Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 13/14 (26.3.1926)
- Date
- 1926-03-26
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 13/14 GKMHINDliBLATT DER ISRAELITISCHEN REUOIONSGEMEINDE. LEIPZIG Seite 9 uns sammeln. Könnte uns deshalb ein Vorwurf gemacht werden, so wäre es höchstens der, daß wir es nicht schon weit früher getan haben. Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Leipzig Julius Krause, Vorsitzender Erwiderung' In Nr. <\2 des „Gemeindeblattes" wird eine Erklärung meiner Worte gewünscht, die ich nach dem Vortrage des Herrn Dr. med. Brodnilz-Berlin über das Thema „Der Wey der jüdischen Jugend" in der hiesigen Ortzyruppe des Centraivereins am 15. d. M. in der Diskussion gesprochen habe. Diesem Wunsche komme ich nach und erkläre, daß ich keine Veranlassung habe, von dem, was ich zur deutschen jüdischen Jugend yesayt habe, etwas zurückzunehmen. Auch ich bin dafür, daß die Jugend — nicht nur jeder junge Mann, sondern auch jedes junge Mädchen —jede Anschauung kennen lernen soll, um unbeeinflußt entscheiden zu können, welche die verderbliche und welche die nützliche ist. Wenn ich ausgeführt habe, daß wir den Zusammenschluß der auf dem Boden des C.-V. stehenden Jugend begrüßen, weil sie dadurch vor dem verderblichen Einfluß des Zionismus bewahrt werden kann, so hat mich dabei der Eindruck geleitet, den ich vor einigen Wochen in einer Versammlung der »Arbeitsgemeinschaft jüdischer Jugendorganisationen* gewonnen habe. Der damalige Referent, der einen ausgesprochen zionistischen Standpunkt vertreten hat, obwohl die Ankündigung eine neutrale Veranstaltung erwarten ließ, richtete an die jüdische Jugend die Eorderung, sich mit revolutionärem Geist zu erfüllen, damit sie sich zu neuen Ideen und Idealen aufschwingt, und hierbei sich nicht durch die Wünsche der Eltern beirren zu lassen. Solche Erziehungsmethoden erachte ich als gefährlich, weil sie zur Verhetzung und Isolierung der jüdischen Jugend führen und wenig geeignet sind, ein geschlossenes Judentum zu fördern. Von dieser Überzeugung aus begrüße ich es, daß der C.-V. eine Sammlung der jüdischen Jugend herbeiführen will, die gewillt ist. sich in die jüdische und in die deutsche Sdiicksajsgemeinschaft einzuordnen. Meine weiterhin beanstandete Äußerung, daß wir den Zionisten bei der Abreise behilflich sein würden, war so klar, daß ein Mißverständnis nicht hätte möglich sein können. Sie sollte nichts anderes besagen, als daß wir den Zionisten, die in Palästina ihre Heimat erblicken, keine Schwierigkeiten machen wollen. In dem Zusammenhange konnte sie anders nicht verstanden werden, und ist auch, soweit ich bemerken konnte, von den anwesenden C.-V.- Mitgliedern nicht anders aufgefaßt worden. Ich glaube, daß damit dem Wunsche der I lerren Einsender nach Aufklärung hinreichend Genüge geschehen ist, bin aber zu mündlicher Aussprache mit ihnen gern bereit (nach vorheriger telefonischer Rücksprache). Hugo Herper f>cpp für (Kinderwagen, Klappwagen, Korbmöbel U Panorama fioinxtn & müdnr-9assagt lfßplmt,S <J * * [/ 0 l IJ .V«««* M - «rlm« «7. ff Vereinsnachrichten. Ahawas Thora Die am Sonnabend, den 3. Marz, im Bethaus, FärberstralJe 3, stattgefundene erste Elternversammlung unseres Vereins war ein voller Erfolg unserer Arbeit. Ein lange gehegter Wunsch unseres Lehrerkollegiums, mit den E lern unserer Seh iler in näheren Kontakt zu treten, soll in Erfüllung gehen. In Verbindung mit schönen Mldrasdiworten verstand es unser Leiter. Herr Rabbiner reldmann, den Kitern die Piiicbl klarzulegen, dalS sie nur mit den Lehrern Hand in Hand für die Erziehung der Kinder im Sinne der Thora sorgen können. Anschließend daran sprach im Namen des Lehrerkollegium! Herr Pikholz, der In schlichten Worten den Nachweis t ihrte. daß niemals im jüdischen Volke eine Erziehungsfrage bestand, sondern diese nur stets von denen aufgerollt wurde, die die Erziehung aut nichtorthodoxer Hasis wünschten. Kür den gesetzestreuen luden gilt die alte Erziehungsmethode auf Basis der Thora, und liiert ir benötigen unsere Kinder das Vorbild der Kitern.' Wirtschaftsverband Jüd. Studierender, Leipzig. Sonnabend, den 27. vlärz, pünktlich 8 Uhr abends, findet in der jüd. Lesehalle, Keilstr. 4. ein Vortrat; von Kol), cand. med. L. Goldstein statt über das Thema „Der Körper und der Geist der Juden im Lichte der Kassenkunde und Vererbungslehre*, (laste willkommen Verein jüdischer Reisender, Leipzig-, Sonntag, den 28. März, abends 7 Uhr, findet im Keglerheim, Nordstr. 17, eine ötfent liehe Versammlung statt, in der ein tür alle jüdischen Reisenden. Handelsvertreter und Agenten äußerst wichtiges Referat gehalten wird Nachdem freie Aussprache. Ks liegt im eigensten Interesse eines jeden Kollegen, sich dieses für uns äußerst wichtige Referat anzuhören und dazu Stellung zu nehmen. Im Interesse der Sache hoffen wir auf recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig- Voranzeige. In den nächsten Wochen finden eine ganze Reihe Veranstaltungen unter dei.i Namen „Reichsgesundheitswoche" statt, die autklärend über Krauen der Volksgesundheit wirken sollen. Der Jüdische Frauenbund, der schon von jeher eine wesentliche Aufgabe darin gesehen hat, durch Aufklärung in Wort und Schrift, durch Merkblätter zur Tuberkulosebekämpfung, durch Sammlung für ein Tuberkuloseheim usw. nach Kräften zur liehung der Volksgesundheit beizutragen, will eine Vor« tragsreihe, die sich mit Fragen der Krankheitsverhütung und gesunden Lebensweise beschäftigt, veranstalten; zu den einzelnen Vorträgen sind alle Jüdischen .Männer und Frauen gebeten. Der erste Abend findet am Sonnabend, dem 10. April, abds. S Uhr im Volkawohl, l.öhrstr. 7, statt und behandelt in einem F Ilm vortrag Die Bekämpfung und Verhütung der Englischen Krankheit. Vortragender: Dr. K. Soloweetschik. Eintritt frei. Jüd. Turn- und Sportverein „Bar Kochba", Leipzig. Ausschreibung zum l. gauoffenen Jugend sc hwimmfesl am Sonntag, den 18. April, nachmittags 3,15 Uhr, im städtischen Carolabad zu Leipzig, DufourstralSe: 1. Jugendjuniorbruststatfel 3x100 m 2. Knabenseitesdiwimmen 50 m 3. Damenj Jgendjuniorfreistil 50 m 4. Jugendjuniorrücken lüll in 5. Mädchenbruststattel 3x90 m fi. lugendjuniorbrust ICO m 7. Jugendfreistilstatfel 3x100 m 8. Damenjrgendjuniorbrust loo m 9. Knabenbrust 50 m 10. Knabenspringen (3 l'tlieht- und 1 Kürsprung) I. Nr. 5 Kopfsprung mit Anlauf vorwärts. Arme hoch, 3 in II. Nr. 1 KulSsprung mit Anlauf. Arme anlegen. 1 m III. Nr. 4 Abfaller a d Stand rücklings. Arme angelegt. 3 m IV. Ein Kürsprung aus I bis 18 M.U). Kaufmann Tel. 23009 Leipzig Brühl Nr. 8 Sortiment - Verlag - Antiquariat Spezialität: Judaica und Hebraica Reiche Auswahl der modernen deutschen Literatur Ansichtssendungen stets gern zu Diensten