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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-09-10 · 37 (10.9.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
37 (10.9.1926)
Date
1926-09-10
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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3Nr. 37 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 Scholar „Im siebenten Monat, am ersten des Monats, soll euch heilige Festbtrufung sein; keinerlei Dienstarbeit sollt ihr verrichten: ein Tag des Posaunenschalls sei er euch (IV. B. M. 29, l). „Stoßet am Neumond in die Posaune, am Monatsbeginn, zu unserem Festtage! Denn eine Satzung ist es für Israel, eine Vorschrift von dem Gölte Jakobs" (Ps. 8l, 3,4). Die erschütternde Gewalt des Schofarblasens ruht nicht in dem Klange der Töne, sondern in dem, wozu geschichtliche Anlehnung und jahrtausendelange heilige Übung es haben werden lassen. Schofar ist ein Widderhorn. Als einst dem Erzvater Abraham in der Stunde, da er seinen Sohn hinzugeben bereit war, offenbar wurde, daß Menschenopfer vom Ewigen nicht begehrt werden, da opferte er einen Widder als Ausdruck gläubiger Demut vor dem Einzigen, Wahren, dem Erhabenen, Heiligen. Das Widderhorn wurde Sinnbild aufrichtiger Hingabe an Gott. Schofarklang will unser Inneres aufwühlen, die Selbstsicheren wankend machen in ihrer Selbstgefälligkeit, daß ihnen Geist und Herz empfänglich werde für die Erkenntnis ihres Irrtums: Es gibt keine Unfehlbarkeit unter den Menschen, weder in heiligen noch in alltäglichen Dingen {.Köm «Vi aits nvy tvH pxa pns |*n chk "o) Du Glücklicher, der du zu den Höhen des Lebens gelangtest und nun in stolzer Zufriedenheit dich sicher wähnst — Schofarklang will dich warnen: in Gottes Hand liegen die Geschicke der Menschen. Schmerzen und Leiden machen den Menschen verzagen: was soll all unser Plagen und Mühen! Umsonst und vergebens! — Das Schofar will zu neuem Lebensmute aufrufen: im Vertrauen zu Gott wächst das Vertrauen zur eigenen Kraft, zum Können und Gedeihen. Der Schofarton erklingt am gleichen Tage in allen Ländern, allen Erdteilen, überall, wo Juden sich zu gemeinsamer religiöser Erhebung zusammengetan haben: Schofarklang stützt das jüdische Gemeinschaftsgefühl, er stärkt den Einzelnen durch das Bewußtseir einer Verbundenheit, er erinnert ihn an seine Verantwortung gegenüber der Gesamtheit; e in Klang — eine Gemeinschaft. Indem zum Posaunenschall das Widderhorn Verwendung findet, soll auf Abraham verwiesen werden, der in aufrichtiger Hingabe an Gott seinem Leben höheren Inhalt und damit reinere Befriedigung gab. „Heil dem Volke, das dem Posaunenschall Verständnis entgegenbringt; Herr, in deinem strahlenden Lichte wandeln sie (Ps. 89, 16)." Ungewöhnliche Töne aus ungewöhnlichem Instrumente, durch altheiligen Brauch veredelt, nie zu Profanem entweiht: welch eine Fülle andachtschaffender, leben beglückender Momente — für den, der ihnen heiliges Fühlen entgegenbringt! Unsere Alten sagen: Wer im Traume ein Schofar erblickt, darf auf Heil hoffen. Erst der lebendige Gedanke schafft lebendige Form. C—n. Aus unserer Gemeinde Der 11. Turntag des Makkabi-Welt-Verbandes in Leipzig Am 21. bezw. 22. August d. J. fand der 11. Turntag des deutschen Kreises des Makkabi-Welt-Verbandes statt. Es waren Delegierte aus verschiedenen Städten Deutschlands, sowie Vertreter der Brudervereine aus Osten eich und aus der Tschechoslowakei anwesend. In den Sitzungen der Delegierten wurde über eine Reihe technischer Fragen und innerer.Probleme der Makkabi-Bewegung in Deutschland beraten. Das anläßlich des WSbtUmniDod» Oians&itnerAQ* Sgl däJieatt. Mwigfi tthfioMOM, Turntages stattgefundene Fest, an dem sich hunderte auswärtiger und ausländischer Bar Kochbaner beteiligt haben, legte von den turnerischen und sportlichen Leistungen der Makkabi- Mitglieder ein glänzendes Zeugnis ab. Um einen Einblick in die Ziele der Bewegung des deutschen Kreises zu gewähren, werden von den Beschlüssen des Turntages einige wörtlich wiedergegeben: ,.Der Turntag richtet einen dringenden Appell an die verschiedenen Verbände jüdischer Gemeinden in Deutschland zur Mitarbeit an den modernen Fragen der körperlichen Erziehung der jüdischen Jugend. Er fordert, daß über diese Fragen der Jugendfürsorge nicht nur geredet wird, und daß sich die Sorgen der Genieinden für das leibliche Wohl ihrer Angehörigen nicht nur auf den Bau von Krankenhäusern beschränkt. Es soll Ehrenpflicht jeder Gemeinde sein, zu den ersten Förderern PUR A Telephon Nr. 24333 12137 reinigt und färbt schnell und preiswert Teppiche« Portieren Herrenu. Damengard. Nächste Filiale: Salzgäßchen Nr 6.

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