Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 12 (19.3.1926)
- Date
- 1926-03-19
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 GEMEINiDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang » - ist eine der Notwendigkeiten des Aufbaus unseres Landes und es wäre nur ein Ruin, falls die Besitzverteilung des Bodens sich anders gestalten würde. So komme ich zu einem ganz anderen Ergebnis als der Herr Referent. Das Kapital hat in Palästina in der Industrie und in der Landwirtschaft genügende Anla^finöglichkeiten. — Ebenso katastrophenhaft findet Herr Chaschin die Lage des jüdischen Arbeiters in Palästina, da er glaubt, daß dieser nicht konkurrenzfähig sei gegenüber dem arabischen Landarbeiter. Wenn es so wäre, müßte die gesamte Zahl der jüdischen Arbeiter in Palästina, die mit 30000 beziffert wird, dem Untergange geweiht sein, und sämtliche Genossenschaften und Unternehmungen müßten nur arabische Arbeiter beschäftigen. Aber in der Tat ist dies nicht der Fall, sondern das Genossenschaftswesen bevorzugt die ausgebildeten jüdischen Arbeiter. Diese Tatsache beweist uns, daß die Konkurrenzfähigkeit mit den arabischen Arbeiterin keine Legende ist. Erstens kommen die jüdischen Arbeiter ausgebildet hin und sind zum Teil leistungsfähiger als die Araber und begnügen sich mit einem geringeren „Standard of live" wie ein Deutscher. Daß manche Genossenschaften eine Zeit lang mit Defizit zu arbeiten haben, ist weiter nicht verwunderlich, da sie nicht mit allen günstigen Vorbedingungen zu arbeiten anfangen, die sonst üblich sind. Ziemlich leicht wird auch die politische Frage des Zionismus von Herrn Chaschin abgetan. Die Balfourdeklaration findet er als einen Fetzen Papier, und die Behandlung der Araber seitens der Juden wäre unhaltbar, da sie ja mit der Zeit eine Minderheit würden. Die Araberfrage hat bisher eine viel friedlichere Lösung gefunden, als es der Herr Chaschin glaubt, da sie am Verwaltungswesen Palästinas beteiligt sind und ein großer Teil umer ihnen sehr starkes Interesse an der zionistischen Idee hat, da das Aufblühen des Landes dadurch gewährleistet ist. So kommt der Herr Referent zu dem Endergebnis, daß der Zionismus keine Lösung der Judenfrage sei, und er glaubt, daß die Judenfrage nur durch den Sozialismus gelöst werden kann. Hier möchte ich nur hervorheben, daß die Beurteilung eine oberflächliche ist. Bei eingehender Beschäftigung mit dem Zionismus würde er vielleicht zu einem anderen Ergebnis kommen, als aus seinen Ausführungen zu entnehmen ist. Es könnte sein, daß bei oberflächlicher Beobachtung des Landes mandie Schattenseiten der Kolonisation auffallen, auf deren Schilderung man sich aber nicht verlassen kann, falls man objektiver Beurteiler sein will. Ich behalte mir vor, in einer der nächsten Nummern des „Gemeindeblattes" in einem ausführlichen Artikel auf diese Fragen näher einzugehen. Dr. S Judelowitz Herren hüte JULIUS MÜLLER Mutten - Fabrik* Jugendversammlung des Centraivereins, Ortsgruppe Leipzig Die hiesige Ortsgruppe des Centraivereins veranstaltete am 15. März eine Versammlung, deren hauptsächlicher Zweck die Gründung einer Jugendgruppe zum Zwecke der Abwehr des Antisemitismus war. Als wir am Abend — leider erst um 10,15 Uhr von einem Vortrage kommend — im Saale erschienen, konnten wir gerade noch einen älteren Redner hören, der dem Sinne nach etwa folgendes ausführte: „Zweck der Gründung dieser Jugendgrupge ist der Zusammenschluß der gesamten deutschen jüdischen Jugend, um sie so dem verderblichen Einfluß des Zionismus zu entziehen". Wir halten diesen Standpunkt grundsätzlich für verderblich, da ein jeder junger Mann prinzipiell eine jede Anschauung kennen lernen soll, und die Abwehr des Antisemitismus unbedingt ein geschlossenes, möglichst einheitliches Judentum erfordert. Derartige Isolierungen müssen in eine Verhetzung der jüdischen Jugend untereinander ausarten. — Doch dies ist eine Angelegenheit, Uber die man sachlich und persönlich verschiedener Meinung sein kann. — Jedoch hielt der Herr Redner es noch für notwendig, zum Schluß wörtlich mit kerniger, lauter Stimme zu sagen: „. ,,. und wir werden ihnen (d. h. den Zionisten) gern bei ihrer Abreise behilflich sein!" Was hat der Herr Redner damit sagen wollen? Will er etwa den Zionisten das Reisegeld nach Palästina gütigst in die Hand drücken? Dafür wird ihm die Zionistische Vereinigung wahrscheinlich sehr dankbar sein. Oder soll man darunter doch etwas anderes verstehen? Wir würden dem Herrn dank- Albert Frankenberg Tel. 27 128 MarkgratenstKOe 10 Tel. 27 128 Spezial-MaQgeschält f. elegante Herrenkleider Nur erstklassige Stoffe Allerbeste Zutaten Individuelle Ausführung Garderobe-Abonnements zweckmäßig eingerichtet Anfertigung auch bei Zugabe des Stoffes Aufbewahren und verwenden! Leipziq/Petei u.Qohlu Halluch» Jtr. 87*9 Gutschein für 10'i, Rabatt Gültig bis 1. Mai Sehr verehrte Hausfrau! Den anhängenden Gutschein nehmen wir bei Begleichung einer Rechng. statt Geld in Zahlung. Besonders hinweisen mächten wir tut unsere erstkl. Gardinenspannerei und vorzügliche Feinplätterei Kragen 10 HPfg. Oberhdn.45Pf Manschetten 20 „ Vorhdn. 20 „ Oberhemd mit Manschetten . 50 „ Pf und Wäscherei Wäsche gewaschen u. fast trocken Pfund 25 Pf(. Wäsche gsw. u. gerollt „ 35 „ Garantiert ohae schädliche Mitteil Machen auch Sie einen Versuch I Großwäscherei „Schneeweiß" Inhaber: Fa. Wilhelm Adler Fernspr. 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