Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 10 (7.3.1930)
- Date
- 1930-03-07
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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7. Märe 1980 GEMEINDKHLATT DKli ISRAELITISCHEN l{ K1.1 (i 1 <>.\S(i EM KINDE 7.1! LEIPZIG Seit.' :t gezeichnete. Je nach den Eingingen an Spenden werden auch Freistellen gewährt. Für N'eubohrung der eig<.....u Solquelle und Anschaffung einer neuen Dampfkesselanlage bewilligte der Verwaltungsrai in seiner Sitsung am (l. Februar den Heirat; von 10000 Mark, der durch Sammlungen aufzubringen sein wird. Das Kurhospital will seine segensreiche Tätigkeil auch im nächsten Sommer wiederum in 5 Kurperloden von je 28 Tagen aulnehmen. Gesuche um Auf n a Ii m e sin d in n glichst I r ii b I e 11 i g d i r e k I n a c Ii Kollier g I U r ich) c n. Unsere Gemeinde Warnaig. An den leisten Tagen soll hier ein Mann für Pogromopler in Palästina gesammelt haben. Die zionistische Ortsgruppe, ebenso wie der Keren Kajeineth uml der Keren Hajeßod, legen Wert daraul, festzustellen, daß der Mann, der behauptet, Empfehlungen von der Zionistischen Vereinigung zur Sammlung su besitsen, von ihr nicht beauftrag! worden ist und auch keine Empfehlungen von ihr erhalten hat. Israelitischer Fraaenrerein. Nur einmal im Jahre, anläßlich seiner II a u |> I v e r sam m Iung, tritl der Israelitische Frauenverein vor eine größere Öffentlichkeit. Daher kommt es. daß es Leipziger Krauen gibt, die nur wenig über die Tendensen des Israelitischen Frauenvereins unterrichtet sind. Der Israelitische Frauenverein ist der älteste Frauenverein Leip zigs. Er ist der jüngeren Generation unserer Gemeinde weniger bekannt, weil er seinen Satzungen entsprechend in aller stille wirkt. Ks soll daher heute Einiges zur allgemeinen Kenntnis gesagt werden. Die Aufgabe des Frauenvereins besteht darin, armen, kranken Krauen und Mädchen Unterstützungen zu gewähren, zu ihrer Kräftigung und Pflege beizutragen, Medikamente und Bäder zu verschallen. Mit den Erfordernissen der Zeit mitgehend, hat er in den letzten Jahren auch Mittel zur Berufsausbildung junger Mädchen gewährt und so wirkliche produktive Hilfe geleistet. Vielen Tausenden hat der Verein in den 77 Jahren seines Bestehens wohltuende Linderung ihrer Leiden verschafft, oder ihnen die Möglichkeil zu eigener Erwerbstätigkeil gegeben. In der heutigen schweren Zeit sind die Anforderungen, die an den Israelitischen Frauenverein gestellt werden, außerordentlich gewachsen, und es isi eine drin g e n il i' X o t w endigkeit, daß alle jüdischen Krauen durch persönliche Mitarbeit, durch Werbung neuer Mitglieder oder durch Zuwendung von Mitteln an den Bestrebungen iles Vereins mitwirken, nur dann kann er auch fernerhin seine seyensreiche Tätigkeil in bisheriger Weise entfalten. Iis sei hier zugleich darauf hingewiesen, daß die Haupt v e r sa m in I u n g des I s r a e Müschen K ra u e n v e r eins a m M i 11 w oc h . dem 12. März 1980, um Ki.:to Uhr in den Logenräumen, Arndtstr. I. stattfindet. Anschließend geselliges Beisammensein mit musikalischen Vorträgen aus den Kreisen der Mitglieder. Mitglieder uml Gäste sind freundlichst geladen. Misses die DMireabergkslsaiesj wirklich eiagesehriakl werden? In Zeiten wirtschaftlicher Not fehlt es den Kindern im sorgenerfüllten Elternhause nicht nur an der entsprechenden Verpflegung, sondern auch an dem Sonnenschein, den ein KindergemOl zum Gedeihen braucht. Darum ist gerade gegenwärtig eine Erholungsstätte für K Inder, in der sie wenigstens für I Sommerwochen das empfangen können, was sie zu ihrer Entwicklung so dringend brauchen, Luft, Pflege, Frohsinn, mehr als je eine Notwendigkeit. Aus dieser Erkenntnis heraus hat der israelitische Wohltätigkeitsverein im vergangenen Jahre die Zahl seiner Kolonien auf •"> erweitert. Trotzdem das Kindererholungshelm in DOrrenberg auf diese Weise restlos für Erholungsswecke ausgewertet worden ist. mußten viele Kinder aus Platzmangel zurückgewiesen werden. Wie soll es nun erst in diesem Jahre werden'.' Die Zahl der Kinder, die eine Erholung brauchen, wächst beängstigend. Immer weniger Eltern, bis weil in den Mittelstand hinein, sind in der Lage, ihrem Kinde aus eigener Kraft, eine Erholung zu schaffen. Leider wächst mit dieser Nol die Unmöglichkeil zu hellen. Immer neue Schwierigkeiten legen sich in den Wey. Die Kurtaxe ist auf das Doppelle erhöht, die Bäder auf das Dreifache. Im günstigsten Falle können hei Anspannung aller Kräfte '< Kolonien aufrecht er hallen werden. Ks gehl nun an alle Leipziger Gemeindemitglieder die herzliche lütte: es möge jeder nach seinen Kräften dazu beitragen, daß wenigstens diese :; Kolonien erhallen bleiben können. Die Zeiten sind hart und schwer, aber, wenn es sich um die Gesundheil von Kindern handelt, wird jedes Herz mitfühlend. So wird es möglich, unmöglich Scheinendes möglich zu machen. Gefällige Spenden sind an Herrn Marlin Marcus. Asteretr. I. zu richten. Anmeldungen für Diirrenberg, A.......Idungen von Kindern für DOrrenberg werden am 17.. 24. und 81, März vomiitagi Uni 10 12 Uhr im Gemeindeami entgegen genominen. Purimlesl de« »Esra", Leipzig. Wie bereits in der letzten Nummer des Gemeindeblatte« unter „Vereinsnachrichten" bekannt gegeben, Andel n"ya am p'x'Dden 1."). März im großen Saale de« „Volkswohl", Löhrstr. 7. pünktlich 8,80 Uhr das Purimfesl des Leipziger Esra statt. Da die Feste des Esra sich bisher siets allge.....iner Beliebtheil erfreuten, bo kann mit Rechl angenommen wei.ieii. daß auch dieses Fesl sich würdig der Reihe der bisherigen Veranstaltungen anschließen wird. Wie allgemein erii......lieh, unterhielt der Esra im vergangeneu Sommer ein Erholungsheim, in welchem etwa 60 Kinder während der Ferien Krüftiguiic und Krholung fanden. Auch in diesem Jahre wird der Leipziger Esra mit dem herannahenden Sommer ein Heim er öffnen, doch sind die Millel hierfür eist teilweise aufgebracht. Der Reingewinn des Purimfestes wird ausschließlich der Kasse des Landheimes zugute kommen. In Anbetracht dessen, daß für das Fesl eine Reihe Überraschungen geplant Bind, daß ein reichhaltiges Hüffen vorgesehen i-t und letzten Endes, daß es sich um einen so Uberaus eharitativen Zweck handelt, ist dem Feste ein vollei Erfolg zu wünschen. Kranz Rsseatweigfeler. Das vor wenigen Monaten erfolgte Hinscheiden des großen, jüdi sehen Philosophen Kranz Rosenzweig hat wieder alle Gedanken auf diesen bedeutenden Mitarbeiter an Martin Bubers eigenartige! Bibelübersetzung gelenkt. Viele kennen seitdem das Märtyrerluni Kranz Rosenzweigs, aber wenige kennen den Gedankeniuhall se ■ Werke. Darum ist es ein verdienstvolles Werk des „Jüdischen Jugendbundes", durch einen Vortrag, den am l!i. März 20,30 I hr im Hotel Häufte Herr Rabbiner Dr. Alberl Wut f. Dresden halten wird, weitere Kreise mit den Gedanken Kranz Rosenzweigs vertraut zu machen. Hilfsaktion Mir da- Kowaser Kiaderhaas. Im Anschluß an den in voriger Kummer zugunsten des Kownoer Kiuderhauses veröffentlichte« Aufruf des Hilfsvereins der Deutschen .luden erfahren wir noch folgende Einzelheiten: In der Nacht zum 28, Januar hrach in dem Kovi noer Jüdischen Kinderhaus, der über die nreuzen Litauens hinaus in der gesamten jüdischen Welt populären Waisenerziebungsinstitution, ein B r a n d aus. di r das Gebäude zu eine in g r o i> e n T e i I vernichtete. Ein Kind fand dabei den 'Ind. zwei erhielten schwere Brandwunden, so daß hei ihnen Lebensgefahr besteht. Die übrigen Kinder konnten alle, ohne daß sie au ihrer Gesundheit Schaden genommen hätten, gerettet werden. Die obdachlos gewordenen Kinder wurden vorübergehend an verschiedenen stellen untergebracht. Der entstandene Sachschaden ist groß. Die Verwaltung des Kinderhauses wandte sich an ausländische Institutionen, die das (im Verband der jüdischen Jucendvercinc Deutschlands) Franz Roieniweig-f eier Vortrag: Rabbiner Dr. Albert Wolf, Dresden — Rezitation: Herr Isidor Fink, Leipzig Am 19. März 20JD Ul»r Im Hotel Hauffe, RoOplali 8