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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-10-01 · 40 (1.10.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
40 (1.10.1926)
Date
1926-10-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 2. Jahrgang Veranstaltungen uml Feiern aller Art sich in den letzten Jahren derartig gehäuft haben, daß es uns unmöglich ist, an jeder dieser Veranstaltungen teilzunehmen. Um nun bei keinem Verein das Gefühl der Zurücksetzung aufkommen zu lassen, haben wir schon vor längerer Zeil beschlossen, grundsätzlich zu keiner derartigen Veranstaltung amtlich Vertreter zu ertsenden In vielen Fäiien nehmen aber Mitglieder des Gemeindevorstandes privatim an den Feiern teil, wie es auch im vorliegenden Falle seitens des stellvertretenden Vorstehers der Gemeinde, Herrn Hodes, geschehen ist. Dadurch ist wohl am besten bewiesen, daß unsererseits die Bedeutung der Feier keineswegs unterschätzt worden ist. Bei der Beratung der Beitragsgesuche ist der Wert der beiden Bar-Kochba-Vereine lür die jüdische Jugend von Gemeindevertretern jeder Richtung in warmen Worten anerkannt worden. Lediglich mit Rücksicht auf die schlechte Finanzlage der Gemeinde wurde eine Beitragsgewährung abgelehnt, keineswegs aber nur etwa von libera en Gemeindevertretern, sondern mit großer Mehrheit gegen wenige Stimmen. Leipzig, am 22. September 192G Der Vorstund der Isr. Religionsgemeinde zu Leipzig. Lehrstellen-Vermittlung Es haben sich im vergangenen Jahre die Fälle gehäuft, daß e st um Ostern lierum Eltern mit der Bitte zu uns kamen, ihren Kindern eine Stellung zu verschaffen. Es liegt auf der Hand, daß sich der Stellenvetmittlung bei so verspäteten Antrügen große Schwierigkeiten entgegenstellen. Im dringenden Interesse aller Beteiligten liegt es, eine sachgemäße Arbeit zu leisten; ciese kann nur in die Wege geleitet werden, wen:- genügend Zeit ist, jeden Fall genau zu piüfen. mit den Eltern utd Lehrern der Kinder Rücksprr.che zu nehmer, um zu ermitteln, welchen Beruf sie für die Kinder für geeignet halten; kurz und gut, alles daran zu setzen, um den Kindern die Stellen zu verschaffen, die sich mit ihrer Eigenart und inrer wirtschaftlichen Einstellung vereinbaren läßt. Eine derartige Stellenvermittlung1 ist aber nur möglich, wenn alle, die damit zu tun haben. Eltern, Lehrer und Arbeitgeber, sich der Sache dringend annehmen. Deshalb eigeht schon jetzt unsere Bitte 1. an sämtliche F.hern. deren Kinder Ostern die Schule verlassen, 2. an alle Arbeitgeber, denen daran gelegen ist, aus jüdischen Kindein gute jüdische Arbeitskräfte zu machen. sich mit schriftlichen Mitteilungen an uns zu wenden. Wir werden unser möglichstes tun. um alleWünsche zu befriedigen. isr. Religiomgemeinde, Fürsorgeamt. Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden Der geschäftsführende Ausschuß derZentralwohllahrtsstelle der deutschen Juden hat sich in seiner letzten Sitzung, die am Dienstag, dem 14. d. M . stattfand, mit dem Austritt des Jüdischen Frauenbundes aus der Zentralwohlfahrtsstelle der dtutschen Juden und der hierzu erlassenen Vcrö'fcr.;!i±ur;g des Jüdischen l-'rauenbundes befaßt und einstimmig folgende Erklärung beschlossen: „De Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden bedauert aufrichtig den Austritt des Jüdischen Frauenhundes und hofft zuversichtlich, daß der Jüdische Frauenbund bald diesen Beschluß revidieren und sich zur gemeinschaftlichen sozialen Arbeit mit den übrigen zentralen jüdischen Organisatinren in der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden erneut zusammenlinden wird. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden bedauert außerordentlich, daß die Veröffentlichung des Jüdischen Frauenbundes in eine Form gefaßt worden ist, die irrtümliche Auffassungen über die Arbeit in der Zentralwohllahrlsstelle der deutschen Juden und über die Lage der Zentralwohlfahrtsstelle der deutscher Juden aufkommen lassen körnten. Die Zentralwohl fahrtssteile der deutschen Juden ist überzeugt, dal dieser Findruck nidit vom Jüdischen Frauenbund he absichtigt war, da er aber gleichwohl entstehen könnte sieht sie sich veranlaßt, mit allem Nachdruck zu betonen, daß die Arbeit der Zentralwohlfahrtsstelle dt deutschen Juden in unveränderter Kraft ohne Aufschiii und ohne Unterbrechung weitergeführt wird und dal auch durdi den Austritt des Jüdischen Frauenbunde keinerlei Unterbrechung der Arbeit eintritt. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Jude weiß, daß sie bei der Fortführung ihrer für das Q< deihen der jüdischen Wohlfahrtspflege entscheidend wichtigen Arbeit auf die Mitarbeit aller in Frage kou menden Faktoren und aller ihrer Freunde rechne kann. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Jude selbs wird alles tun. um die Einheit und Zusammenarbeit in der gesamten jüJisehen Wohlfahrtspflege i: Deutschland zu erhalten." Personenstandsnachrichten a) Geburten fi. September 1026 Samuel Wolf und Kreide geb. Wald, Färberstr. 1 einen Sohn „Jose! Maier" 12. September 1926 Dr. phil. I'inehas Jakob Kohn und Aliee geb. Fi Wettinerstr. lü, eine Tochter „Manna" 13. September 1026 Bernhard Fritt (joldschmidt und Lotte geh. Si hot, Auenstr. 5, eine Tochter „Clara .Miriam Brigitte" 13. September 1026 Abraham Korn und Cha|a geh Frbsmann, Sidonn str. 15, eine Tochter „Uosa Blanka" b) Barmizwah 9. Oktober 1096 Manfred Kleinmann. Sohn des Herrn Adolf KU mann und Frau Paula ßeb, Sadi;cr, Tauchaer Str. 54 9. Oktober 1926 Walter Alkan, Sohn des Herrn Julius Adolf Alkan und t rau Johanna geb. W iener, Faerharüstr. 7 c) Trauungen Am Montau, dem 20. September 1920, 1 Uhr mittags, Fräulein Flse .Weyer, 1 lahnemannstr. 2, mit Herrn Arthur Maier, Chemr Senefelderstr. 41, in der Uemeindesynagoge Am Sonntau, dem 3. Oktober 1926, 1,30 Uhr mittags, Fräulein Thet i Redlich, Str. d. 18. Okt. Nr. 17, mit Herrn Dr. Krank, Lam|ustr. 7, in der Gemeindesynagogc d) Todesfälle 20. September 1926 Frau Scheindel Hudel Waltucfi, Nordstr. 49 21. September 192(1 Frau Anna Temkin. Auenstr. 25 21. September 1920 Jakob Schiff, Altranstädt

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