Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 36 (3.9.1926)
- Date
- 1926-09-03
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 7 Notiz El"* vorbildliche Heuerling. In allen Uta-Theatern, deren es heute allein in Deutschland bereits 130 gibt, wird jetzt unter dem Titel „Ufa-Magazin" für billiges (leid (20 Pfg.) eine geschmackvoll ausgestattete und gediegen redigierte Zeitschrift verkautt, der das jeweilige Programm des Abends beiliegt. Bedenkt man, dalS sonst olt genug für einen l'rogrammzettel nicht viel weniger, olt sogar mehr gefordert wird, so muß man diese Leistung wohl als vorbildlich bezeichnen. Das „Ufay^.cazin" hat den respektablen Umfang von 20 Seiten und bringt eine Fülle von lesenswerten Aufsätzen, Bildern und sonstigen Beiträgen, die naturgemäß zum großen Teil Uia-Dinge betreffen, aber darüber hinaus a«ch allgemeine 1'hemen behandeln. Die erste Nnmmer enthält u. a. Beiträge aus der Feder von Reichskanzler Dr. Marx, Prof. Dr. Julius Petersen, dem berühmten Germanisten der Berliner Universität, Arno Holz und Bernhard K e 11 e r in a n n. r im N. Gänsebraten ™= j^R Kochfleisch,Gänseklein,Gänseleber,Gänsejg&ßr fett, Gänsehaut, Gänsckculen, Masthühner, W?^^ jg Hähnchen st. jg. Haustauben. Tägl. leb. Karpfen, Hechte u. Weißfische Gänseausschlachterei Piper & Kiess, Kiuritzschcr Str. 1 Telefone 11232 u. 24739 Zur Beachung! „Kleine Anzeigen" betreffend. Bei schriftlicher Aufgabe einer kleinen Anzeige bitten wir höfl., den Betrag von M 1.50 gleich beizufügen. Erfolgt die Aufgabe mündlich oder durch Fernsprecher, so ist der Beirag ebenfalls sofort bezw. umgehend einzusenden. Wir sind in Zukunft der Ordnung wegen nicht mehr in der Lage, kleine Anzeigen zu veröffentlichen, für welche der Betrag noch nicht bei uns eingegangen ist. Der Verlag. Anzeigen-Annahme in der Geschäftsstelle VV. Teidier, Glockenstraße 11 A Versicherungen k aller Art Siegmund Cohn Elsfersfraße ZA Fernspr. 15QÖÖ J — 48 — haben, uni> ber Unwiffenbe lann nid)t fromm fein. 9BiQ jemanb icine SRädtften belehren unb ihnen SBiffen unb tirfenntni* crfd^lirnen, fo tft eo nötig, bafj er in ©fite imb SRllbe mit ihnen »erfahre. Z>ci Borntnütige aber, Üuad) er, Kann nid)t lehren. SBohl ift es ^Tlid)t eine« [eben Wcnjdjen, fiel) beidjeiben ,ut Herhalten unb fid) nidjt heroornibrängen: allein, wo e* feine Wänner ftibt, ba, riet .frillel, beftrebe btd), ein Wann }U fein. 9cüd) mehr aber al« bnrd) feine Behren mirfte .'piflel uerfittliebenb auf ben t^eift feiner ßeitaennffen burd) fein üeben, ba* and) ua* al* Stuftet nnb ceif&iel bienen fann. Ii* wettete jemanb mit feinem {yreunb um uier-- hunbert -suis, bafj es ihm gelingen werbe, Riffel ,«t er jänten, l£r mahlte baut einen Freitag nachmittag, ba er muüte, bafi $tuel jum tSmnfang ber Königin Sabbath fid) vorbereitete. 8t ging an .fMlIel* Wohnung uorüber unb rief bnrd) bac> iyenfter hinein: „©ahnt hier .N>i"Llei y" Der (Berufene tam heraus unb fragte: J&at »ftnfdjeft bu, mein Sohn?" „>)iabbi!" fpraq er, „ich mödjte eine jrage an btd) rid)ten." „^ttte, mein Sohn," erwiberte .yüllel, „itaae nur." Da fagte ber Wann: „Saturn haben bie Öabtilontet runbe Möofe?" Ob' u>ol)l \iiflfl bie 3lbiirht bes ,"\-ragenben werfte, gab er freunbtidfje Antwort. Mach einer Stunbe (am ber Diana wieber un5 rief: „9ft Rittet fiauS?" .frillel ging ihm entgegen unb fragte ihn nad) feinem Begehr. „SRabbi!" fagte er, ,,id) möchte gern miffen, warum bie larumbiner trübe klugen haben?" ISleberum antwor« tete ber fanfte Lehrer in mitbem Sinne. Unb er be» Wahrte mtff) feinen Wletcbmiit. al* ber ,"yiembe nod) eine Weihe wetterer ähnlicher fragen ftellte. Da rief biefer in großer Bat: „Wöd)te e* betne*gleid)en nicht «tele in Cvfroel geben!" Unb anf $>illel* erftaunte S^rage: „IBal oeranlafjt bid) ju fofcfjer Webe?" fuhr er fort: „Durch bid) habe id) eine namhafte Summe uerloren, weil id) bid) nicht erzürnen fonnte." — Da fagte Ruttel: „Keffer, bn üerlierft eine Summe (Selbe*, al* Rittet feine (Sebulb." flad): £R. Ka<3, SMograpb. SbaraSterbilber <ffür unfere ^ugeni). THonaflid)« S>eilaao 3um „(ßemeinbeblatt ber 3jraclifijcben ^oliaionegemeinbc 3U £oip3ig" 9?r. 12 September 1926 $UU1 Sdwn in ber ftäfjeften Sugenb wibmete fid) piflel ber Srforf&ung ber Cetjre unb liefe ben Borfdjlag feine«! Brubers Sdjebna, gemeinidjaftlid) mit ihm einen jpan» bei ju betreiben, unbeiüdfid)tti\t. Darüber entrüftet, ,^ug ber trüber fid) mm ihm gänjltd) jurüd unb überfiel ihn feinem Sd)icf)"al. Da<? hinberte jebi>d) .v>ille! nid)t, feinen Sorftaen treu ,^u bleiben. K(l er in ber .v>etmat feinen CSifjendburft niebt mehr ftiHen fonnte, ging er nad) Secufalem, um bie SSoriefungen ber berühmten Lehrer -Pd.cmaja unb Sbtalion ju hören. eitler Wittel entblößt, ohne Jreuube unb i^efanntc, ju ftoh, frembe .pilfe in Snfptud) jtu Rehmen, unb getreu feinem Orunbfaf}: 38er feinen warnen weit iu v>erbreiten fud)t, üirliert feinen Kamen, unb wer fid) ber Jerone ber (Selefjrjamfeit bebient, feb^minbet hin, fab, er in ber fRefibenj feiner 3lhnen fid) genötigt, bie bärteften Arbeiten ju uerridjten, um fid) wenigfteno fümmerlid) ernähren ju fönnen. $Jte traurig feine Sage aber aud) war, er murrte md)t gegen Oottei föeltregierung unb ■uiljlte non feinem färglidjen Cinfommen nod) an ben Pförtner be« Üei)r't)aufe« ba^s üblietje täiiliche CUttriUS« gelb. 3115 er eine* Sageü ol)ite feglicben Berbienf) blieb unb nicht in ber üage war, gegen Zahlung in baS yel)rhauö ju fommen, beftieg er ba* Dach Ott ^eljr« häufe*, um burd) ba* nad) bamaliger Bauart obenliegenbe genfter ben Vorträgen ju laufdjen. Die unten uorge^ tragenen H'eljren naljmen aber feine Sinne bermaüen gefangen, ban er nidjt merfte, wie ber Dom Gimmel l)eräbwtrbelnbe Sdjnee brei teilen Ijod) über il)n gefallen war. Sil* bie Lehrer am Würgen — wie au* bem Siadj» ftel)enben beroorgeht, fdjeint e* an einem ©abbatt) gewefen ju fein — bie aufierorbenttiche Dunfelljeit gewafjr ■ ten unb balb barauf burd) ba* genfter bie ©eftalt eine«