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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1926-03-05 · 10 (5.3.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
2 (1926)
Issue
10 (5.3.1926)
Date
1926-03-05
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Seite 8 GEMKINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 2. Jahrgang r i Seifenfabrik sucht Prouisionsreisende zum Besuche von Geschäften und Betrieben. OH. unter f028 an BüdvRev. M. Köhler, Stemwartenstr. 12, erbeten. Parkettreinigen. ablioli abspSn.. w: cfis. ". i o> nern - Llnoleumrcinigen. Staubsaug f ensterreinl$.,ai:chinl'rivatwolin keinij;ungsgesellscha'i „Saxonia" 'tBgltwfc Taffellieder Aufführungen Tischreden Couplets Reklame Lotte Baumann Die besten uieizenmehle Gries, Uraupen.sow. sämtl. Teigwaren u. alle Bedarfsartikel kaufen Sie sehr preiswert in den Hochheimer Mühlenwerken Eutrit:schcr Str. 1. Telet. 12 043 Lieferung frei Haus! Themasiusstralk' Telefon: 28 351 ©eqen FemeibioHeit »irfon am beften £au«njtein» $ogetabili(cb« Reduktions-Tabletten Tee Massage-Creme CAlIein ed>( Sönia-6alomo-!Rpotr>. 17 ■poltPoil.Q3rimm.6tr. " | Zu TestlicDkeitett; eerloibo rituelle | £afelgejd)irre,<ßläjer, £>ejted'e. S>erfauj jämtlicbcr Baus- und Küchengeräte.!Hoja!SJ>oltf SranBf. 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Der König unb alle "Jlnmefenben erstaunten, Solche« ju hören: Saraaafojutf erzürnte fehr unb urbnete an, baß (ein ganjet »offtaat fd>on am folgenben Morgen be« reit iei, mit ihm mieber ine oubenoiertel ju stehen unb [dnout, wenn fiel) bie 8Baf)rbeU treffen, um» Marius jagte, bewahre, alle Männer töten, bie Leiber unb Min« ber als rflauan Herlaufen #i laffen, unb alles (Molb unb (Eigentum ber ouben fülle bes ttönigs merben. SBfibrenb ber Mönig alfo ergrimmt rebete, fd)lief ber Siener einer ber ^mölf Sljnagogen, ber fromme, tugenbbaftc Öreis (fybraün '-Barucb, ruhig auf feinem Säger. St erwachte plötjlidj »nb ial) einen Mann, maje« ftätüdjen Hnfebem?, mit langem Sarte, einen lebernen (Butt um ben Seif) gewunben, oor fid) flehen, unb er er tonnte ben göttlichen Propheten tSlijalju, ber iljn alfo anrebete: „Du icbläfft? Mache Dich eilenbs auf, gel)e in bie Synagoge, iet^e in jebes ber brei leeren ft&ftdje» bie Ji)üraroüe, fomme bann *urüd unb lege Did) wie« Ott, nm ju icblaien.;^u memanbem aber rebe, baß id) Dir ertebienen bin, fünft bift Du bes Xobes". (£rfdjr;dtn ftanb ber fromme Xiener Dom Üager auf unb tat, wie it)m befohlen mar unb legte fid) mieber, um ju icblaien. Dieielbe (iricheinung hatten bie Diener ber elf nbrigtn Synagogen, bie ebenfaOi bem Sluftrage getreu« lief) nadjfamen unb jeber uon iljnen glaubte, ba« bie (Srfdjeinung nur ihm geworben fei. Der_ Derbänanisrjolle 2ac\ brad) an; ba erfttjien, lau« bnfc nod) bie Morgenröte bie febwarje 3iad)t }u Derfd)eud)en begann, plöt^lid) ber .Stönig Saragafanud im?subenoiertel. ^u ,fjner fHed^ten ging ber Verräter ajrarfus; es folgten alle ftkoften be« Sieidje«, eine Menge bewaffneten ftriegSoolfess non 3t>i Btännern mit blanfen Sdnoertern, um, wenn ber Äönig iljnen wtnlte, alle* nieberjumad)en. — 23 — Die 3uben waren fehr überrafebt, eilten non it)tem Uager, um ben Siönig ju begrüiVn unb ihm ju l)ulbigen; bie diabbinen jogen ihnen mit ben 36 Dl)orarollen noran. Da furad), als fte fid) bem Sönige näherten, Saragafanuc ju ihnen: ,,3d) will einmal bie (Sefefc« rollen (SureS ^ro^ljeten Mofe«, in beffen Konten 3l)r mid) fegnet, fehen". Dobeeangft überfiel)l bie 3uben, unb bie 5Rabbinen fpradjen unter fid): ,,2Bel) unö! weld)eö Unglüd hat cs>ott über und oerhängt". Sie aljnten nicht, wie uäterlirf) ber ^)err feine frommen ge« fd)üt^t Ijatre. Die Diener be« Stönigö Saragafanu* ritten Ijeran unb öffneten bie (Sehäufe ber ®efej}rüü*en. 2Bie waren alle eiftauut, als fie biefelbeu fal)en unb ben 44. üerö be* 26. ftapitelä im 3. ©ua)e 5Diofe« aufgerollt fanben: „Slber aud) fo, wenn fie fein werben im üanbe ihrer geinbe, werbe id) fie nidjt nerwerfen unb fie nid)t oerfdjmäheu, fie ju nerniebten, meinen 33unb mit iljnen jtt brechen, benn id) bin ber (Smige, il)r ®ott". Unb jo fanb ti M in allen 36 ftäftdjen. Der Sionig Saragafanue war, als er fiel) fo non ber Ukrleumbung be* Dcarfucüberzeugt hatte, feljr gnäbig, banfte ben 3uben für ihre Slnhängltdjfeit unb erließ iljnen. al* i}eidjen feiner §ulb, für brei Satjre alle Mbgaben unb Steuern. Den SNerleumber 2Karru* aber lic| er augenblidtid) bangen, ben Seidjnain ben £wnben borwerfen unb bie Uberrefte Derbrennen. Die ©emeinbe feierte ein Danf^ unb greubenfeft für bie ihr geworbene munberbure ^Rettung unb fehle für ewige 3fiten feft, baß ber 17. Dag De* Monat* Sdjebat ein gottgeweiljter bleibe, ein <$aftunb ©ettag, an welchem bie Firmen reid) bebad)t merben follen. Der Kbenb biefe* Dage* aber, wo biefe Gegebenheit gelefen wirb, fei ber greube, ©aftmäblern unb ®efängen geweiht. 9cod) heute, nach 436 fahren, lebt in Cserufalem eine au* €aragoffa ftammenbe Familie, welche bie auf Pergament gefdjriebene, uralte Megilalj befi^t, am 17. Sdjebat lieft unb mit einem Jvreubenmaljle feiert.

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