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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-03-19 · 12 (19.3.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
12 (19.3.1926)
Date
1926-03-19
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 2 2. Jahrgang rieht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, den 2. März 1926 Der Vorstand der Isr. ReliKionsijenieindezu Leipzig Religionsunterricht wird erteilt 1. in der Religionsschule der Isr. Religionsgemein d e mit vier Zweiganstalten, im Norden: 32. Volksschule. Yorkstr. 2-4, im Osten: 10. Volksschule,Täubchenweg 2, im Süd e n: zurzeit 3. Volksschule, Arndtsir. 40, im Westen: 47. Volksschule. Elisabethallee 24-26. (Leitung: Gemeinderabbiner Dr. Goldmann) 2. in der o r t h o d o x e n R e 1 i g i o n s s c h u I e, Gustav Adolfstraße 7. Anmeldung zur Religionsschule der Gemeinde Sonqtag, den 21, März, und Sonntag, den 28. März, von 10—12 Uhr im Gemcindeamt, Löhrstraße 101. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß die Kinder hereits vom sechsten Lebensjahre ab der Religionsschule der Gemeinde zugeführt werden können. . Ferner sollen, falls genügend Meldungen eingehen, Zirkel für den Privatunterricht, zunächst für Kinder vom 6.—8. Lebensjahre, eingerichtet werden. Anmeldunijen sind schriftlich oder mündlich bei dem Direktor der Religionsschule, Herrn Rabbiner Dr. Goldmann, König Johannstraße 17 — Fernspr. 21667. anzubringen. Anmeldung zur orthodoxen Reügionsschule kann schon jetzt täglich von 11—12 Uhr im Schulgebäude, Gustav AdoMstr. 7 Erdg. bewirkt werden. (Leitung: Gemeinderabbiner Dr. Garlebach.) DerGeburtsscheindesKindesistmitzubringen. Leipzig, den 8. März 1926 Der Vorstand der Israelitischen Relinionsßemeinde zu Leipzig Fortbildungs - Religionsunterricht Für alle Schüler höherer Lehranstalten, welche das vierzehnte Lebensjahr vollendet haben, finden Fortbildungskurse in allen Zweigen des jüdischen Religionsunterrichts sowie im Hebräischen statt. Zur Teilnahme berechtigt sind auch junge Leute, welche keine Schule mehr besuchen. Meldungen sind schrittlich oder mündlich an Herrn Gemeinderabbiner Dr. Goldmann, König Johannstr. 17 — Fernsprecher 21667 — für den orthodoxen Fortbildungs-Religionsunterricht an Herrn Gemeinderabbiner Dr. Garlebach, Schulgebäude Gustav Adolfstraße 7 Erdg. - Fernsprecher 27591 — zu richten. Leipzig, den 8. März 1926 Der Vorstand der Israelitischen Reliyi"nsj;emeinde zu Leipzig Kunst Im jüdischen Leben Es ist ein weitverbreitetes Urleil, daß Judentum und Judenheit bis nahe an die neuere Zeit heran geradezu kunstfeindlich gewesen sind. Jüdische Lehre und jüdisches Lehen, so meint man. haben das Verlangen nach sinnfälligen Verbildlichungen und Gestaltungen, die über die Nüchternheit des Daseins hinauszuheben vermögen, nicht aufkommen lassen oder, I WO es sich geltend machen wollte, zielbewußt unterdrückt. Es kann in der Tat nicht verkannt werden, daß die strenge Folgerichtigkeit des Glaubens an den einen, nicht darstellbaren, rein geistigen Gott jedwede Bildnerei zu verhüten trachtete und solange trachten mußte, als die gesamte Umwelt den Gewalten, die sie anbetete, eine greilbare Gestalt schuf. Wie sollten denn auch die Geister von der absoluten Unkörperlidikeit Gottes durchdrungen werden, wie sollten sie gegen den Irrtum des Bilderdienstes gesichert bleiben, wenn nicht mit aller Strenge jeder Versuch, Göttliches sinnfällig darzustellen, oder auch nur bildhaft den Sinnen näherzubringen, weit zurückgewiesen wurde! So lag es nur in der Richtung judischer Reiigionsauffassung, wenn in strengem Festhalten au diesem Grundsatze diese Übung auch auf das ausgedehnt wurde, was nicht unmittelbar in die Sphäre des Religiösen gehörte und auch dann noch jede bildnerische Gestaltung abgelehnt wurde, als sie längst aus (]cr Sphäre des Religiösen herausgelöst zu einem selbständigen Sdiaifenszweige geworden war. \ et es geht doch nicht an, aus dieser Beharrlichkeit aul eine Feindschaft gegen die Kunst als solche schließen zu wollen. Die Bestimmungen, die die Nachbildung naturgeschaffener Gegenstände oder die Gestaltung von Phantasiegebilden verboten, beschrankten sich durchaus aut den Kampf gegen die Gefahren, die der reinen Gottgläubigkeit erwachsen könnten, und sicherlich wäre auch die Starrheit, zu der man diese Gebote verdichtete, weit früher gelockert worden, wenn nicht die äußeren Verhältnisse den Sinn der Juden so stark eingeengt, ihnen den höheren Schwung des Schauens benommen hätten. Wie wenig die Schätzung der Kunst als solcher dem Geiste der Lehren des Sinai widerspricht, dafür gibt es kein beredteres Zeugnis als die Wertung, die die Thora dem Schöpfer des Stiftszeltes und seiner Geräte zuteil werden läßt: „Sehet, der Ewige hat ausdrücklich den Bezalcl berufen . . . und hat ihn mit göttlichem Geiste erfüllt (II. Mos. 35. 30, m)u- Der Mann, der in Gold, Silber und Erz künstlerische Werke zu gestalten vermag, ist von Gott zu solchem Schallen berufen; aus solchem Schaffen spricht göttlicher Geist. Es ist aber für die weitere Entwicklung jüdisdier Wertung der Kunst nicht ohne Bedeutung gewesen, daß die Stellungnahme der Thora zur Kunst gerade in Beziehung zum Bau des Stiftszeltes kundgegeben wurde: Nur im Dienste der heiligen Aufgabe, göttlicher Verehrung eine würdige Form zu geben, konnte die Kunst innerhalb der Judenheit Geltung erlangen. Nicht die Freude am Schönen, nicht die Lust am Gestalten, diese ungemein starken Förderer der Kunst, durften als Antrieb zum künstlerischen Schaffen wirksam werden; nicht Erweckung von Lust durch das Schöne durite das Ziel sein, in dessen Dienst der Künstler seine besondere Begabung stellte. Glanz und Pracht der künstlerischen Schöpfungen sollten nur immer dazu beitragen, die Ehrfurcht vor dem allein wahren Gotte zu vertiefen; die edlen Formen, unter deren Anblick der andächtige Beter seine Seele zu dem Unsichtbaren und doch Gegen wältigen erhob, sollten Vorsätze zum Guten bestärken, die in der Stunde der Andacht in ihm wadi wurden. Wo Sdiönheit waltet, da wird der Geist freier, um neue Erkenntnisse in sich aufzunehmen; die Sdiönheit im Heiligtume Gottes Helle Pastellfarben, die große Mode Nordl\eimer äniiiiiiiiaiitaiiiiiiaiiiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiuieaiiiitiiiiiiiaiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiaiuiiitaiiiiiiii^

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