Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 41 (8.10.1926)
- Date
- 1926-10-08
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 41 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 3 Ausstellung und Verkauf von Handarbeiten jüdischer Frauen veranstaltet vom Schwesternbund der Leipzig-Loge Der Schwesternbund der Leipzig-Loge beabsichtigt, Mitte November eine Ausstellung von Handarbeiten und kunstgewerblichen Gegenständen, die von jüdischen Frauen selbst verfertigt sind, zu veranstalten. Die Ausstellung soll eine Woche dauern und dem Publikum Gelegenheit geben, Einkäufe für Chanukkah zu machen. Es wird so Damen des Mittelstandes eine günstige Gelegenheit gegeben, eigene Arbeiten zum Verkauf zu bringen. Anmeldungen von Damen, welche die Ausstellung beliefern wollen, nimmt entgegen und nähere Auskunft erteilt die Vorsitzende des Schwesternhundes der Leipzig-Loge, Frau Fanny Rosenthai, Auenstraße 19 (Tel. 23488) Montag vormittag 10—12 Uhr, Mittwoch nachmittag 2—4 Uhr, und nach telephonischer Vereinbarung auch zu anderer Zeit. Aus anderen Gemeinden und Verbänden 40 jähriges Amtsjubiläum des Rabbiners Prof. Dr.Winter, Dresden. Am 25. September beging die Israelitische Religionsgemeinde Dresden das vierzigjährige Amtsjubiläum ihres Rabbiners, Herrn Prof. Dr. Winter. Der Gottesdienst am Vormittag wurde zu einem Festgottesdienst ausgestaltet, bei dem Herr Rabbiner Dr. Wolf die Festansprache hielt. Am Abend fand in den Räumen der Fraternitas - Loge eine zahlreich besuchte Feier statt: Gemeinde und Organisationen übermittelten bei dieser dem Jubilar ihre Glückwünsche. Der Gemeindevorsteher, Herr Rechtsanwalt Salinger, verband mit seiner Festansprache die Mitteilung, daß die Gemeinde dem Jubilar die Zinsen eines neuen Stiftungskapitals von M 10000 zur Verfügung stellt. Das Palästina-Reisestipendium der Berliner Jüdischen Gemeinde. Der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde ist einem Antrage Dr. Klee und Genossen auf Schaffung eines Reisestipendiums für jüdische Religionslehrer nach Palästina beigetreten. Nunmehr hat der Schulvorstand der Jüdischen Gemeinde die näheren Modalitäten für Bewerbung und Vergebung des Stipendiums festgesetzt. Danach soll alljährlich einer der Rabbiner oder Religionslehrer der Gemeinde das Reisestipendium erhalten; er wird gebeten, nach Abschluß der Reise einerseits über die Reise einen Bericht an den Gemeindevorstand zu geben, andererseits sich darüber zu äußern, inwiefern die Reise und ihre Ergebnisse von ihm für die Verlebendigung des jüdischen Unterrichts nutzbar gemacht werden soll. Schließlich wird erwartet, daß der betreffende Herr je nach Neigung und Eignung ein wissenschaftliches Ergebnis seiner Reise im Vortrag oder literarisch gibt. Frauenwahlrecht in der Jüdischen Gemeinde von Köln. Die Repräsentanten-Versammlung der Jüdischen Gemeinde Köln hat in ihrer letzten Sitzung nach eingehender Debatte das aktive Frauenwahlrecht zur Gemeindevertretung mit Stimmeneinhclligkeit, das passive Fraueuwahirechi mit einfacher Mehrheit beschlossen. <&re4fe<&mc€**' "Cadellcr^ ji/a yJicfie 7*a Js Oberhemden u je-oJicfie yimjturmnu/jäacJim nfi.cn eigenem ^feaxMsu^em. Crau/a'ffen - Ttmu^iiien <$ei4?S CaJuien am TTtarJcl II Frauenwahlrecht in Bielefeld. In der Repräsentanten- Versammlung vom 24. August d. J. wurde einstimmig die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts beschlossen. Gleichzeitig wurde eine Wahlordnung angenommen, die für die Repräsentanten wählen die Grundsätze der Verhältniswahl vorsieht. Jüdisches Museum in Cassel. Durch das Entgegenkommen der Leiter des hessischen Landesmuseums dürfte die Aussicht bestehen, daß im Landesmuseum Räume zur Verfügung gestellt werden, die zur Aufnahme der die Zahl 100 bereits übersteigenden Kultusgegenstände aus Privat- und Gemeindebesitz geeignet sind. Der Arbeitsausschuß für das Jüdische Museum lichtet einen Aufruf an die jüdische Bevölkerung des Casseler Bezirks, durch Geschenke oder leihweise Überlassung geeigneter Stücke das für die jüdische Kulturgeschichte bedeutsame Projekt tatkräftig zu unterstützen. Wünschenswert wäre es, wenn das lobenswerte Beispiel einzelner Gemeinden und Privatpersonen, die bereits recht kostbare Gegenstände dem jüdischen Museum überließen, in noch größerem Umfang Nachahmung finden würde. Einige der gesammelten Stücke sollen bereits in eine Abteilung des hessischen Landesmuseums überführt worden sein. Die Blutopfer der Judenschaft Württembergs. Eine authentische Zusammenstellung der jüdischen Kriegsteilnehmer aus Württemberg und dem Lande Hohenzollern, die soeben erfolgt ist, ergibt folgende Zahlen: Von den 10824 jüdischen Bewohnern Württembergs, deutscher Staatsangehörigkeit, waren 1674 Soldaten an der Front. Von diesen 1674 Frontsoldaten sind 270 gefallen. Verwundet wurden 533, befördert 681. Frontauszeichnungen erhielten 1071, darunter 581, die mehrfach Frontauszeichnungen erhalten haben. Vom Preußischen Landesverband. Der von dem Rat des Landesverbandes eingesetzte Aussdiuß für den Entwurf eines Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Juden in Preußen tritt am 3 Oktober d J. in Berlin unter Vorsitz des Herrn Justizrat Mako wer zu einer dritten Sitzung zusammen. In dieser Sitzung soll der Entwurf fertiggestellt werden. Er wird nach weiterer Vorberatung im Rat sodann dem Verbandstag bei seiner nächsten Tagung vorgelegt werden. Nachdem die Wahlen zum Wohlfahrtsausschuß des Landesdesverbandes nunmehr erfolgt sind, soll dieser Ausschuß zum 17. Oktober b. J. zu einer Sitzung nach Berlin einberufen werden. Vom Reichsverband. Der Ausschuß, der von der Vertreterversammlung der deutschen Landesverbände jüdischer Gemeinden am 18. Juli d. |. in München eingesetzt worden ist, um den Entwurf einer Verfassung für den Jüdischen Reicheverband fertigzustellen, wird am 10. Oktober d. J. in Berlin zu einer Sitzung zusammentreten. Sobald der Entwurf fertiggestellt ist, soll er einer neuen Versammlung der Vertreter der Landesverbände und sodann den Verbandstagen der einzelnen Verbände zur Genehmigung vorgelegt werden. Sonder - Verbaufs-Wodie in Weckern bis 16. Oktober 3.60, 4.50, 5.85, 6.30 Hermann Horrmann Steckner-Passage / Petersstraf>e 2