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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-12-11 · 51 (11.12.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
51 (11.12.1926)
Date
1926-12-11
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang f) Montag, den 27. Dez., vorm. 830 Uhr: Herr Dr. med. Abr. Adler-Leipzig: Pathologisch psychologische Betrachtungen über die Gefahren des Fastens bei Krankheiten. g) 27. Dez., vorm. 1030 Uhr: Herr Prof. an der technischen Hochsduilc Dr. Samson Breuer-Karlsruhe: Das mathematisch physikalische Weltbild der Gegenwart. Ii) 27. Dez., nachm. 3 Uhr: Herr Dozent Dr. Samuel Grimberg-Berlin : Nordlranzösische Klassiker der Bibelexegese. i) 27. Dez., abends 730 Uhr: Herr Rabbiner Dr. E. Münk- Berlin : Beitrage zur wissenschaftlichen Apologetik des Judentums. k) Dienstag, den 28. Dez.: ab vorm. 9 Uhr: Geschäftlicher Bundestag. Sämtliche Veranstaltungen (außer a) linden im Kaufmännischen Vereinshaus, Schulstraße 5, statt. Die unter a) und b) genannten Veranstaltungen sind jedermann zugänglich; für den Festabend ergehen persönliche Umladungen; die Teilnahme an den einzehen Referaten steht Interessenten offen, es wird jedoch gebeten, sich vorher schriftlich oder mündlich bei Herrn Dr. med. 0. Dzialowski, Promenaderstraße 13 (Tel. 12*319) anzumelden. Der geschäftliche Bundestag ist eine nichtöffentliche geschlossene Sitzung. Alle Auskünfte erteilt gern Herr Dr. Hallemann, Gottschedstraße 1 HI Die Leipziger jüdische Öffentlichkeit wird ebenso dringend wie herzlich gebeten, durch pünktliches und zahlreiches Erscheinen: insbesondere zur Eröffnungsfeier, ihr gen. Interesse an dieser Tagung zu bekunden und damit zur Erhöhung und Befestigung des Ansehens unserer Gemeinde beizutragen. Neue Bücher I Zheodor Hessing, Meine Tiere Berlin 1920. (Oesterheld & Co.). Ein ergötzliches Büchlein, in dem der bekannte Philosoph in einer Reiln' gemütvoller, geistreicher Skizzen einen tiefen Blick in die geistig seelische Werkstatt eines, im wahrsten Sinne des Wortes. ,.Weitweisen" werfen läßt. Theodor Lessing ist durch die heftigen Kämpfe, in die ihn die völkische Studenten* schalt Ilannovers gezerrl hat, besonders als Jude interessant geworden. Was wir hier an ihm bemerken, ist gerade für die Beurteilung jüdische;! Empfindens beachtenswert. Diese Skizzen plaudern in reizvoller Art von Tieren. Der erste Eindruck beim Lesen ist ein warmes .Mitleben. Das Leben der Tiere ist so innig beobachtet. Einzelheiten und Kleinigkeiten sind so herzlich festgehalten, daß man diese Wesen liebgewinnen muß. Aber d..i;ii empfindet man, daß die filmartig vorüberziehenden Bilder geradezu Gleichnisse für menschliches Leben werden, und gerät in bewunderndes Staunen, was für tiefe Wahrheiten des Menschendaseins dieser Denker in dem Leben und dem Charakter der Tiere wiederfindet Und man ist dann garnicht mehr verwundert, wenn sich herausstellt, daß diese unterhaltsamen, anmutigen, meist mit geistvollen Bemerkungen gewürzten Zeichnungen einer philosophischen Erkenntnis dienen sollen: „Ich betrachte, um zur Menschenkenntnis Ul gelangen, die Seelen der Tiere . . ." Lessing wendet »ich den Tieren zu, weil er dem „Untergang der Erde am Geist" (so nennt er sein I lauptwerk) entgegenarbeiten will. Der Kulturmensch hat die Erdnähe verloren. Er sollte wieder zum Urquell der Natur zurückkehren. Tie rieben — das isi Lehen. Der Kulturmensch mag von ihm so manches lür die eigene Lebensgestaltung entnehmen. So lehrt ein Mann, der sich stolz zu jüdischem Geiste bekennt! Wie oft hört man, daß dem Juden die innere Beziehung zur Natur fremd sei. Und hier hören wir von einem Juden, der sich mit Tierwesen aller Art umgibt, sie pflegt und liebt und ihnen mit tiefstem Verstehen begegnet; der eine Kastanie in die Erde steckt und ihre Entwicklung aufmerksam begleitet; der für zwei angeschossene Vögelein empfindet, wie ein Mensch für seine liebsten Angehörigen sorgt und leidet. — Wer so naturnah denkt und fühlt, der beweist, daß innere Beziehung zur Natur keineswegs dem jüdischen Fühlen Iremd ist. — Wir wollten zeigen, daß das Büchlein aus mannigfachen Gründen eine große Leserschaft verdient. 'Es ist plaudernd und dabei tief; anziehend und ernst: aus dem Leben geschöpft und zu schönerem Leben aufrufend. G. C. posener fieimatsbläiter. Organ des Verbandes Posener Heiinatsvereine. Berlin. (Schriftleitung: Generalsekretär Becker, Berlin W 30, Gossenstr. 2.) Wenn auch von judenfeindlicher Seite die Heimatsliebe der Juden immer geleugnet wird, können Zweifel über sie nicht mehr bestehen. Beweis zur Genüge ist die Tatsache, daß Juden, wohin sie auch das Schicksal aus der Heimat verschlug, den Zusammenhang mit der Heimat pflegen. Die Tausende von Juden, die durch die Abtrennung der Provinz Posen gezwungen waren, nach den übrigen Teilen Deutschlands zu wandern, haben sich in Heimatsvereinigungen zusammengeschlossen, gegliedert nach den Heimats orten, und als Spitze den Vorband der Posener Heiinatsvereine gebildet. Den Hauptaufgaben des Verbandes, gesellschaftliches und ökonomisches Zusammenhalten der ehemaligen Posener Landsleute zu fördern, sollen die seit Oktober erscheinenden „Posener Heimatsblätter" dienen. Politisch und re'igiös völlig neutral, wechseln wissenschaftliche uud belletristische Aufsätze bekannter Landsleute mit Nachrichten aus der alten Heimat; juristische und volkswirtschafiliche Erörterungen, erläuternde Wiedergaben wichtiger Gesetze, Verordnungen und Entscheidungen, die für die Rechtsbeziehungen der ehemaligen Posener zur alten und zur neuen Heimat wichtig sind, i sind dazu bestimmt, den ehemaligen Posenem bei der Regelung der durch ihre Abwanderung entstandenen rechtlichen Angelegenheiten Hinweise zu geben; Ankündigungen über die Veranstaltungen des Verbandes und seiner angeschlossenen Vereine sollen die freundschaftlichen Beziehungen festigen. — Da auch in unserer Qemeinde zahlreiche Posener j leben, dürfte dieses neue Organ auch hier freudige Aufnahme finden. Während unseres j Weihnachts-Verkaufes \ große Preisnachlässe | auf alle Waren Besichtigen 5ie unsre Schaufenster | Günstigste Kaufgelegenheit I | Paradiesbettenfabrik | M. Steiner & Sohn A.-G. I Rathausring 13 I Viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiii......niiiiiiiiiiiiiii^

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