Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 22 (28.5.1926)
- Date
- 1926-05-28
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 3 Aus unserer Gemeinde Heimkehr zum Judentum Die Zionistische Vereinigung veranstaltete am Mittwoch, dem 12. d. M. im Kaufmännischen Vereinshaus einen Vortragsabend, der durch seinen gehaltvollen Inhalt zu den wertvollsten der von der zionistischen Ortsgruppe veranstalteten gezahlt werden kann. Der Oherrahbiner von Prag, Herr Dr. lirody, sprach in vornehmer, weit über dem Parteiengetriebe stehender Weise über „ R ü ck k e h r zum Judentum". Aut die Frage, woher das jüdische Volk seine Lebenskraft schöpfe, die ihm trotz zweilausendjähriger Unterdrückung, Isolierung und Zerstreuung eine nationale Existenz erhalten hat. kann es nur eine Antwort geben: die Thora. Immer ging nationaler Aufschwung mit Gesetzestreue, Abfall von der Thora mit nationalem Niedergange Hand in Hand. Wenn also religiöses und nationales Judentum eine unlösbare Einheit darstellen, so ergibt sich für jeden religiösen Juden die Pflicht, am Aufbau Palästinas mitzuhelfen, ebenso wie ein wahrhaft nationales Leben ohne religiöse Verinnerlichung undenkbar ist. Als zweiter Redner referierte Herr Redakteur Waldmann aus Berlin über „Zionismus und deutsches Staatsbürgertum". Er stellte zunächst fest, daß die Juden in Deutschland, unabhängig von ihren inneren Parteiungen, von der Umwelt in ihrer Gesamtheit als Fremde empfunden werden und daß daher die Fragestellung zu Judentum und Deutschtum erweitert werden muß In sehr interessanter Weise analysierte Herr Waldmann diese Fremdheit, deren Wurzel er einerseits im Golus und Abendland, im Staatsbürgertum und Volkstum andererseits erblickt. Wahre Treue zum Staate setzt aber auch Treue zum eigenen Wesen voraus, und deswegen sei der unverfälschte Jude im Zusammenleben mit den Deutschen als der wertvollere Typus zu betrachten. Die Versammelten, welche den Saal bis auf das leLte Plätzchen füllten, spendeten den Rednern ehrlichen Beifall. — Interessenten, welche wünschen, zu den Veranstaltungen der Zionistischen Vereinigung eingeladen zu werden, werden ersucht, ihre Adresse dem Sekretariat, Keilslraße 4, Fernsprecher Nr. 10211, bekanntzugeben. Schewuoß-Lernen In der ersten nisiatr Nadit veranstaltete die hiesige Agudas Jisroel-Jugendgruppe in den Räumen des Vereins Ahawas-'l hora, Färberstraße 4, das übliche „Lernen". Zur Freude der Veranstalterin hatten sich zahlreiche Teilnehmer eingefunden. Der Synagogenraum wie auch viele Nebenräume sah bald eine ganze Reihe von Gruppen, die sidi zusanrnengetan hatten, um entweder gemeinsam den ppvi zu repetieren, oder sich in andere onso zu vertiefen. Besondere Anziehungskraft übte der unter Leitung von Herrn H. Merkin stehende "vijnp Wll aus. Daneben war es dem Verein gelungen, allen Teilnehmern um Mitternacht Tee und Kuchen reichen zu können Allen Spendern — es waren erfreulicherweise recht viele — sei auch an diiser Stelle herzlichst gedankt. Besonderer Dank gebührt auch den Damen, die einen Teil ihrer Nachtruhe opferten, um die Bewirtung zu leiten. Um 3 Uhr morgens ca. fand man sich dann zusammen, um mm? und «pia zu beten. Als man damit um 5 Uhr etwa fertig war, konnte man allen Teilnehmern at.merken, wie befriedigt sie von dem diesmaligen Verlauf des rrsnnir-Nacht- Lernens waren. Nachdem die Jugend noch spontan hebräische Gesänge angestimmt hatte, ging man auseinander in dem Bewußtsein, in würdiger Weise von neuem a*nv tttltm Vir bipn gewesen zu sein. J. H. 7. Verbandstag des Zentralverbandes jüdischer Handwerker Deutschlands Der .Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands, e. V. (Sitz Berlin) — Geschäftsstelle: Berlin N. 0.18, Gr. Frankfurter Straße 80-81 — hält am 30. und 31. Mai 1926 in Leipzig seinen 7. ordentlichen Verbandslag ab. Derselbe wird durch eine Festsitzung im Krystallpalast, zu welcher die kommunalen Behörden, Gewerbekammer und alle anderen in Betracht kommenden Organisationen eingeladen sind, eingeleitet werden. Hieran schließt sich die eigentliche Arbeitssitzung an, in deren iVtittelpunkt zwei Referate über „Die Frziehung zum Handwerk" stehen. Über den Verlauf dieser Tagung, die für den gesamten deutschen Handwerkerstand von großer Bedeutung ist, werden wir zurzeit berichten. Nachrichten aus dem Gemeindeamt Zur Beachtung! Wir richten an unsere Gemeindemitglieder die Bitte, im eigenen lntercs>e diesem Teil, 10wie den amtlichen Bekanntmachungen auf der ersten Seite besondere Beachtung iu schenken, da eine Veröffentlichung unserer Bekanntmachungen, soweit nicht die Gemeinde-Satzung anderes bestimmt, nur noch im „Gemeindeblatt" erfolgen wird. Gefunden Am 11. d M. abends zwischen 10 und 11 Uhr ist von einem Mitglied unserer Gemeinde am Hauptbahnhof eine silberne Armbanduhr gefunden worden, die ein hebräisches Zifferblatt hat und auf deren Rückseite ein hebräischer Spruch eingraviert ist. Die Uhr liegt bei dem betreffenden Gemeindemitgliede zur Abholung bereit. Nähere Auskunft erteilt das Gemeindeamt. Die Fröschau des Lord Landsworth Herr Oberrabbiner Dr. Landau aus Johannisburg bittet mich, in der deutschen Presse auf folgendes aufmerksam zu machen: Fs gehen in Südaf ika eine Unmenge von Anfragen wegen der Erbschaft eines gewissen Stern ein, der es zu fabelhaftem Vermögen gebracht haben und ohne Hinterlassung von Frben als Lord Landsworth gestorben sein soll. Die ganze Geschichte ist aus der Luft gegriffen. In Südafrika ist von einem solchen Manne nidils bekannt. Die eingehenden Anfragen zu beantworten ist wegen ihrer Fülle ganz unmöglich. Dr. F. Goldmann, Leipzig Gemeindeamt: LohrstraUe to: Fernsprecher 23602. Erdgeschoß: Für sorgen l>t eil ui ig. Geöffnet: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 11 -1 Uhr. - Mittwoch und Sonntag nur für Durchreisende (12—I Uhr). 1. Stock: Vorstand und Verwaltung, (»•öffnet für den allgemeinen Verkehr werktäglich von 9 -1 Uhr. Postscheckkonto der Gemeinde Nr. 50533 Leipzig. (Fortsetzung des redaktionellen Teiles siehe Seite 5) Der geflochtene Schur* als letzte Modeneuheit! 16.50 19.50 NORDHEIMER