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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-03-12 · 11 (12.3.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
11 (12.3.1926)
Date
1926-03-12
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seile 6 QfiMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang den lachenden Dritten zu spielen. Es ist in Palästina ein offenes Geheimnis, daß die Pogrome von Jaffa und Jerusalem Englands Werk gewesen sind. Den Arabern werden Zugeständnisse vorgetäuscht, indem man den Juden eins auswischt. Kein Zweifel, daß England im Moment der Gefahr der dräuenden Bestie die ganze jüdische Siedlung in den Rachen werfen wird. Das zionistische Palästina hat sich auf einen Vulkan gesetzt. Bliebe noch die „hebräische Kultur". Da Hebräisch keine Volkssprache ist, die man „im Ohre" hat. kann sie nur der richtig sprechen, der sie „im Kopfe" hat, nämlich die bezüglichen Schriftstellen — also nur ein Gelehrter. Da man ferner immer in einer anderen Sprache denkt, bedeutet Hebräischspreehen ein Übersetzen. Gut übersetzen können aber nur wenige. Die Folge ist jenes dem Kenner unerträgliche Gassenhebräisch, wie es in der Zeitung „Doar Hajom" nachzulesen ist Leute, denen man ansieht, daß sie springlebendig in Jiddisch reden würden, stammeln nun steife Phrasen und erscheinen tölpelhalt, wie Einheimischen ein radebrechender Fremder. Das ist ein mechanisches Esperanto und keine Kultur. Der Redner kommt zu dem Schluß, daß die zionistischen Illusionen zu keiner Lösung der Judenfraye führen, sondern nur davon abhalten, die Wirklichkeit ins Auge zu fassen. Auf eine sachlich unergiebige Diskussion, in der ausschließlich Opponenten zu Wort kamen, und unter Hinweis auf die von Chaschin erwähnten 6000 jüdischen Bauarbeiter eine in Palästina vor sich gehende Produktivierung der Juden rühmend hervorgehoben und allerseits gefragt wurde, welchen Ausweg sonst der Referent anzuheben wüßte, antwortete Chaschin im Schlußwort, daß man in New York an einem einzigen Feierabend 100000 jüdische Arbeiter aus den „Shops" strömen sieht, in der Union 70000 jüdische Farmer leben, in Rußland sogar von der Regierung aus eine großzügige Ansiedlung auf zusammenhängendem Territorium, die Entwicklung einer „jüdischen Republik", in die Wege geleitet sei, was aber die unverantwortliche Gegenaktion derZionisten zu vereiteln drohe; kurz, daß die Produktivierung der Juden anderswo in ganz anderem .Maßstab vor sich gehe und möglich sei, als in Pa-; läsiina und schloß mit der Aufforderung zum Sozialismus: wo alle Fragen gelöst werden, wird auch die verfluchte jüdische Fraue ihre Losung iinden! Dr. A. Suhl Wohnungswechsel Herr Gemeinderabbincr Cohn wohnt seit dem 15. Februar Löhrstraße 10 III Fernspredianschluß (29641) und Sprechzeit bleiben unverändert. Zur Beachtung! Wir richten an unsere Gemeindemitglieder die. Bitte, im eigenen Interes-e diesem t eil, sowie den amtlichen Bekanntmachungen auf der ersten Seite besondere Beachtung tu schenken, da eine Veröffentlichung unserer Bekanntmachungen, soweit nicht die Gemeinde-Satzung anderes bes immt, nur noch im „Gemeindeblatt" erfolgen wird. Konditorei und Katfee Blaue Hand Ranstädter Stwg.28 32 Täglich ab 5 Uhr: Die Brettl-Studenten Eigene Konditorei Bestellungen sofort frei Haus Gemeindeamt: Löhrstraße 10: Fernsprecher 23602. Erdgeschoß: Fürsorgeabteilung. Geöffnet: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 11—1 Uhr. — Mittwoch und Sonntag nur für Durchreisende (12—I Uhr). 1. Stock: Vorstand und Verwaltung. Geöffnet für den allgemeinen Verkehr werktäglich von 9—1 Uhr. Postscheckkonto der Gemeinde Nr. 50533 Leipzig. V erwaltungsdirektor: Gustav Katzenstein (Sprechzeit 9—II Uhr). Gemeindevorsteher: Carl Goldschmidt jzu sprechen nach tele!. stellv. Gemeindevorsteher: S. llodes Anmeldung (Nr. 23602) Dezernent d. Fürsorgeabtlg.: S. Gottlieb j in der Mittagszeit. Dezernent für das Finanzwesen: W. Breslauer. Dezernent für das Kaschrus: S. B. üoldrei. Liberales Rabbinal: Gemeinde-Rabbiner: Dr. Felix Goldmann, König Johann-Str. 17, Fernsprecher Nr. 211)67. Sprechstunde 9.30 11 Uhr vormittags, nach vorheriger telefonischer Verständigung auch zu andrer Zeit. Montag und Donnerstag nur in dringenden Fällen. Gemeinde-Rabbiner: Gustav Cohn. Löhrstr. 10, Fernsprecher 39641. Sprechstunde 10 11 Uhr vormittags, nach vorheriger telefonischer Verständigung auch zu anderer Zeit. Orthodoxes Rabbinal: Gemeinde Rabbiner: Dr. Ephraim Carlebach, Nikischplatz 1, Fernsprecher Nr. 10225. Sprechstunden 9 10 Uhr vormittags in der lliili. Isr. Schule, Gustav Adolf-Str. 7, 4 -5 Uhr nachmittags in der Wohnung. Gemeinde Dajan: Rabbiner Rogostiitzky, Salomonstr. 25 b, Fernsprecher Nr. 10211. Sprechzeit: Montags, Mittwochs. Donnerstags und Sonntags 10-12,30 Uhr vormittags, Dienstags 4 7 Uhr nachmittags, Freitags 10 2 Uhr mittags. Außerhalb der Sprechzeit in der Wohnung. Friedhofs- und Bestattungswesen (Gemeindefriedhof, Berliner Straße 123) Jeder Stcrbefall ist unverzüglich dem Gemeindeamt, wenn dieses geschlossen ist, dein Synagogeninspektor Hermann Isaaksohn, Gottschedstraße 28 (Synagoge), Fernsprecher 11250, oder dem stellvertretenden Bestattung-ordncr faul Pietrkowski, Lindenau. Henricistr. 40, Fernsprecher 42752. zu melden. Sonnabende und an den israelitischen Feiertagen ist der Friedhof geschlossen. Unter Aufsioht des orthodoxen üemeinderabbinates stehen: a; Fleischereien: Mii.r. Bild, Gerberstraße 48 50. Mose> Frischer, Nordstraße I. Sr»11y 1 iih, Prirk-hnfstrnße It-lJ und Ranstädter Steinwrg 7. Adoll Zellner. l ierberstraße 5. Wilhelm /.ellner. Nordstraße 5. ~ v>'; Das Fleisch soll an demselben^age.'^an 'dem es gekauft wird, koscher gemacht werden. Wer das Fleirkh durch nichtjüdisches Personal bringen läßt, muh" fordern, daß das Packet durch den Schomer gesiegelt wird. b) Geflügelverkauf: Die vorgenannten Fleischereien. Moses Feuer, Tauchaer Straße 20. Bei Feuer dürfen Teile von Geflügel nur in Gegenwart des Sdiomers gekauft werden. c) Milch und Butter: » J. Barthfeld, Yorkstraße 9. S. Ringelblum, Gerberstr 43. Fil. Lohmühlgasse, Ecke Lberhardstr. Chaim Zipscr, Berliner Straße 18, IV. Die Aufsicht eistreckt sich nur auf die ausdrücklich als ..Koscher" gekennzeichnete Waren. Albert;Frankenberg Tel. 271128 MarkgralenstraOe IO Tel. 27,128 Spezial-MaßgeschäH ff. elegante Herrenkleider Nur erstklassige' Stoffe. Allerbeste Zutaten Individuelle Ausführung Garderobe-Abonnements 'Anfertigung auch Zweckmäßig eingerichtet bei Zugabe des Stoffe«

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