Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 44 (29.10.1926)
- Date
- 1926-10-29
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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*Jr. 44 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 7 bei aller Bescheidenheit doch stolz erhobenen Hauptes auf ihre Leistungen bei den Fortschritten der Kultur hinweisen dürfen. In knappen charakteristischen Strichen zeichnet Ludwig Stein den Anteil der Juden an der Förderung der Philosophie unserer Zeit. Juden haben als Herausgeber philosophischer Zeitschriften, und nicht minder in eigenen abgeschlossenen Schriften durchaus verdienstvolle Leistungen aufzuweisen. Gar mancher von ihnen hat geradezu neue Wege gewiesen, die für das Denken der Gegenwart bedeutsam geworden sind: Henri Bergson, Hermann Cohen, Georg Simmel, hrnst Gassirer. Zum Schlüsse faßt Stein seinen eigenen Standpunkt des energetischen Optimismus zusammen. — Ftwas breiter angelegt hat Rosin seine Betrachtung über die Bedeutung der Juden in der medizinischen Wissenschaft, wenn auch sie in dem Rahmen eines Vortrages sich auf die großen Linien beschränken muß. Schon in der Bibel bekundet sidi das große Verständnis, das israelitisch-jüdische Lebensauffassung der Hygiene entgegenbringt. Mit Stolz dürfen wir als Juden feststellen, daß die Mehrzahl der Erdbewohner die sanitären Vorschriften anerkannt, die einst im alten Israel gegolten haben. Mögen auch Forscher „bei den Ägyptern und Babyloniern medizinische Vorschriften entdeckt haben, die denen der fünf Bücher Moses ähnlich sind, so war die dort vorhandene hygienisch-medizinische Materie im Staube der Jahrtausende vergraben, und die Völker, die sie besaßen, waren dahingeschwunden mit ihren Gebräuchen und Gesetzen. Die Bibel aber lebt und kann kaum von der feindseligsten Gesinnung verleugnet werden . .Mit nicht geringerem Stolze dürfen wir auf die theoretischen und praktischen Leistungen von Juden verweisen, die sich allerorten und in allen Zeiten während der langen Reihe von Jahrhunderten als Mediziner hervorgetan haben. Selbst dort, wo man die Juden verfolgt hat, wurden jüdische Ärzte als Berater von Königen und Fürsten, von Päpsten und Sultanen gerne hinzugezogen. Ls ist eine glänzende Schar hervorragender Männer, von deren meJizinii-chen Großtaten Rosin sprechen kann. Nicht ohne tiefen Schmerz weist er darauf hin, wie die neue judenfeindliche Bestrebung unserer Tage leider nicht ohne Frfolg darauf hinarbeitet, daß dem jüdischen Praktiker die nichtjüdische Klientel entzogen wird Und dennoch klingt seine Betrachtung in die Hoffnung aus, daß der jüdischen Ärzteschaft eine gesicherte Zukunft beschieden sein wird. — Die anziehende Darstellung beider Schriften wird ihnen eine zahlreiche Leserschaft sichern und damit die Absicht, aus der heraus sie entstanden sind, in dankenswerterweise fördern. G. C. Vereinsnachrichten. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig. Sonntag, den 31. X., vormittags II Uhr, in den Kasinolichtspielen, Neumarkt 21-27, Vorführung desjiidisdien Kulturiilms „Fin Freitag Abend' (siehe Inserat) Jüdischer Frauenbund, Ortsgr. Leipzig. Mittwoch, i. Nov. nachm. 5 Uhr, im Volkswohl, Löhrstr. 7 Hinterh. I (Kingang linke Tür) Arbeitsgemeinschaft für Bibelkunde (geleitet von Krau Anna Neumann). Um pünktliches Erscheinen wird dringend gebeten, um ein volles Ausnützen der zur Verfügung stehenden Zeit zu ermöglichen Jugendgruppe der Leipzig-Loge U.OB B Sonntag. 31. d. Mm nadtm. 6,30 Uhr. Tagesordnung: 1. Aussprache über div. wichtige Punkte, 2. Vortrag von Herrn Dr. I'ascal I) e u e I über „Meine Eindrücke heim F.speranto- Weltkongreß in Edinburgh" und über „Esperarto im Allgemeinen" Anschließend Diskussion. In Anbetradit des hochinteressanten Themas und im Interesse einer vielseitigen Diskussion bitten wir alle Mitglieder um ihr Erscheinen. Abendbrot mitbringen. Jüdisch gesetzestreuer Verband, Leipzig, FIrberatr. 4-6. S. Kw. Herr Rabbiner Feldmann hat dem vielseitigen Wunsch entsprechend am 26. d. M. einen "|Viy in1?» im »"«Hl W\n TiSPtt? eingerichtet; derselbe findet täglich von 8-9 Uhr abends, Sonntags nach myn statt. Abendheim im Zoo. Nädister Heimabend am Montag, den 1, November im grünen Saal. Beginn 8 Uhr. Sport-Klub Bar Kochba e V Geschäftsstelle Hainstr. 25 II. Fernsprecher 21518. Geschäftszeit 10 -12 Uli. Wir machen unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß alle a in t - liehen Verlautbarungen nur im Gemeindeblatt, an dieser Stelle, veröffentlicht werden. Der Vorstund Amtliche Bekanntmachung. Herr I'aul Kanner wird wenen unsportlichen Verhaltens und Nichtbefolgung des Spielaussdiuß-Beschlusses mit sechsmonatiger Disqualifikation bestraft. — Herr Agu Rotzaig erhält wegen unsportlichen Verhaltens einen Verweis Der SpMaatidiufi Wegen unsportlichen Benehmens wird Herrmann Hillmann bis zum 16. November 1926 disqualifiziert. Der Jag$ndatutdiafi Bar-Kochba Box-Großkampf-Abend Am kommenden Montag, I. November, pünktlich 8 Uhr abends, eröffnet die Boxabteilung mit einem beispiellos großzügigen Kampfabend im Großen Festsaal des Centraitheaters (Gottsdiedtstr) ihre neue Saison 1926-27. Nadi denkbar größten Bemühungen und ungeheuren Unkosten ist es der Abteilungsleitung gelungen, folgendes glänzende Programm, das in Leipzig einzig dasteht, zusammenzustellen. Im Halbschwergewicht klettert der kürzlich aus Amerika zurückgekehrte, in Leipzig durch feine mehrfadien Siege bekannte Fraiss (Macvabi Berlin) gegen den Stadtmeister Pietsdl (Atlas) im Kevandietrefien durch die Seile. Sensationell ist audi die Paarung von Weißkind (Maccabi-Berlin) mit dem mitteldeutsdien Meister Kästner (Heros-Krfurt). Das Bantamgewicht Dringt den brandenburgisdien Repräsentanten Fudis (Maccahi-Berlin) mit dem Thüringer Meister Brode (B.C-Apolda) zusammen. Besonders großes Interesse bringt man dem Kampi unseres Gaumeisters Frisdie iBar Kochba) gegen den mehrfadien mitteldeutschen Meister Koch (V.f.B.¬ Schönebeck) entgegen Ein« sdnvere Prüfung hat Reiter (Bar K vhba) gegen den mitteldeutsdien Meister Däline (V f.H.-Schönebeck) zu bestehen. Fngel (Bar Kochba) kämpft gegen Kauz (Box-Union), Weilz (Bar Kochba) gegen Hacker (Box-Union). Triebwasser (Bar KoJua) versucht sidi gegen Kaywr (Atlas). Hirsdihorn (Har Kodiba) muß ge:en Mayer (Atlas) sein Können unter Beweis stellen. Die Eintrittspreise sind mit M l.—, 1.50 und 2.50 sehr volkstümlich gehalten. Der Vorverkauf findet an den bekannten Stellen statt. Kein Jude, Sötern er Interesse an Leibesübungen überhaupt hat, versäume diesen glänzend besetzten Kampfabend. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig % Morgen, Sonntag, den 31. Oktober, vorm. 11 Uhr 9 im UFA-Theater KASINOLICHTSPIELE, Neumarkt 21|27 |J Einmalige Vorführung des jüdischen Wohlfahrtsfllms jff Ein Freilag Abend I Eintrittskarten zum Preise von 2 und 1 Mk. an der Tageskasse 2 Kassenöffnung und Einlaß 10.30 Uhr. Beginn pünktlich 11 Uhr 9 Alle jüdischen Manner und Frauen sind geladen, auch Jugendliche haben Zutritt! flj