Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 16 (16.4.1926)
- Date
- 1926-04-16
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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^ar^rctang, <J1r. 16 10. JApril 1026 um der JsteeUtiScIten Amtliches thkcftrickieiiMei %ler Gettieiiideverw&li <^ V* &ti^tg Ii Das Gemeindeblatt erscheint wöchentlich am Freitag Den Mitgliedern der Religionsgemcindc wird es unentgeltlich durch die Post zugestellt. Bezugspreis für Nichtmitglicder monatlich 60 Pfennige. Anzeigenannahme: W Tcicher, Glockcnstraße 11 Schriftlcitung: Gemeinderabbiner Gustav Cohn, Leipzig, Kanstraflc 5. :: Für den Inseratenteil: Siegmund Cohn, Leipzig. Ottostraße 24 Druck und Verlag: Druckerei W. Teicher. Leipzig.Glockenstraße 11. Anzeigenpreise: Die 4 gespaltene mm- Zcile 20 Pfg. Familien- und kleine An tigen 10 Pfg Umschlagseitcn und Textinserate nach besond. Tarif Die Schriftlcitung Obernimmt für die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Beiträge und die Vereinsnachncnten nur die preßgesetzliche Verantwortung. Nachdruck nur mit Quellenangabe und Genehmigung des Verfassers gestattet. Kalendarium 10.-24. April 1926. — 2.—10. Ijar 5686 1926 April Ijar Omer 5686 Freitag 16. 2. 17. Sonnabend 17. 3. 18. Sabbath Tasria M'zono Sonntag 18. 4. 19. Montag 19. 5. 20. Dienstag 20. 6. 21. Mittwoch 21. 7. 22. Donnerstag 22. 8. 23. Freitag 23. 9. 24. Sonnabend 24. 10. 25 Sabb. Achre K'doschim lottesdtenste (iemeindesynagoge Sabbathgottesdienst: Freitag abend 7 L'lir mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann); Sonnabend vormittag 9 Uhr, Nacrmittagsgehel 7.2U Uhr, anschl. Lehrvortrsfc (Rabbiner Cohn); Abendgebet 7.54 Uhr. Wochentags früh 7.30 Uhr, abends 7 Uhr Talmud-Thora-S)nagogen Otto Schillstralk 6 u. Keilstraße4 Freitag, den 16. April 1026, Abendgebet 7,15 Uhr, nach dem Gebet Schrifterklärung. Sonnabend, den 17 April 1926, Morgengebet 8.30 Uhr; Mincha 4 Uhr; Sabbathausgang 7,56 Uhr. Wochentags .Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 7.15 Uhr. Die Erkenntnis, daß der allgemeine Gesundheitszustand abgesehen von den besonderen Schädigungen durch die Kriegs- und Nachkriegszeit trotz der außerordentlichen Fortschritte, die die medizinische Wissenschaft in den letzten 50 Jahren gemacht hat, keineswegs die wünschenswerte Höhe erreicht hat, gab den Anlaß /ur Veranstaltung einer „Rcichsgcsundheitsw ochc", die in Leipzig, wie im ganzen Reiche, in der Woche vom 18. 24. April stattfinden wird. Durch Veranstaltungen aller Art soll die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit der Gesundheitspflege hingewiesen werden. Gesundheitliche Aufklärung soll auf wissenschaftlicher Grundlage vertieft, und das persönliche Verantwortlichkeitsgefühl jedes ein/einen gegenüber seinen gesundheitlichen Pflichten soll gestärkt werden. Mit allen Mitteln der Belehrung und Propaganda soll dem ein/elueu gezeigt werden, in welcher Weise er durch eine naturgemäße Lebensweise seine Gesundheit fördern, seine Kräfte stählen und seine Arbeits- und Lebensfreudigkeit steigern kann. Soll dargetan werden, auf welchen gesundheitlichen Grundlagen sich eine zukunftsfrohe Ehe und ein hoffnungsvoller Nachwuchs aufhaut, und wie der einzelne sich und seine Familie vor üesuiulheitsschäden und Krankheiten ZU schützen vermag. Es ist eine bekannte Tatsache, daß innerhalb der jüdischen Gemeinschaft der Pflege der Gesundheit meist gniliere Sorgfalt gewidmet wurde als anderwärts, daß .Mäßigkeit und Reinlichkeit dem Körper größere Widerstandskraft gaben. Ls sei daran erinnert, daß die gegen die Juden gerichtete Verleumdung der Brunnenvergiftung zur Zeit des schwarzen Todes ihren Ausgangspunkt zum Teil in der bei den Juden weniger häufigen Erkrankung an der Pest hatte: sie waren durch sorgsamere Körperpflege und naturgemäßere Lebensweise der Gefahr der Ansteckung w illiger ausgesetzt Diese Tatsache findet ihre Erklärung darin, daß das Judentum in den Kreis seiner religiösen l einen auch Vorschriften mannigfaltiger Art einbezogen bat. die es mag dahingestellt bleiben, ob dies ihr bewußter Zweck gewesen ist oder nicht geeignet waren, den Gesundheitszustand zu heben. Weitgehenden strengen Maßnahmen gegen ansteckende Krankheiten, wie sie heute am .Marke der Volksgesundheit in allen Ländern zehren, wußte schon die Bibel allen Nachdruck zu verleihen, indem sie ihre Durchführung als kultische Vorschriften in die Hände der Priesterschaft legte. Ein gut durchgebildetes System von Reinheitsgesetzen sorgte für häufige W aschungen und Bäder. Und nicht zuletzt errichtete der große Komplex der Speisegvsetze, die ja fundamentalen Einfluß auf die Lebensführung üben, einen Damm gegen Unmäßigkeil und die in ihr begründeten gesundheitlichen Nachteile. Zeigen diese Hinweise, daß wir der Veranstaltung der