Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 5 (31.1.1930)
- Date
- 1930-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite »t QEMjBINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer ß Meine Praxisräumc befinden sich jetzt BOSCSift & (Darmstädter Nationalbank) Dr. med. A. Adler Facharzt für Innere Krankhelten ^_ 9. Januar 1980 Nathan Süßkind und Golda geb, Schurtermann, Ritteritrafle l">. einen Sohn «Sarai". 10, Januar 11>:m» Jakob Hirsch Gewürti und Sara geb. Millet, Eberhardatrafie 11, einen Sohn. 18. Januar 1980 Peiaah Kersch Beri und Debora geb. Schaechter, Leaaingatrafie 21, einen Sohn „David". Neue Bücher Dir Lehren des Jidentumi nach den Qaellei. Herauagegeben vom Verband der Deutschen .luden. Fünfter Teil (bearbeite! von Dr. F. Bamberger): Judentum und Umwelt Mit Beiträgen von Dr. L. Baeek, Dr. F. Bamberger, Dr. M. Dienemann, Prof. Dr. i. Elbogen, Dr. F.. Qlrtner, Prof. Dr. J. Quttmann, Dr. M. Höhtman. Dr. J. Lewkowitz, F. Makower, Dr. S. Pirk. Dr. IL Speyer. Dr. M. Wiener. Leipiig V.r2~. (Verlag Gustav Engel.) Bin hochbedeutsames Werk ist mit diesem fünften Teil der „Lehren de« Judentums" abgeschlossen. Die lange Zeit angewandte Methode, Uber '1ms Judentum tu sprechen, ersetsl es durch die andere, „die Lehre des Judentums in ihren Grundsätzen und in ihrer mannigfaltigen Anwendung im Lehen ... in ihrer eigenen Bprsche" reden su lassen. Das Judentum kommt in seinem dogmatischen und ethischen Gehalt zur Darstellung, dergestalt, daO die einzelnen Abschnitte In Sätzen und Aussprüchen der jüdischen Quellen selbst tum Leser sprechen; nur In knappen Einleitungen werden Zusammenfassungen der Grundgedanken gegeben und Jedem Teile auch erläuternde Aussprüche aus dem nichtjüdischen Schrifttum hinzugefügt. Die ..Crundlagcn der jüdischen Ethik", die ..Soziale Ethik im Judentum", die „Sittlichen Pflichten des Einseinen und der Gemeinschaft", die „Lehre von Gott" waren in den ersten viei- Teilen in <|eii Jahren IMS- -l'.'2-t behandelt, l'nd nun sehli« Ut der Hand, in dem „Judentum und Umwelt" vor uns aufgezeigt werden. dasGanae ab. Niehl ganz wie bei dem vorangegangenen konnte in diesem Teile der Grundsata durchgeführt, die Quellen selber au geben: hei manchen Gegenständen hUtte die wortliehe Wiedergahe aller Belege einen gar zu großen Umfang angenommen. Aber würdig reiht er sieh seinen Vorgingern an. In vier Kapiteln führt er die gerade heule für die Auseinandersetsung mit der Umwelt so wichtigen Probleme durch: Abwehr fremder Anschauungen", „Abweichungen der christlichen Religionen Vinn Judentum in den Crundgedanken". ...Miweichungen der christlichen Religionen vom Judentum in den Erscheinungsformen" und als letztes: »Einfluß des Judentumi auf die Weltkultur." Bchon die Zusammenstellung der Themen für die einseinen Kapitel |IBt erkennen. welch Ungewöhnlich wichtiges Material hier vereinigt ist. Seitdem das Werk auch Hu8erlieh ein so.atattliches Gewand erhalten hat. sollte es in keinem Jüdischen Hause fehlen, in dem man ernsthaft nach Kenntnis und Erkenntnis des Judentums stiel.t. Insbesondere dieser letzte Band isi all Geschenk für die nachdenkliche .lugen,I aufs wärmst,, zu empfehlen, v— n. 10 d m o u ,1 Fiel;. Mose«. Uebertragung von Alexander BenaJon. Mönchen 19m (IL Piper & Co.». ..Di,- religiöse, lehrhafte, dichterische und satirische Kxegese unserer Rabbiner, mit ihren Symhiden und Anachronismen, hat uns den Propheten von Jahrhunderl zu Jahrhundert QÄhergebracht." Diese in di Idlsehen Ueberlieferung lebendige Gestalt Moses betrachtet der französische Bchriftsteller und stellt sie ganz bewufil in Gegensatz zu!. n lur Erfolglosigkeit verurteilten Versuchen, das wirkliche Lehen Moses mittels der Wissenschaft kennensulernen. Indem ET leg auf eine wirklichkeitsgetreue Zeichnung des Hildes unseres großen Lehrers verzichtet, vermag er um so reichere Züge an d <• ui Hilde y-.scs aufzuzeigen, wie es ih r religiös« sinn der Meister des Judentums empfunden hat. Dichterisch gestsltet er weiter, gibt das Hihi, wie es sich ihm heute darbietet; er scheut nicht davor zurück, zelber hinzuzudichten. Aber man nral gestehen, Plag hat *i<h so ganz in den (;,-isi dieser sagenhaften Anschauungsweise eingelebt dsß ihm «li.-ses Fortapmnea an dem alten LegendengeWeIk■ ilurehaus gelingt. I>.-is g;inze gewinnt in seiner archaisierenden Komi etwas ungemein Kesselndes: Mose wird hier ganz der geniale Führer, dei Befreier seines Volkes aus luflerer Not und sus innerer Enge Der gleiche Versuch, den biblischen Mose, DER ANKER ALLGEMEINE VERSICtlERIINGS - AKTIEN - OESELLSCIIAET MrfxMtl gegründet 1898 Generalvertretung J. Sprechmann Leipzig C1, Yorkstraße 9, Telephon 28693 1858 und gerade Ihn, dein heutigen Menschen nahezuhringeii, ist wiederholt unternommen wurden. Aber nie ist ein so einheitliches, geschlossenes Bild entstanden wie hier. Kdmond Heg hat bekanntlich eine eigen artige Entwicklung zum Judentum hin erleid: es hat aus einer starken Entfremdung der Y&terrellgfon gegenüber sein Judentum neu entdeckt und leid es nun in ganzer Intensität (davon sprich! er in seiner Schrift: Warum Ich .lüde bin); Auswirkung dieser neugewonnenen Innigkeit des Glaubon« ist dieses Moseswerk. Viele sollten es lesen, um aus ihm diese innige Liebe zur hehren Gestalt Moses und seinem Werke zu verspüren und dein Verlasser auf seinem Wege zu folgen. (i. ('. Max Weinberg, Ewige Weisheit. Aus dein Spruehborn der Weisen. Spruchpoesie des Talmud und der rabblnischen Literatur nehst Fabeln, Parabeln und Sagen, poetisch übertragen, ö- Autlage. Herlin 1029. (Verla« Otto Hendel.) Dieses seit längerer Zeit vergriffen gewesene Werk, das seinerzeit mit dein Schillerpreis ausgezeichnet wurde, hat seine ursprüngliche Kraft nicht eingehüllt. Mit gutem Geschick hat der Ueberaetaer viele Hunderte von Sprüchen aus dem Talmud ausgewählt, in denen sich die auf ,1er jüdischen Lebenaanschauung begründete Weisheit der grollen religiösen Führer wie die im Volke verwurzelte Lebenserfahrung spiegelt. Um ihnen prägnante und dadurch einprägsame Form zu gehen, hat er sie zu poetischen Merksätzen gestaltet, meist eng an den Urtext gehalten. Einfach und natürlich, oft mit liebelnder, oft mit wehmütiger Miene sprechen in ihnen ilie alten großen Meister Altes und Neues, immer aber Beachtenswertes. Unserer .lugend vermitteln sie Wahrheiten, die ihnen den Weg zu reifer Erkenntnis sittlicher LeDensforderungen erleuchten. Den Erwachsenen gehen sie Merksprilche an ilie Hand, die sie zur Richtschnur für die Führung ihrer Kinder machen sollten. Die ausgezeichnete Ausstattung macht dieses Buch au einer Zierde für jede Bücherei. Wir sind überzeugt: es wird als beliebtes Geschenk seinen anregenden Einfluß auch weiterhin ausüben. Im. I). Paul Fleb ig (Prlvatdosent für neuteatamentliehe Wissenschaft uu der Universität Leipiig). Der Talmud, seine Entstehung, sein Wesen, sein Inhalt. Unter besonderer Berücksichtigung seiner Bedeutung für die neutestamentliche Wissenschaft. Leipzig 10'Jt) (Verlag Eduard Pfeiffer). Der nach dem Bracheinen des vorliegenden Werkes zum auUcr ordentlichen Professor der hiesigen l'niversität beförderte geistliche Verfasser besitzt alle Voraussetzungen, die seine Einführung in den Talmud auch von jüdischer Seite begrüßen lassen. Vertrautheit mit dem ra hhin i sehen Schrifttum beweisen auch schon seine früheren einschlägigen Arbeiten. Mit ihr verbindet er nber aufrechten Gerechtigkeitssinn, der gerade gegenüber einem so oft angefeindeten Quellen- Werke um so mehr nottut, als es nur nach ernsthafter Vertiefung in seine Lehrmethode zugänglich wird. Dazu tritt dann noch die besondere Fähigkeit, den Gegenstand bei allem wissenschaftlichen Kruste so verständlich darzustellen, daß auch weitere Kreise das Buch erst wieder fortlegen. Wenn sie es Iiis zur letzten Seite gelesen haben. Seine Einführung in den Talmud hat ihre besonder! Bedeutung durch die Betonung der Wichtigkeil seiner Kenntnis für das Verständnis des Neuen Testamentes: allzulange hat man in den Kreisen der christlichen Theologie vom Talmud keine Notiz genommen. Kiehig deckt immer wieder Parallelen auf, die zeigen, wie UMrltBUch für die Deutung des NT. die Kenntnis des Talmud ist. l'nd da die Darstellung frei ist von jenen geringschätzigen Urteilen, mit denen man oft genug dieses reiche Schrifttum in Grand und Hoden verdammte, wird sie zu seiner gerechten Wertung viel beitragen, indem sii> zu einem intensiven Studium anregt. Kine Verbreitung des Buches auch in den jüdischen Kreisen, denen der Talmud fremd geblieben ist, würde auch hier viel Nutzen bringen. Besonders die zahlreichen Proben gehen ein treffendes Hihi von der Vielseitigkeit dieser so ungemein wichtigen Quelle für die Kenntnis des Judentums. _gj,_ Dr. Max Kreuzberger. Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik. Ein Führer durch die wichtigsten deutschen Gesetze zum Handgebrauch für die jüdische Wohlfahrtspflege. (Schrillen der Zentralwolilfahrts stelle der deutschen Juden Nr. III) Die soeben von der Zcnt riilwohlfahrlsstelle der deutschen .luden herausgegebene Schrift will einem in der jüdischen Wiihlfahrtspflcgc stark empfundenen Mangel abhelfen, indem sie die wichtigsten deutschen (iesetze der Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik Systems tisch für die Handhabung und Anwendung in der jüdischen Wohlfahrtspflege darstellt. Von besonderer Bedeutung ist ein dem Kührer beigegebener Anhang, der an II und praktischer Beispiele Fingerzeige für die Anwendung bestimmter Qesstaesiursüirlfteu bei Bonderfrsgen der jüdischen Wohlfahrtspflege giht. Die jüdische Wohlfahrtspflege wird sich in mich erhöhtem Malle innerhalb der öffentlichen und freien Wohl tahrtspflege bewähren können, wenn sie, mehr noch als bisher, die Methoden um) Mittel zur Erfüllung ihrer Bonderaufgaben vollständig beherrscht. Hierzu will die neue Schrift als praktisches Werkzeug beitragen. (Der Preis des Huelies heträgt 2.- M.. bei Hezug von 1(1 Stück 1.R0 M., hei Hezug von 50 Stück und mehr ICH M. Bestellungen nimmt die Eentrsl wohlfahrtssteile der deutschen Juden, Berlin-Ghsrtotienburg 2, Kuntstraße IM, entgegen.)