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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-07-09 · 28 (9.7.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
28 (9.7.1926)
Date
1926-07-09
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Kr. 28 GEMEINDERLATT DER IAELITISCHEN RELIGTONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 3 Tumpowsky erwidert, die von Grosz gewitschte Aufklärung müsse von den Gemeindevcrtretern ausgehen. Man dürfe die Schule nicht bekämpfen, weil Zioniston an ihr beteiligt sind. Wegen der gemeinsamen Vergangenheit, aber besonders wegen der gemeinsamen Zi kunli. u;:d weil wir eine Schicksalsgemeinschaft bilden, de?halb mü'sc unter allen Juden eine Verbundenheit bestehen. Diese Verbundenheit müsse dadurch zum Ausdruck kommen, daß man a! en Richtungen Rechnung trägt. l)r Goldschmidt beton', daß nicht die Rücksicht auf die Wähler maßgeberd sen darf Audi nicht, ob Luxus oder nicht, ist die Frage. Die Schule möge sehr nützlich sein im Interesse der allgemeinen lüdischen Kei ntnisse, und es sei zu wünschen, daß ihre Methode auch auf den Unterricht in der hebräischen Sprache in den Religionsschulen übergehe. Aber sie diene nicht einem religiösen Bedürfnis und liege deshalb nicht im unmittelbaren Aufgabenkreis der Gemeinde. Iis sei zu holten, daß man sie künftig wieder unterstützen kann, jetzt sei das Gebot der Sparsamkeit das dringendste. Der Antrag Tumpowsky auf Bewilligung von M 2400 wird gegen 6 Stimmen, der Antrag Dr. Halberstam auf Bewilligung von M 15Ü0 mit 13 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Auch der Antrag Grosz auf Bewilligung von M 500 findet keine Annahme, weil die Freunde der Schule dagegen stimmen. Für die Jüdische Bibliothek und Lesehalle wird ein Beitrag von M 1500 bewilligt, ein weitergehender Antrag Kestenbaums auf Bewilligung von M 2000 abgelehnt. Für den Verein zurFörderung derBodenkultur unter den Juden Deutschlands wird auf Antrag Dubiners ein Betrag von M 30 wieder eingesetzt. Die Beiträge für die Chebra Kadischa der Männer und die Chebra Kadischa der Frauen sind im Entwurf gestrichen. Es bleibt dabei trotz der Fürsprache Markendorfs für eine Wiedereinsetzung, weil ein dringendes Bedürfnis nicht anerkannt wird. Für die beiden Bar Kochba-Vereine ist kein Beitrag vorgesehen. Trotz dringender Vorstellungen von D u b i n e r und Tumpowsky, die au! die Notwendigkeit der körperlichen Erziehung der jüdischen Jugend hinweisen, wird eine Bewilligung abgelehnt. Der vorjährige Beitrag für die P r ä p a r a n d e n s ch u 1 e Höchberg-Würzburg ist gestrichen. Ein Antrag Dubiners auf Einsetzung von M 100 wird abgelehnt. Gemeindevorsteher G o I d s ch m i d t erklärt, damit kein falsches Bild entstehe, der Vorstand habe deshalb geglaubt, die Beiträge für die kulturellen Anstalten streichen zu können, weil diese vom Reichsverband aus der Beihilfe des Reiches in großzügiger Weise unterstützt werden sollen. Unsere Gemeinde wird zu dem Reichsverband einen sehr hohen Beitrag zu steuern haben, der sich unter Umständen auf M 12—15000 belaufen kann. Die Gemeinde wird also damit in weitem Maße ihren kulturellen Pflichten gerecht werden. Für den Jüdischen Theaterverein Jüdischen Jugendbund werden M 300 bewilligt. Gegen eine Bewilligung für den Keren Hajessod spricht Gottlieb mit der Begründung, daß in der ganzen Welt dafür gesammelt werde und es deshalb fraglich sei, ob ein Beitrag von der Gemeinde nötig sei. Tumpowsky rühmt die Ziele des K. Ii. als das ideai, unier welchem alle Juden sich zusammenfinden könnten. Das Geld werde dringend gebraucht. Audi Dr. Halberstam, Dubiner und Kesten bäum treten für Bewilligung ein. Dr. Goldschmidt will nur einen kleinen Beitrag als Ausdruck der Sympathie bewilligen. Man einigt sich auf einen Antrag Kaufmann in Höhe von M 200. Zweck und Ziele des Chaluzheims erläutert Dubiner dahin, daß es sich um die Ausbildung jüdischer Handwerker handelt. Weil der Name in mandien Kreisen nicht verstanden und deshalb mißdeutet wird, wird auf Fürsprache von Goldschmidt und Hodes ein Beitrag von M 1500 zur Ausbildung jüdischer Leipziger Handwerker bewilligt Der Arbeitsgemeinschaft für den jüdischen Mittelstand wird nichts bewilligt, ein Antrag Kaufmann, M 1000 zu geben, abgelehnt. Dem Frauenverein Ruth werden auf Fürsprache von Frau Felsenstein, Dubiner und Gottlieb M 1«>00 gewährt. Die Aussprache über die Gewährung eines Beitrages für die Höhere israelitische Schule soll erst beim orthodoxen Religionsunterricht erfolgen. Damit ist Abschnitt X des Haushaltplanes erledigt; die übrigen Beiträge sind so geblieben, wie sie im Vorentwurf eingesetzt waren. Insgesamt beziffern sich die Beiträge auf M 12000. Es wird in die Generaldebatte zum Haushaltplan eingetreten. Tumpowsky kommt auf die Steuererhebung für 1925 26 zurück. Es sind 30 ,„ von den Vorauszahlungen auf die Reichseinkommensteuer erhoben worden. Er habe diesen Satz seinerzeit für untragbar und nicht notwendig erklärt. Die Versammlung sei aber darüber hinweggegangen und habe bedenkenlos dem Finanzdezernenten des Vorstandes zugestimmt, der diesen Satz als notwendig bezeichnet hat. Dies sei zwar schmeichelhaft für diesen, aber nicht loyal gegen die Steuerzahler gewesen. Wir sind jetzt im Juni und haben noch Geld für Juli und August. Es sei also zu viel erhoben worden, dies bedeute einen Mißbrauch der Steuerschraube iu härtester Zeit. Breslauer erwidert: Wenn nicht 30", erhoben worden wären, so wäre die Gemeindekasse leer. Große Ausgaben aus den früheren Haushaltplänen, wie für den neuen Friedhof, den Ehrenfriedhof, die Zuweisung an verschiedene Fonds konnten nicht geleistet werden. Daß noch Geld da ist, kommt daher, daß im letzten Viertel des Rechnungsjahres 1923 24 Steuern in Goldmark erhoben worden sind, die damals leicht gezahlt werden konnten und einen Überschuß gelassen haben. Davon hat die Gemeinde seither gezehrt. Ohne diesen Rückhalt würden auch die hohen Steuern der letzten Jahre nicht ausgereicht haben. Nun aber gehe auch dieser Fonds zu Ende. Tumpowsky bleibt dabei, daß man in das neue Steuerjahr mit einem großen Plus eingetreten sei. Dies hätte man im Februar voraussehen können. Durch die hohen Steuern sei Mißmut in der Gemeinde entstanden. Den Friedhof müsse man aus Anleihen bauen, haushaltplanmäßige Mittel dürfe man nicht in Anspruch nehmen. Die angestrebte Anleihe sei möglicherweise durch das schon erwähnte Inserat im Gemeindeblatt gescheitert. Es müsse dem Redakteur der Vorwurf gemacht werden, daß er die Aufnahme nicht verhindert und damit die Interessen der Gemeinde schwer geschädigt habe. Im Zusammenhang damit spricht der Redner dem Gemeindeblatt überhaupt jeglichen Wert ab. Diejenigen Gemeindevertreter, die zu den hohen Steuern ja gesagt hätten, seien schuld, daß eine Spaltung in der Gemeinde hätte entstehen können. Grosz erklärt sich mitverantwortlich für die Aufnahme des Inserates im Gemeindeblatt. Der Schriftleiter habe ihn vor der Aufnahme gefragt. Er habe seine Bedenken gegen die Aufnahme zurückgestellt, weil es sich um ein bezahltes Inserat gehandelt habe; dieses sei übrigens von Freunden des Herrn Tumpowsky ausgegangen. Es sei richtig, daß die Aufnahme ein Mißgriff war, aber dieser Mißgriff brauche nicht so tragisch genommen zu werden. Es sei ganz und gar nicht bewiesen, daß dadurch die Anleihe gescheitert ist; im Gegenteil seien Anhaltspunkte vorhanden, daß aus ganz anderen Gründen nichts daraus geworden ist. Herr Tumpowsky bekämpfe das Gemeindeblatt, dessen Begründung aus einer gewissen Notwendigkeit heraus von der Gemeindesitzung beschlossen wor- PUR A Telephon Nr. 24333 12137 reinigt und färbt schnell und preiswert Teppiche» Portieren Herrenu. Damengard. Nächste Filiale: Saizgäßchen Nr. 6-

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