Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 48 (26.11.1926)
- Date
- 1926-11-26
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT PER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang in Plauen einzog. Auf Grund äußerst reichen Tatsachenmaterials schilderte Herr Dr. Goldberg die katastrophale Auswirkung der völkischen Hetze, die besonders in Plauen in Form von Überfällen, Tätlichkeiten und Mißhandlungen an jüdischen Gemeindemit»liedern festgestellt werden mußten, und die einen wirtschaftlichen Boykott sämtlicher jüdischen Geschäftshäuser mit sich brachte. Trotz der seitens der Leitung des C. V. bei den zuständigen Behörden in Plauen wiederholt vorgebrachten Bitte und Mahnung wurde jedoch yegen die Völkischen nichts unternommen, bis nach einigen unglaublichen Überfällen, die am hellen lichten Tage auf den belebtesten Straßen dieser Stadt stattfanden, der Centraiverein durch einen Artikel des Herrn Dr. Goldberg in der C.-V.-Zeitung die Flucht in die Öffentlichkeit unternahm. Dies hatte zur Folge, daß die Leiter der wirtschaftlichen Verbände durch diese Veröffentlichung eine Schädigung der wirtschaftlichen Lage der Piauener Industrie befürchteten. Auf Veranlassung des C.-V. fand mit den Führern der Industrie und der wirtschaftlichen Spitzenverbände in Gegenwart des Oberbürgermeisters und der Polizeidirektion eine Besprechung statt, in der sich alle Beteiligten verpflichteten, den antisemitischen Ausschreitunsen entgegenzutreten. Daraufhin ist in den letzten Wochen eine bemerkbare Beruhigung eingetreten. Ks ist äußerst bedauerlich, daß dies erst jetzt gestehen ist, nachdem mehr als 50 Uberfälle und teilweise schwere Mißhandlungen jüdischer Gemeindemitglieder erfolgt waren. Es ist eine bemerkenswerte Titsache, daß es der außerordentlich rührigen Arbeit der Ortsgruppenleitung des Centraivereins in Plauen gelungen ist, auf diese Weise die furchtbaren Auswüchse völkischer Hetze abzustellen. Der Referent machte jedoch darauf aufmerksam, daß mit dieser äußerlichen Beruhiguni,' selbstverständlich der Antisemitismus für das Vogtland nicht erledigt sei. Lin Mann wie Hitler, der durch seine Demagogie und eine suggestiv wirkende Rednergabe die Massen einfände, lasse sich durch derarlit;e Schwierigkeiten nicht einschlich! rn. Der Redner gab vielmehr der Befürchtung Ausdruck, daß jetzt die Arbeit der Völkischen in Form eines trockenen Antisemitismus, also des wirtschaftlichen Boykotts, einsetzen würde. Dieser wirke sich bereits aus. besonders Von | 6 Mark an erhalten Sie I Dutzend künstlerisch ausgeführte Postkarte n im bekannten Atelier I M. Herzfeld | Thomasjrasse 4 (Fahrstuhl) auf dem flachen Lande und in den kleinen Ortschaften. So kann man feststellen, daß z. B. in Annaberg und in der Umgebung von Chemnitz in den kleinen Orten teilweise eine Verzehnfachung der Stimmen der Nationalsozialisten bei den Wahlen eingetreten ist. Es ist daher die Aufgabe der sächsischen Ortsgruppen des Centraivereins, gegen diesen Antisemitismus zu arbeiten, damit er nicht weitere Kreise erfaßt. Die sehr gut besuchte Versammlung wurde von dem Vorsitzenden der Leipziger Ortsgruppe. Herrn Julius Krause, geleitet, welcher dem Referenten nach Beendigung seiner Ausführungen, die mit starkem Beifall aufgenommen wurden, herzlichst dankte. Er apellierte an die Versammlungsteilnehmer und forderte sie auf, in geschlossenen Reihen an dieser großen Aufgabe mitzuarbeiten. Habima-Gastspiel Bilder von einer machtvollen Komposition, Bewegung voll ursprünglicher Kraft, lebendiges Erleben, wahre Schauspielkunst boten die Vorstellungen der I labima, Darstellung kunst konnte hier ihre Triumphe ganz feiern, weil die Dichtung, das Wort, zurücktreten muß, solange eine Mehrheit der Zuschauergemeinde vorwiegend sieht, weil sie die Sprache, in der gesprochen wird, dürftig oder garnicht versteht; allerdings nur vorwiegend sieht, aber gewiß auch hört. Auca das nicht verstandene Hebräisch klingt edel und wohllautend; und die nicht verstandenen Worte erschließen ihren Sinn durch die Bewegungen des Gesichts und des Körpers. Und deshalb doch wieder: das Sehen Uberwiegt und verrät dadurch die Tiefe der Darstellungskunst. Von diesen Künstlern geht eine Gewalt aus, die fortreißt. Denn sie leben, was sie spielen. Was da vorne geschieht, hört auf, Spiel zu sein; man wundert sich über sich selbst, daß .man nicht hingeht und mittut. — Woher Gameten) f2ixlUcLn.ien,r^erlen vbn^soUdem TOeft // t % < Lms in allen_ß(pislaqen A X feusd vorm. X. Holtbuefi Hachf. -----Gegründet 7Ö79---' T'e/erss^osse 7 nur qeqenübet Slecr\nei<-!Possaqo rilllllllll üaaaenanconnaaaaaoo□□□□□aannano aaaaDD dnonnauonnnn□□□□□d□□□□□□□□□□□□c c c B P c D C D P D DJ aDnnnaaaDDDDDDnDDDDDQDDDflOnDDDDDDDnDODODDOaDDDDDDDDDDDDQDDODDDDDDDO Die Ju«endabteilung d. S. B. K. veranstaltet am Montag, 29.11.26. ab." .,8 im Theatersaal des Kristallpalastes eine c iiam uA-i i:ii;u Theateraufführun«, Vorträge, Tombola etc. Nach den Vorführungen BALL. Kapelle Meyerstein. Eintritt Mk. 1.— incl Tanz Sportklub Bar KochDa LEIPZIG e. V. Mitglied des V. M. B. V.