii ba n e r n et n A n ■ p0 r n. .1 u d e n Leipzigs! T r a g t mit <l a /. u bei, il a ß >l i <■ s e r T an e i n E Ii r <• n lad f ii r il e n j ii <l i s c Ii e n Sport — 11 11 il f ii r das 1 u 'I e n l u in w i rit. W ie je«I e r Ha r K 0c b l>a ner sei n e Pflicht I u n wird, er w a r t e 11 \\ i r a u <• Ii b e s l i m m t. da ß v i e 1 e 'I e r v 1111 e u ch tut! Juden Leipzigs, tut euere Pflicht I .1 ii .1 i s c b e r Sport v e r e i 11 II a r K 0 C Ii b a Dr. Pietrkowaki. Dr. Birkenruth, „Oneg Sekabbath'' für alle, die Hebräisch verstehen. Die „Techijja"-Schule veranstaltet von Schabbath, den 14, VI, n jeden Schabbath von IT I9ühr Meaibboth achel Oneg Schabbath, gi Belliges Beisammensein aller, die Hebräisch verstellen. In der e rate Zeit weiden folgende Tb einen abwechselnd Gegenstand der Unte haltung bilden: 1. Der judische Mystizismus der Kabbala und d« Chassidismus, eingeleitet durch Herrn Dr. M. Woskin-Naliartabi. 2, D arabische nationale Bewegung und die arabische Frage Im Zionismu eingeleitet durch Herrn Lehrer J, Our-Arie, Die Mesibboth finden i der „Techijja"-Schule, Pfaflendorfer Straße I, IL statt, zu denen all die Hebräisch verstehen, eingeladen sind. Henri-Gedenkfeier. Im Qberfflllten Saab' des Kaufmännischen Vereinshausea Tai Sonntag, den 25, Mai, die Herzl-Feier der Zionistischen Veroinigui Leipzig, anläßlich des 70. Geburtstages von Theodor Henri s. A. stat Umrahmt war diese Leier von schönen und wirkungsvoll vn getragenen Liedern de-. Mädchenchores des Kadimah und des JJ.W.I ('hores, Herr Dr. Nahuiu Hold in a 1111. Berlin, hielt die Festrede. In ine sterhafter Form verstand er es. das Hihi der Persönlichkeit Theodi Henris nicht nur nachzuzeichnen, sondern es auch im Vergleich / der heutigen Laue neu erstehen 7.11 lassen. Herzl als Führer, als Staatmann und Politiker erleide so eine schall umrisseiie und aUSgezeicl nete, neue Deutung. Wie er von fast allen jüdischen Bindungen l<>- üeliist und durch die tiefste Assimilation hindurchgegangen gerad durch die Vereinfachung des Begriffes von der jüdischen Nation e zuwege gebracht hat. aus den zersplitterten und aloinisierten Teilei (das Erbe) wählt, das einzige, bei dem ein unnötig ist, da nach dem jüdischen Gesetz \~x s"". der Besitzwechsel beim Erbe -ich von selbst vollzieht? l'm diese Fragen ZU beantworten, muß zunächst auf eine andere, sprachliche Unebenheit hingewiesen werden, die der erste Salz enthält: „Was du ererbt von deinen Vätern hast". Wieviel Väter bat denn ein Mensch, daß Goethe hier den Plural anwendet? Ks müßte, richtig, ..von deinem Vater" heißen. Oder, wenn Laust sich etwa nn da< Publikum als solches wendet (wenn er nämlich SS*>" ,~'2S nieint): Was Ihr ererbt von Kuren Vätern habt"? Diese und damit zugleich auch die erste Frage, könnte durch eine Stelle in Baba-batra ll">a beantwortet werden. In der Misch na dort wird die Ordnung der Erbfolge besprochen und gelehrt, daß das Kind eine- Verstorbenen auf da- Erbe -eine- Vaters Anspruch hat, - bsl wenn dieser vor dem Erblasser verstorben Ist, Ein Enkel beerbt demnach .-einen Großvater, selbst wenn sein Vater vor dem Großvater verstorben i-t. In Wirklichkeit kommt ihm dieses Erbe au! dem Wege über -einen Vater zu. d, h. der lote Vater beerbt den Großvater und der Sohn -einen Vater. Genau genommen, erbt ein solches Kind von zwei Vätern (Großvater und Vater). Da nun ein solches Erbe nicht direkt vom Eblasser auf den Erben Dhergeht, -i ndem erst eine- Mittelgliedes des Vaters bedarf, wäre es möglich, daß eine solche Erbschaft, wie jeder andere Besitzwechsel, eines t"ja bedarf. Goethe hätte also mit Absicht den Plural angewandt, um auf den speziellen Kall einer solchen Erbschaft, die von zwi'i Vätern ausgeht, hinzuweisen und zu lehren, daß sie nicht ohne vollzogen werden kann. Leidet muß diese Antwort. BÖ bestechend sie für den Moment erscheint, als nicht den Tatsachen entsprechend, abgelehnt werden. Nach dem Gesetz trilt die Vorschrift \-s S"*S2 auch für diesen I all, und es bleibt nach wie vor die Krage, warum eine solche Erbschaft erst erworben werden muß, um sie zu besitzen? Wir versuchen es darum mit einer Misch na in Jebamot 100b. Diese lehrt: Wenn eine Krau nach der Trennung von ihrem Gatten nicht drei Monat., wartet, sondern geheiratet und geboren hat. und m;.....Ich! weiß, ob ea ein Hennmonatskind aus der Ehe des ersten. oder ein Siebenn.....atskind aus der Ehe des zweiten Gatten ist; ein solches Kind beerbt -eine Väter nicht. Die-e Vorschrift gilt auch de facto, wenn von jedem Gatten noch andere Söhne vorbanden sind, weil sie von ihm den Beweis verlangen können, daß er wirklich Ihl Kinder ist. Sind aber keine anderen Kinder vorhanden. m> i-t ei nur de jure nicht erbberechtigt, de facto aber tritt er das Erbe seiner beiden Väter an. Da Ihm aber de jure dieses Erb nicht zusteht, ist es gewiß, daß er den üblichen pjo daran voll ziehen lllllti. Wir meinen nun. daß Goethe eben diesen außergewöhnlichei Kall im Auge halle, wenn er vom Erbe mehrerer Väter spricht, da man erat erwerben muß, um es zu besitzen. Der Besitzer eines Ladens beklagte >ich beim Rabbiner übe den schlechten Gang seines Geschäftes, Ks sei doch eigentlich ein« göttliche Ungerechtigkeit, daß er vom Mißgeschick verfolgt werde während sein ihm gegenüber wohnender Konkurrent einen Hotte' Geschäftsgang ZU verzeichnen halle. Dabei, nieinte er, sei er doch ebenso tüchtig, ebenso (Icil.Sig. wie der andere. „Ich will Ibnei sagen, woher das kommt", antwortete ihm der Rabbiner. ..Ihr Kon km reut kümmert sieb nur um sein eigenes Geschäft und konzen liiert seine ganze Kraft darauf, darum hat er Erfolg. Sie «bei richten ihre Aufmerksamkeit nicht nur aul Ihr eigenes, sondern noch mehr auf das Geschäft Ihres Konkurrenten, und für zwei Ge Schäfte reicht Ihre Kraft nicht BUS." Wegen ihrer großen Armut sind die meisten Hachurim (Talmud jünger) auf Freifläche angewiesen, duihnen von den Gemeinde mitgliedern gewährt werden. Man nennt solche Freitische auch Kost tische oder kurzweg: Tage. Als in Prel.tburg. WO seit Jalu liundei tri eine der größten JcachiWOl (Talmudschulen) ihren Sitz hat, der von einigen Mitgliedern der Gemeinde aus Bequemlichkeil eingeführt« Brauch, d«M Hachurim den Morgenkaffee und Schließlich auch das Ahcnbrot zu Streichen, Nachahmung fand, uml die armen Schülei stall für den ganzen Tag versorg! 7.11 sein, nur noch ein srhmnic- Mittagessen erhielten, >agte der Leiter der Jeschiwa, der berühmte, unter «lein Namen Ketaw Ssofer bekannte Rabbiner, um diese l'n sitte zu geißeln, in einer Predigt: „Unsere Weisen lehren, daß da in der Bibel so oft vorkommende Wörtchen ,waheji' siets etwas Schlimmes oder Unangenehmes anzeige. Wie diese Erklärung aul die beiden ersten ,wahji' in der Thora zutreffen sollte, konnte Ich nie begreifen, denn was könnte in «lein Salze: wajehi erew wajehi boker jom echad («'s ward Abend, es ward Morgen, ein lag) Schlim ines und Unangenehmes enthalten sein. Nun aber i-t es mir klai geworden uml die Erklärung ist: wajehi erew «-s wird Abend; der Bocher aber bekommt kein Abendbrot, das i-t schlimm, wajebi boker es wird Morgen, der Bocher bekomm! kein Frühstück, «las isl noch schlimmer, jom echad und «las nennt man dann einen T s u I" aa^sst v^ssjzskw^sv^sv jsv m Bzv^s^ssv -mm mmm m m aas mm mumwxm '." ''" BiOX'ULi tdfJX 'AAhNPJXSiA mmmmmWaB ^■^■»iBW^BBj -^BBST fBBJBBJJBJ MW^MF^^K. «■Pif^l ff Vi W ■ AT ^mmW ximvr. \f<u