Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 47 (19.11.1926)
- Date
- 1926-11-19
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ffr. 47 GFMEINPEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZfG Seite 5 iue Bücher 2>r. Jsmar freund, Die Redxtstellung der Synagogengemeinden in Preußen und die Reichsverfassung. Ein Beitrag zur Revision der bisherigen Gesetzgebung. Berlin 1926 (Philo Verlag). Seit Jahren wird in Preußen die Forderung nach Änderung der dort bestehenden, auf dem |udengesetz von 1847 basierenden Ordnung der jüdischen Gemeindeverhällnisse erhoben. Den wesentlichsten Anlaß zu solchem Verlangen gab die im Gesetz gelegene Unmöglichkeit eines öflentlidi rechtlichen Zusammenschlusses der Gemeinden. Ihn hat die Reichsverfassung beseitigt, die in § 137 die Schafiung solcher Verbände vorsieht. Andere Mängel des alten preußischen Judengesetzes bestehen aber fort, und es ergibt sich die Frage, welche Richtlinien sich aus den tatsächlichen Bedürfnissen und aus der neuen Rechtslage und der neuen Gesetzgebung für eine Neugestaltung ergeben. Freund, der auf diesem Gebiete als Sachkenner bezeichnet werden muß, nimmt die Untersuchung unter Heranziehung aller Gesetzesbesiimmungen für alle Landesteile Preußens vor und kommt zu interessanten Ergebnissen: „Eine Totalrevision der preußischen Gesetzgebung über die Verhältnisse der Synagogengemeinden ist vom jüdischen Standpunkt nur insoweit anzustreben, als sie eine bedingungslose Verbesserung des bisherigen Rechtszustandes bedeutet ..." „Ist eine Verbesserung nicht zu erreichen, so empfiehlt es sich, von einer gesetzlichen Neuordnung zurzeit gänzlich abzusehen, weil die bestehende Gesetzgebung in Verbindung mit § 137 der RV. eine erträgliche Grundlage darbietet . . ." „Eine Dringlichkeit liegt . . . vom Standpunkt der jüdischen Interessen aus für eine Neuregelung der Austrittsgesetzg e b u n g vor.'* Freund formuliert hierfür mehrere Forderungen, die darin gipfeln, daß. unbeschadet der heute bestehenden Austrittsgemeinden, „das Austrittsrecht für die Synagogengemeinden dem Austrittsrecht aus den christlichen Kirchen angepaßt wird . . ." und: „Im übrigen ist der Austritt aus einer Synagogengemeinde ohne gleichzeitigen Austritt aus dem Judentum unzulässig.'" — Die Fragen der Neugestaltung unserer Gemeindeverhältnisse sind wie in Preußen, so auch in den anderen Ländern akut. Die Freund'sche Schrift ist für jeden, der sich eingehender mit der Organisation unserer jüdischen Angelegenheiten vertraut machen will, äußerst instruktiv, umsomehr, als ihr in einem umfangreichen Anhang sämtliche zurzeit in Preußen bestehenden Gesetze, soweit sie hierfür in Frage kommen, im Wortlaut beigefügt sind. G. C. jYforitz Jeimann, Nachgelassene Stiiriften. Berlin 1926 (S Fischer). Das hoch bedeutsame Werk enthält die Essays aus den letzten Lebensjahren des Dichters. Es ist ein Buch der Lebensweisheit und der Lebensanmut. Heimanns Blick erstreckt sich über den ganzen Umkreis menschlichen Daseins: vom Persönlichen, soweit es welthaltig ist, über das Künstlerische bis in die Grundfragen der Politik. Der Ernst, die Güte und der intuitive Blick Heimanns strahlen hier in einem besonderen Lichte, weil das Buch in seinem warmen, freimütigen Klange mehr noch als seine übrigen Sehriftei der mündlichen Rede angenähert ist, in der Heimann ein unübertrefflicher Meister war. — Wir werden auf das Werk nochmals eingehen. Physikalisches Institut tUr Kosmetik und IKÖrperkullur^ Fernsprecher ,81,: CÄTE AUG AT Thomaskirchhof 21 Praxis hier seit 2H Jahren - Sprechzeit X.3Q 6,30 Uhr Behandlung «Her Schönheitsfehler unter Garantie des Erfolg«] Korrektur aller Gesichts-und Nasenfehler. Falten, hohle Wangen, unschönen Hals in wenigen Sitzungen Sommersprossen. Leberdecke, lästige Haare werden für immer und ohne Narben entfernt. Nasenröte. Frost in Händen und PüBen. 2u starke Figur Haarausfall wird ebenfalls durch besonders patentierte Methode be nH t* Präparate für Haut- und Gesichtspflege sind eigene Erzeugnisse und nelfach pra-nuert - Fachschule für Kosmetik. - Wissenschaftl. Ausbildung. Im In und Ausland ff. Referenzen. D^Xm DifiaK Jtbritham und die Götzenbilder. Ein hebräisches Spiel für Knaben und Mädchen. Breslau VIII 1926/5686 (Jüdischer Jugendverlag). Lehrer und Schüler der Höheren Jüdischen Schule in Breslau haben in enger Anlehnung an die Erzählung des Midrasch rabba dieses Spiel verfaßt und in Reime gebracht. Auch den deutschen Dichter J. G. Herder hat der Stoff gereizt. Er hat ihn als „AbrahamsjKindheit" nacherzählt. Es ist die Legende, wie Abraham, der, seine erste Kindheit hindurch, in einer dunklen Höhle verborgen gehalten, und dann, als er das Licht gesehen hatte, zur Erkenntnis Gottes gelangt war, den eigenen Vater von der Nichtigkeit d^r Götzen überzeugte. Der Stoff ist in einfacher Weise szenisch gestaltet; ohne große Mittel kann die schlichte Szene aulgeführt werden. Dem deutschen Text ist auch eine hebräische Fassung gegenüberges'ellt, in leichter Sprache, unter vielfacher Benutzung von Schriftstellen. — Es ist ein dankenswerter, wohlgelungener Versuch, die an Kinderspielen recht arme jüdische Literatur zu bereichern, und er erfreut umsomehr, als er, von Kindern ausgeführt, stark zu Kindern zu sprechen geeignet ist. G. C. X. C.-£lätter. Zeitsduift der im Kartell-Convent der Verbindungen deuisdier Studenten jiidisdien Glaubens vereinigten Korporationen. Oktober 1926. Das Heft ist dem 30jährigen Bestehen des K. C, dem 40 Gründungstag« der „Viadrina" und dem 25. Stiftungsfeste der „Thuringia" grwidmet. Außer einem diese Frinnerungstage würdigenden Geleitwort enthält das Heft folgende Abhandlungen: Auf dem rechten Wege (Dr. D. Krombach Essen), Das Wesen des Kampfes ( Alfred Goldschmidt-Berlin). Die Probleme (Dr. Eugen Schmidt München), Ein Wort an unsere Glaubensgenossen (Aufruf zur Gründung der freien Verbindung ..Viadrina" aus dem Sommersemester), Vom jüdischen Geiste (Dr. Felix Goldmann). Die Arbeitsgemeinschaft der völkischen Akademikerverbände (Referendar Werner Rosenberg), Studentische Außenpolitik (Referendar Hans Hellmuth Preuß), Was bedeutet uns der Sport (Dr. Walter Periiz-Breslau), Gründung einer K.C.-Hilfskasse (Ludwig Mayer), K.-C.- und Hochschulpolitik (Hans Lennhoff) Der K.-C. als Kräftereservoir des deutschen Judentums (Hugo Ehrlich-Tilsit).---Beigefügt ist dem Hefte ein Literatur-Wegweiser für den K.-C, der eine Übersicht über die für den K.-C.er wichtigste Literatur über Juden und Judentum, Judengegnerschaft und studentische Literatur bietet. PU R A Telephon Nr. 24333 12137 reinigt und färbt schnell und preiswert Teppiche. Portleren Herrenu. Damengard. 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