Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 16 (18.4.1930)
- Date
- 1930-04-18
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4876568-5968776-5969165--3139-4877569- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Plauen 1× ep/1045447
OCR text
\pril 1030 QEMBINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Reite :> ausdrücklich hervortuheben, daß wir uns höchsten! mit einem diel der entstehenden Verschickungskosten beteiligten, während iin jedem einseinen Fall darauf hinarbeiteten, dafi die restlichen , i Drittel von Angehörigen, von der öSentlichen Fürsorge, von rsicherungsträgern, den lokalen indischen Organisationen usw. gebracht wurden. Ein gana wesentlicher Teil unserer Arbeil heind darin, dafi wir Immer wieder Gemeinden, Organisationen und isliij.' Antragsteller Ober die Wege und Möglichkeiten der!'.«•- laffung von Zuschüssen von in Frage kommenden Stollen Inforerten. Sächsische Gemeinden nagogenweihe in Plauen, Der l>ald nach der Begründung der Plauener Gemeinde gefaßte id dann wiederholt in Angriff genommene Plan, eine eigene Synoge auf eigenem Grund und linden zu errichten, ist nun endlich,!i Iii. Jahre des Bestehens der Gemeinde, sur Wirklichkeit geworden: n i>. April wurde der Hau, der sugleich Gemeindehaus und Synagoge ufafit, In eindrucksvoller Weihefeier seiner Bestimmung übergeben, ach Entwttrfen und unter der Leitung des Mönchener Architekten riti I. a n d a u e r (des Erbauender Augsburger Synagoge) ist ein Hau ntstanden, der in gleicher Weise ruhmliches Zeugnis ablegt für die itnstlerische Bedeutung des Architekten wie für die freudige Bcihung neuzeitlicher Kunstgestaltung seitens des Gemeinderates, willeres und Inneres folgen durchaus „Bedingungen, von der Zeit liktiert", betonen nachdrücklich ..neue Ausdruckswerte", und beweisen, dafi es befriedigende Lösungen für neue' Auffassungen gibt, die sich /.tun Teil gani weit vom Herkömmlichen und Üblichen entprnen. Bemerkenswerl vor allem ist die Zusammenlegung des Kultbaues mit dem Profanbau, wodurch gewissermaßen ein Gemeindezentrum geschaffen ist. in dem sich alles jüdische Leben der Geneinde susammenfinden wird: Gemeindeverwaltung und Vereinsleben, die Veranstaltungen der Erwachsenen und der Jugend haben hre Stätte dort, wo auch die Gottesdienste die Gemeinde im Gebete vereinen wird. Begreifliche Genugtuung Ober die Erreichung des lange ersehnten Zieles bildete den Unterion für die gesamte Feier, noch gesteigert durch die Talsache, dafi sielbewufite Tatkraft das Werk in einer Zeil besonderes äußerer Hemmungen gelingen lieft. Die Weihe wurde durch den hochverdienten Gemeindevorsteher, Herrn Rechtsanwalt Dr. Qoldberg geleitet; sie ging in Anwesenheit staatlicher, städtischer und kirchlicher Behörden sowie der jüdischen Gemeinden und Organisationen des Freistaates Sachsen und der Nachbargemeinden vor sich. Nach der Obergabe des Schlüssels durch den Architekten übernahm der Gemeindevorsteher die Synagoge und hegrüfite die Erschienenen. Die anwesenden Rabbiner und die Beamten der Gemeinde brachten alsdann die Thorarollen sur heiligen Lade, worauf der Seelsorger der Gemeinde, Prediger Heimann, in tief empfundenem Gebete das „Ewige Licht" w eihte und in großangelegter Rede die Weihe der Synagoge vollsog; die Rede gipfelte In dem Gebete, dafi <lie neue Gottesstätte die Gemeinde stärke im Glauben und in der jüdischen Tat. In einer Reihe von Ansprachen fanden dann die offlllellen GlttckwÜnSChe ihren Ausdruck, unter anderem sprachen R. A, Salinger für den sächsischen Gemeindeverband und die einseinen Gemeinden Im Freistaate Sachsen. Vertreter des bayrischen Gemeindeverbandes, der Vereinigung für das liberale Judentum, der Eugen Fuchs-Loge, des RJF., der evangelischen und der katholischen Kirche und namens der Vereinigung der Rabbiner im Freistaate Sachsen unser Rabbiner Dr. Goldmann. Die einseinen Teile der Feier wurden umrahmt durch vortreffliche Chöre des unter der Leitung des Landgerichtsrats Dr. Löwenthal neugebildeten gemischten Chores und ausgeselchneter Soli von Frau Marie Goldberg. Nach Schluß der Feier fand eine Besichtigung der Räume statt. Am Nachmittag vereinigte ein Festmahl die Ehrengäste und die Plauener Gemeinde im neuen Genieindesaale; auch hier wurden in sahireichen Reden Glückwünsche sunt Ausdrucke gebracht. Den Reigen dieser Festredner eröffnete unser Gemeindevorsteher Herr Carl Goldschmidt. der namens unserer Gemeinde der Plauener Gemeinde silbernen Thoraschmuck Uberreichte. Unsere Gemeinde >lü»cn die DürrenbergkeUnien wirklich eingeschränkt werden? In Zeiten wirtschaftlicher Not fehlt es den Kindern im Borgenerfüllten Elternhause nicht nur an der entsprechenden Verpflegung, sondern auch an dein Sonnenschein, den ein Kindergemül zum Gedeiben braucht. Darum ist gerade gegenwärtig eine Erholungsstätte für Kinder, in der sie wenigstens für 4 Soinmerwochen «las empfangen können, was sie zu ihrer Entwicklung so dringend brauchen, Luft. Pflege, Frohsinn, mehr als je eine Notwendigkeit. Aus dieser Erkenntnis heraus hat der Israelitische Wohltätigkeitsverein im vergangenen Jahre die Zahl seiner Kolonien auf •"> erweitert. Trotzdem das Kindererholungsheim in Dürrenberg auf diese Weise restlos für Erholungszwecke ausgewertet worden ist. mußten viele Kinder aus Platzmangel zurückgewiesen werden. Wie soll es nun erst in diesem Jahre werden'.' Die Zahl der Kinder, die eine Erholung brauchen, wächst beängstigend. Immer weniger Ellern. Ins weil in den Mittelstand hinein, sind in der Lage, ihrem Kinde aus eigener Kraft, eine Erholung zu schaffen. Leider wächst mit dieser Not die Unmöglichkeit zu helfen. Immer neue Schwierigkeiten legen sich in den Weg. Die Kurtaxe ist auf das Doppelte erhöht, die liäder auf das Dreifache. Im günstigsten Kalle können bei Anspannung aller Kräfte :i Kolonien aufrecht erhalten werden. Es gehl nun. au alle Leipziger Qemeindemitglieder die herzliche Hille: es möge jeder nach seinen Kräften dazu beitragen, dafi wenig stens diese :t Kolonien erhalten bleiben können. Dil- Zeiten sind hart und schwer, aber, wenn es sich um die KAKTEEN DIE 6ROSSE MODE verschönern Ihr Heim! Sämtliche Arien in jeder Preislage stets vorrätig Besondere Spezialität: BLÜHENDE ZI MM ER KAKTEEN Reichhaltiges Lager aller für die kinderleichte und hochinteressante kakteenauizucht im Zimmer geeignete Samcnsoiten. (Beutel mit Kulturanweisung jo und jo l'f.) Reich illustrierte Preisliste kostenlos, ausführliche, mit So Bildern versehene und als Nachschlagewerk unentbehrliche Kulturanweisung zum Preise von 75 Pf. J. CHANISCH, HOFLIEFERANT Grimmaische Str.21) /Sammelnummer701 56 / Petersstraße 44 I lau|)thahnhof West l'a|i;ik c i k,i kI ii s KOolgl Ii der NaC tiI