Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 13 (28.3.1930)
- Date
- 1930-03-28
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite i QEMEINDKBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer El r---> Leopold Lyssow Steckner-Passage / Tel. 29183 empfiehlt Schokoladen von Heller-Kohler Hamann-Lindt Rumpelmayer V.__) kbend im Hanne Halberttam. Hin' und Frau Dr. Hermann Halberstam hatten auf Sonnabend, den Miirz. Einladungen ergehen lassen, denen ein sozial interessierter Kreis, unt< r ihnen führende Mibjüeder der Qemeinde, gefolgt waren. Herr Dr. Halberstam begrüßte aufs herzlichste seine Gäste, unter ihnen besonders die Herren Dr. Hans Lubinsky und Dr. Mark Wischnitier aus Merlin, die hernach eingehend über das Unglück des Kownoer Kinderhauses berichteten. Herr Dr. Hans!. ii Ii i n s k y . einer der Initiatoren des Kow noer Kinderhauses, schilderte in erschütternder Weise die Entstehung, den Aufbau und die Entwicklung der Einrichtung. Das Haus nahm ursprünglich mehrere Hunderl herumirrende Pogromwaisen auf und hatte unendliche Mühe, die an den seelischen Erschütterungen krankenden Kinder wieder einer gesunden Entwicklung zuzuführen. Die ganz, beispiellos«' Not. die auch heute noch bei den litauischen .luden herrscht, führt jedoch dem Heime dauernd, fast möchte man sagen täglich, neue Schützlinge ins Haus, vielfach, was eben nur unter dieser nicht zu beschreibenden Lage der dort lebenden .luden verstanden werden kann. Kinder, die von ihren Müttern ausgesetzt sind. Die bisher gemachten Erfahrungen haben gezeigt, dafl es sich um äußerst wertvolles Menschenmaterial handelt, das durch die gesunde körperliche und geistige Entwicklung nützlichen Dornten zugeführt werden konnte. Dieses Haus ist einem Brande zum Opfer gefallen; unter groBenMühen sind die Kinder provisorisch anderweitig untergebracht. Geradezu ein Unglück Wäre es. wenn es nicht möglich sein sollte, das abgebrannte Haus w ieder aufzubauen. Dr. Lubinsky betoute nachdrücklich, dnl.t ihm die in Deutschland herrschende Notlage wohl bekannt sei. dafi alier auch die grttfite Not einer jüdischen Familie in Deutschland in keiner Weise vergleichbar sei mit der um ein N iel lachet schlimmeren Not in den litauischen ärmsten jüdischen Kreisen. Es sei deshalb, auch in unseren gegenwlrtig schlechten Verhältnissen, iinerläl.llicli. dal.l auch von hier aus auch jetzt in angemessener Weise eu dem Aufbau beigesteuert werde. Herr Dr. \birk Wischnitier unterstrich diese Ausführungen und wies im besonderen darauf bin dafi der Hilfsvrrein der Deutschen .luden, der ilie Förderung dieses Werkes lür Deutschland organisiert, mit den groben Wnhlfahrlsorganisationen Frankreichs. Englands und Amerikas zusammengeht. Schon Iiisher halle der Hilfsverein beachtliche Mittel für das Kownoer Kinderhaus zur Verfügung gestellt, wie es ja überhaupt seine vornehmste Aufgabe ist. überall da einzugreifen, wo bitten- Not unter den .luden, besonders in den Ländern des Ostens, besteht. Er würde et begrüß* D, wenn dieser Abend die Aufmerksamkeit auf die Arbeil des Hilfsvereins der Deutschen .luden hinlenke und ihm für das augenblicklich besonders betriebene Werk und für seine Bestrebungen im allgemeinen recht beachtliche Forderung zuführe. — Hervorgehoben seien noch die Ausführungen, die Herr Dr. Halberstam über die Aufgaben des Hilfsvereins der Deutseben .luden machte, und in denen er besonders dem Mißverständnis entgegentrat, als sei der Hilfsverein der Deutschen .luden ein Zusammenschlufi von .luden deutscher Staatsangehörigkeit Schon die Tendenz des Hilfsvereins Für die Feiertage neue Gardinen, Stores und Übergardinen vom Teppich-^ Schrödter, zeige, dal.l es sieb um einen Z u sa in m e n sohl u II aus all e u Kreisen der in I) 0 U t S C Ii I a n d I e b e n d e n .1 u d e n bandele, zumal ja die Arbeit fast ausschließlich .luden außerhalb Deutschlands SUgutekomme. - Die durch die gemachten Ausführungen aufgeworfenen Fragen wurden von den Erschienenen in den gastlichen Bäumen noch lange angeregt erörtert. Vortrug de> Herrn Dr. Alexander GoMstoia, Am 15. März, sprach in einein von der Zionistischen Ortsgruppe veranstalteten Vortragsabend Herr Dr. Goldstein (London) über das Thema: „Pallstinaaufbau und Weltjudenheit." Dieser Vortrag bat in seiner Schlichtheit, in jedem Verzicht auf glanzvolle Effekte, als einfache Anführung von Talsachen einen liefen Eindruck hinterlassen. Nicht nur auf die. die bisher weniger tun Pallstinaautbau interessiert waren, sondern auf alte Zionislen, denen sonst Vorträge nur wenig Neues zu bieten vermögen. Im l'laudertone schildert Dr. Gnldstein sein Zusammentreffen mit jenein Teil der Judenheit, der Palästina bereits vor der Zerstörung des ersten Tempels verlieb und andere Wege ging als der Großteil der Juden. Ueherreste Israels, die wir in Indien wiederfinden, assimiliert an dortige Verhältnisse, mit dein Schmu .lisrael als einzige hebräische Worte, die sie durch Jahrtausende, herüberretteten: und ob es sich um persische .luden, die, aus Meshet verlrieben, in Indien wohnen, handelt, ob es jene „schokoladebraunen" Nachkommen Israels sind, ob Herr Goldstein uns von den jüdischen Familien l'ennngs oder von den •luden in Uganda erzählt: überall waren diese Menschen begeistert und gerührt, als sie von dem Aufbau ihres Heimatlandes erfuhren. Man begreift die ungeheure Kraft, die der l'alästinagedanke in der Seele des jüdischen Volkes, umfassender gesagt im Am Israel besitzt. Welche Macht der l'alästinagedanke unseres Volkes auf NichtJuden bat. schildert uns Dr. Goldstein, da ihm die hohe Ehre zuteil wurde, bei seinem australischen Aufenthalt in der Kathedrale vor den Gläubigen über das ..Neue Palästina" zu sprechen. — Alles in allem: Ein Vortrag, der in seiner scharfen Tatzachenbeleuchtung und in seiner Konsequenzziehung eklatant die Wesentlichkeit und Dringlichkeit des Palistinaaufbaues vor Augen führte. L G. Parim-Feier im Misrarlii. Am Sonnlag. dem Iii. Adar. veranstaltete die M i s r n c b i - O r I s - gruppe eine Purimfeier im internen MitgUederkreise. Schon beim Eintritt in den .lugendheiiusnal verrieten die reichlich gedeckton Tische den Charakter des Tages und haben jedem Besucher die augenehme Möglichkeit gegeben, das Purimgebol S—.CS 'S'iar S-K zu erfüllen. Der Vorsitzende .). 15. Sachs begrüßte die Anwesenden, die in großer Anzahl erschienen waren, und erklärte in einer längeren nmJT'TSi-Ansprache die Bedeutung von d*HB im Lichte des i'.&r Die Zeire-Misrachisten sorgten ihrerseits durch ein reichliches Programm tynagogaler Gesänge. Jüdischer Volkslieder, zionistischer Melodien und last nnl leasl durch ein Geigen- und Klavierkonzerl, Flir Pessadt msb Konditoreiwaren wie auch Torfen m^ßjy crs,klass'8er Ausfuhrung hergestellt unter Aufsicht des Leipziger Rabbinats. Beachten Sie bitte nächste Woche das aus- * ~ führlichc Inserat. Um eine pünktliche Bedienung zu gewährleisten, bitte ich um rechtzeitige Aufgabe der Bestellungen. D trtimfifllfr "•r.r.-.s, Esar-"*-" ff 1 Tfifüt vF^*llIiVtltll\»l Geschäft: Ranstädter Steinweg 45 ■ fc«F J W