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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-11-05 · 45 (5.11.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
45 (5.11.1926)
Date
1926-11-05
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 GEMEJNl 'F1U.ATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang Aus anderen Gemeinden und Verbänden Preußischer Landesverband. Am Sonntag, den 24. Oktober trat dei Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zu seiner ersten Sitzung zusammen. Das wichtigste Thema der Beratung bildete die Festsetzung der Wohlfahrtsaufgaben des Landesverbandes und ihre Abgrenzung gegenüber denjenigen der Berliner Zentralwohlfahrtsstelle. Einmütig wai man der Ansicht, daß die Zentral« wohlfahrtssteile erhalten bleiben müsse, freilich unter der unbedingten Voraussetzung, daß eine vollständige Reorganisation dieses Institutes vorgenommen werde. Wenn diese Sicherheit gegeben sei. kämen als wichtigste Aufgaben des Preußischen Landesverbands-Wohlfahrtsausschusses folgende in Betracht: 1 Der Wohlfahrtsausschuß soll die preußische Gesetzmg in bezug aul Wohlfahrt dauernd beobachten und wenn nötig beeinflussen. 2 Der Ausschuß soll die Zentralbeschwerdestelle für alle Mißstände in den Anstalten, wie auch in den Verbänden sein und soll diesen abhelfen 3, Der Ausschuß soll Anregungen in bezug auf den Ausbau bestehender und die Einrichtung neuer Anstalten .neben. 4. Der Landesverband soll im Rahmen seiner Kräfte die Wohlfahrtsinstitutionen n ateriell unterstützen. Sobald der Reichsverband zuslandegek mmen ist, sollen auch Mitglieder außerpreußischer Wohlfahrtsämter im preußischen Ausschuß tätig sein. Darauf konstituierte sich der preußische Wohlfahrtsausschuß. Zu Vorsitzenden wurden neben Herrn Prof. Türk Frau |ustizrat Paula Ollendorff Breslau und Frau S. Wronskx-Berlin gewählt. Hin Antrag des Gemeindeverbandes Görlitz, die gesamte Wohltätigkeit in Preußen /u zentralisieren, wurde unter Hinweis daran!, daß eine Zentralwohlf ahrtSStelle und nunmehr auch ein l.andesverbandsausschuss bereits bestehe, abgelehnt. .W tn war der Meinung, daß eine schematisch durchgängige Zentralisation alle lebendigen privaten und gemeindlichen Bestrebungen ersticken würden. Schließlich wurde ein aus Berliner Mitgliedern zusammengesetzter Unterausschuß gewählt, bestehend aus den Herren Prof. lurk. Direktor Kareski. Dr Ollendorff, Caapary und Frau Wronsky, der. so oft es nötig ist. die Arbeiten des Gesamtausschusses vorbereiten soll. Die goldene Medaille der großen Ausstellung Düsseldorf l(*2f) (Gesolei). Die Leitung der Ausstellung Gesolei dankt, nachdem die Pforten der Ausstellung sich geschlossen haben, allen Mitarbeitern, die ihr beim Aufbau der wissenschaftlichen Gruppen behiiiiieh gewesen sind. Sie erkennt an, daß nur durch die aufopferungsvolle Mitarbeit der einzelnen Institutionen und Persönlichkeiten es möglich war, eine solch lückenlose Darstellung der wichtigsten Themen aus dem Gebiete der Gesundheitspflege. Sozialen Fürsorge und Leibesübungen zu geben. Der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden wurde als äußeres Zeichen der Anerkennung lür die in hervorragendein Maße hei dem Aufbau der Ausstellung geleistete Hilfe nach der stattgehabten Prämiierung die Goldene Medaille der großen Ausstellung Düsseldorf 1926 verliehen. Prorrpr lA 1 vorzüglich ST€(T)P€L g^f^^1897 ALBERT OTTO |ElPZi6.PiaucnsclicStr.2 Tffl.26291 SCHILDER Amtliche Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig* Gemeindesitzung am Montag, dem K. November 1926, 6 Uhr abends im Sitzungssaale dos Isr. Gemeindeamts, Löhrstr. 101 Tagesordnung: 1. Gemeindeanlagen für 1923 - 2 Vermächtnisse und Zuwendungen 3. Verschiedenes Anschließend: Nichtöffentliche Sitzung. Verdingung von Bauarbeiten für den neuen israelitischen Friedhol an der Delitscher Landstraße gegenüber dem Krankenhaus St. Georg Die Dachdecker- und Klempnerarbeiten lür die beiden Kopfbauten sollen durch öffentliche Ausschreibung vergehen werden. Vordrucke zu den Kostenanschlägen sind im Büro des Architekten BD.A. Wilhelm Maller, Kaiserin- Augusta Straße 67, erhältlich, und zwar von Preitag früh, dem 5. d. M. ab für die Dachdeckerarbeiten gegen Zahlung von M —.75 für die Klempnerarbeiten gegen Zahlung von M 1— An der gleichen Stelle können während der Bürostunden von 8 — 4 Uhr auch die Zeichnungen und sonstigen Unterlagen eingesehen werden. Die ausgefüllten Anschläge sind bis Mittwoch, den 10. November d. J., mittags 12 Uhr. im Gemeindeamt, Löhrstr. 101, abzugeben. Die Auswahl unter den Bewerbern behält sich die ausschreibende Stelle vor. Leipzig, am 2. November 1920 1)er Vorstand der Isr. Religionsgemeinde zu Leipzig Ordnung auf dem Friedhof Im Spreehsaal der Nr. 43 des Allgemeinen judischen Familienblattes wird unsere Bekanntmachung vom 19. Oktober einer Kritik unterzogen. Wir haben darauf folgendes tu erwidern. Bei uns sind über angebliche Mißstände auf dem israelitischen Friedhofe keine Beschwerden erhoben worden. Es würde ihnen nachgegangen und gegebenenfalls für Abhilfe gesorgt worden sein. Beschwerden, die bei Zeitungsredaktionen geführt werden, verfehlen ihren Zweck, wenn sie nicht zur Kenntnis der zuständigen Stellen gelangen; zweifellos ist der unmittelbare Weg der Beschwerde bei der Friedhofsverwaltung der richtigere und einfachere. Auf die Behauptungen des Herrn N. N. stellen wir fest: Es ist nicht wahr, daß die Leichenhalle, worunter der Einsender doch offenbar denjenigen Raum meint, in welchem die Trauerfeiern abgehalten werden, geschlossen war, sondern dieselbe war geöffnet und für die Teilnehmer zugängig; diese brauchten also nicht im Regen zu stehen. Es ist lerner nicht wahr, daß die Beerdigung um eine Stunde verzögert worden ist; vielmehr hat dieselbe um 1,35 Uhr begonnen, sodaß also nur eine Verspätung von 20 Minuten in Frage kommt, die, wie wir bereits in unserer Bekanntmachung gesagt haben, in dem unglücklichen Zusammentreffen verschiedener Umstünde ihren Grund hatte. Im übrigen setzte die Unruhe unter den Teilnehmern in der Halle schon kurz nach 1 Uhr ein. Entgegen der Behauptung des Herrn N. N. richtete sich der Unwille über die Verspätung gerade gegen die Person des Gemeinderabbiners, den am allerwenigsten ein Verschulden an der Verzögerung trifft. Der Hinweis des Einsenders, daß die Gemeinde, da ihr 4 Gemeinderabbiner zur Verfügung ständen (es sind tatsachlich nur 3). einen anderen Herrn mit der Vertretung hätte beauftragen können — was doch innerhalb weniger Minuten hätte geschehen müssen — ist so töricht, daß es sich erübrigt, darauf einzugehen. Wir halten also unsere Bekanntmachung vom 19. Oktober vollinhaltlich aufrecht und haben derselben nichts hinzuzufügen. Leipzig, am 2. November 1926 r>r vorstand der Isr. Religionsgemeinde zu Leipzig.

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