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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-09-03 · 36 (3.9.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
36 (3.9.1926)
Date
1926-09-03
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Seite 8 GEMEINDEBLATT I>ER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang I It^kaiiiitfiiincliuiisr Auf Grünt! des Art. 20 des Gesetzes über die allgemeine Militärdienstpflicht vom 23. 5. 1924 Dz. Ustaw Nr. 61 1924, Pos. 609 fordert das Konsulat der Polnischen Republik in Leipzig alle in Sachsen und Thüringen wohnhaften polnischen Staatsbürger männlichen Geschlechts, welche im laufenden Jahre das 18. Lebensjahr beendet haben bezw. vollenden, d. h. also, die im Jahre 1908 Geborenen, zum persönlichen Erscheinen in den Amtsräumen des Konsulats, Leipzig, Gelleiistr. 7, 1 auf, und zwar zwischen dem 15. September und dem 15. Oktober in den Amtsstunden von 9—12 Uhr vormittags, zwecks Eintragung in die Listen der 18jährigen. Die Nichterfüllung dieser Pflicht wird nach An. 87 des oben erwähnten Gesetzes geahndet. Die Unmöglichkeit des persönlichen Erscheinens ist dem Konsulat schriftlich untei entsprechender Begrün* dun.m zur Kenntnis zu bringen. Die Erscheinenden haben sämtliche persönlichen Dokumente vorzuweisen, wie Reisepass, Geburtsurkunde usw. Leipzig, den 30. August 1926 Der Generalkonsul: Tytus Zbyjzewski *t.V »Oi * "ji-SW-4i> ' # i I f! Ii df — Iii — regungslos Uegenben äüenfdjen erblichen, befahlen iie, ben [eltfamen Sünget ini Sehthauft ju bringen, unb gaben fich Die größte SWübe, feinen not Malte erharrten Körper wieber ju beleben. Säte gtofj aber war ihr ür> ftaunen, als fie in Deut SBieberbelebten be:i befdjetbenen .Öillcl ertannten! lief geröhrt riefen fie einanber ju: ©ie fein gwetter fobalb iit blefet roütblg, ba% man feinetwegen ben Sabbatb entweiht*1.-- Die 3d)recfeneherrfd)aft fjjerobeä', beffen furdjtbare (üraufamfeiten man feinet nidit jubiidint (ibum&ifdjen Hbftaminung iitidirieb, baue tut Jolge, bat, in ben We« lebrtentreiten jerufalemä eine feinbliche Stimmung gegen alle* ^rembattige fich brmerfbnt machte. \Mllel, ein jünger bei ißrofelttten Hbföuunlingc Scheinaja unb Hbtalion, tonnte wafyrfrheinlidj baburdj, oiedeid)t aber audi, »eil ti nidjt in feinet Statur lag, bie Äufmertfamteit anberer auf fid) )u lenfen, in ber erften;',eit nidit \\\ ber ihm gebührenben Hnertennung gelangen. — Sin günftigei ßufaU nur uerbalf ihm bajv, einen Sehr« ftubl in 3frael \u erreidjen. SBalb faimnefte fich um ihn ein ftreü oon achtzig hungern: ber bebeutenbftt unter ihnen war 3 o n a t h n n ben Uttel unb ber ge» ringfte 3 o cb anan ben 5affa i. Obwohl Millel nun bei geifttge Rührei ber ouben geworben war uto infolge feinet frieblid)en (Sefinnuvg and) ber ©unfl bec $erobeä iicl) ui etfreuen hatte, fo Mrlieften tbn bodj ieine Befchcibenbeit unb Gutmütig* feit nicht Seine Tentie lautete: „Sonbett bid) uicl)t oon ber ©efamtheit ab, nlaube nicht an biel) felbft bis \:\ p;iit*hi }!obt$tag unb brich nidjt ben Stab Uber je manben, bi« bu ielbit in ieine Sage gefommen bit't". (Ruft bewirtete ei einen Xrmeu, ber früher mohlbabenb gewefen war unb bie Gewohnheit gehabt hatte, t&glich beim Huftreiten einen Stlaoen fid) ooranlauten \u lafien; ba er ihm feinen Stlaoeu;,u bieiem gwed;ur Verfügung 'Vil li tonnte, lief er felbft bem urnoöhnten Qaft eine Strede fBegefl ali Sltane ooran. Unb nidu minbet als befrbeiben unb gutmütig mar er and) naebfichtig gegen (ebermann,;',u Sdwmmai ber mit \tillel wegen feiner Sdjrift« nu*(egung unb liberalen &bcntanfdrauung in Streit lebte, fam einit ein ßeibe unb fragte ihn: „^te uiel Behren be-iljt ihr?" Sdjammai ermiberte: „ffitt beiiueu - 47 — ,pei Behren, eine ichriftliche unb eine münbltche". Tr jagte ber \ieibe: „flu bie idjriftlidie ßeljre glaube leb, ittdit aber auch an bie münblidjr. Wimm mich in ben Schüfe be$ SubentumS unter ber iBebingung auf, ba? ich nur bie Sauungen ber fchriftlicben ^.'ehie beobadjte. T)a mies ihn Sdianunai barfdj ab. St (am nun ,^u .v>illel unb ttug ihm fein Äiliegen oor. inflel will« fahrte ieineiit SBunfdj unb Unterwied ihn in bei fchrift« liehen i.'el)re fo lange, bi«! ber \vibe felbft (>u ber Über jeugung fam, buf; bie iuöub(id)e Ztabition nichts nur t alo eine Uttlätung ber fdjtiftlidjen Sehrt iei, ohne ■'.( biete nid)t ,^u erfaffen iit. ÄU 2d)ii!iimat eilten Reiben abwich, meil et t i Jubentum In einem ßritraum, fo lange er auf einem jjufj würbe fteben fönuen, erlernen woUle, fagte fyHtl, nn ben ftcb jener niirbemfelbrn Vorfcblag gewanbt hat e: „ffiaö bir unangenehm iit, füge auch beinern SRäcbf n nidit ',1t. Dafl iit bie ©tunbftufe, auf ber baä 3ub tum bafiert, oUco übrige ift nur ein ftommentar". ©benfo unterrichtete er einen oon Schammai fi getriebenen Reiben, ber v"\:ibe werben wollte, um berei fl Jpoheptiefter werben j\u fönnen, unb bemühte iid), i n bie Pforten be-> SubentumS )u etfchfieBen. Ä18 er i in ben ^ero rrlauteite: „1er Jrentbe, bir fid» bem he gen Tienit naht, fofl getötet werben", fragte ber ^>ei gegen nun bieie ©arnung erfaffen iei. Ruttel erwibe .Selbft gegen ben ftSnig Jauib". 1a iai)tc fid) .'ö^'i^,l•, wenn felbft ein Sfraelit, bei nid)t fem 5to 8eoi angehört, bie Sßriefterwürbe nidit erlangen fa «, um um.mii.I iitjini.in»' t.*f^ h#r id\ nttfh *rH *<>tt fttv H «•tit IVlfVIM ii'» iiii^i « ***it * **( * * i * I * * bem §aui Safob4 angefd)(offen habt'. Uli bie brei ^rofeluten einit gufammrntrafen, i i ten fie: Schaminai'S Sfihjorn oettrieb und aufl ber 5i i <siotte->, währenb Bitfeld fanftmütige liinfid)t mi 1 Sttenntnid unb ben göttlichen SfBiffenfcbaften jugefii rl hat. \)illelö Streben ging auch haubtfddjlid) ba n, überall, unter Gliben wie unter .^leiben, i.'id)t unb ffii '■' ju oerbreiien. SBBet iein SBiffen nid)t ju bereichern fudjt, lautet ein Hu4fprud) Oon ihm, ber nimmt in fein in SBiffrn ab, unb wet nidjt lernt, ber ift tobeftwürl V ffBiffen unb Sttenntniä nur fiitiren ben sJJienid)en |U einem frommen, fHtlhfjen Cebenewanbel. Ter ©elfte«« leere aber, faiite er, fann nidjt ^urd)t uor ber Sunb«

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