Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 8 (19.2.1926)
- Date
- 1926-02-19
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 der Referent in dem Zusammenschluß aller in der z i o n i s t i - sehen Bewegung. — Dem zweifellos interessanten Vortrage schloß sich eine ebhafte Aussprache an, bei der fast ausschließlich Redner der joale-zionistischen und der jüdisch-kommunistischen Arbeiter- )rganisationen hervortraten. Btz. Philipp Rosenthal-Straße Der Rat der Stadt Leipzig hat den in der Nähe des Ausstellungsgeländes (Technische Messe) belegenen „Windmühlen- ■veg" in Philipp Rosenthal-Straße umbenannt. Der Geheime <ommerzienrat Philipp Rosenthal in Selb, als Porzellan-Industrieller weit bekannt, hat sich um die Leipziger Messe große /erdienste erworben. Dem verdienstvollen Manne soll es eine lauernde ehrende Anerkennung bedeuten, daß nunmehr sein vjame mit der Stadt Leipzig so eng verknüplt sein wird. Pamela Wedekind spricht aus Werken ihres Vaters. Der am Sonnabend im Feurichsaal veranstaltete Frank Vedekind-Abend Pamela Wedekinds war nicht restlos geeignet, len genialen Lrotiker und erotischen Monomanen so gewürdigt '.u sehen, wie er es verdient. Pamela Wedekind, die sich der .eipzi^er Gemeinde in Pirandellos „Sechs Personen suchen :inen Autor" und im „Triumpf der Jugend" von Marx-Zech nit gutem Erfolg vorgestellt hatte, erwies sich als Interpretin hres Vaters nicht als zulänglich, obgleich sie ihre Schauspieleischen Fähigkeiten in stimmlischer und mimischer Hinsicht in illen Farben schillern ließ. — Den ersten Teil ihres Abends .füllte" sie mit dem Prolog aus „König Nikolo", mit mehreren jedichten aus den vier Jahreszeiten und schloß mit dem ,Rabbi Lsra". Sie hätte gerade diese packende, vom Dichter :eht jüdisch empfundene, feinsinnige Erzählung lieber nicht vorlesen sollen; denn wer den Rabbi Fsra von Ludwig Hardt jehürt hat, der in schlichter Art, das typisch Jüdisch-erotische;anft betonend, diese packende Meisternovelle zu einem Ka- )inettsstück ersten Ranges werden läßt, dem wird kaum entrangen sein, daß Pamela Wedekinds Auffassung das Ganze .erriß und verblassen ließ. — Der zweite Teil de? Abends 'ersühnte zum Teil und brachte Lieder zur Laute, scheinbar 'on Pamela vertont, mit viel Geschick und liffekt vorgetragen. \lles piano, schlicht und harmonisch abgestimmt. Ganz beionders interessierten u. a. die während des Krieges entslanlenen politischen Chansons „Die Diplomaten" und (Kaiser Wilhelms) „Palästinareise", dem Nachlaß Frank Wedekinds entstammend. Alles in allem ein Abend, der bewies, daß eine Schauspielerin, obwohl sie auf der Bühne, eingegliedert in ein insemble, gute Leistungen zeigt, als Einsame am Vortragstisch, vo die Bewegunirsausmaße eingeschränkt sind, vielfach versagt. Das Publikum des Feurichsualcs war, nach dem Beifall zu ureilen, teilweise anderer Meinung, vielleicht auch — weil es Dimer schün ist, wenn Kinder ihre Väter ehren. Läszlö KumpLjgJ Nachrichten aus dem Gemeindeamt ARMBANDUHREN tTW-JT». 2 - STECKME*ßAffACB Wohnungswechsel Herr Gemeinderabbiner Cohn wohnt seitdem 15. Februar Lohrstraße 10 III Fernsprechanschluß (29641) und Sprechzeit bleiben unverändert- Fundsachen Am Montag, den 8. Februar ist beim Morgengottesdienst im Betsaal unserer Gemeindesynagoge ein Herren-Regenschirm stehengeblieben. Derselbe ist von uns an das Fundbüro des Polizeipräsidiums abgeliefert worden. Leipzig, den 12. Februar 1926. Der Vorstand der Isr. Religionsgemeinde zu Leipzig Zur Beachtung! Wir richten an unsere Genleindemitglieder die Uitte, im eigenen Interesse diesem Teil, towie den amtlichen Bekanntmachungen auf der ersten Seite besondere Beachtung tu schenken, da eine Veröffentlichung unserer Bekanntmachungen, soweit nicht die Gemeinde-Satzung anderes bestimmt, nur noch im „Gcmcindcblatt" erfolgen wird. Gemeindeamt: Löhrstraße 10: Fernsprecher 23602. Erdgeschoß: Fttrsorgeabteilung. Geöffnet! Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 11 1 Uhr. - Mittwoch und Sonntag nur für Durchreisende (12 — 1 Uhr). 1. Stock: Vorstand und Verwaltung, Geöffnet für den allgemeinen Verkehr werktäglich von 9 1 Uhr. Postscheckkonto der Gemeinde Nr. 30533 Leipzig. Verwaltungsdirektor: Gustav Katzenstein (Sprechzeit 9—11 Uhr). Gemeindevorsteher: Carl Goldschmidt |zu sprechen nach tele!. stcllv. Gemeindevorsteher: S. Hodes [Anmeldung (Nr. 23(102) Dezernent d.Fürsorgeabtlg.: S. Gottlieb) in der Mittagszeit. Dezernent tür das Finanzwesen: VV. Breslauer. Dezernent für das Kasdirus: S. B. QoMrel Liberales Rabbinat: Gemeinde Rabbiner: Dr. Felix Goldmann, König johann-Sir. 17, Fernsprecher Nr. 21667. Sprechstunde 9.30 11 Uhr vormittags, mich vorheriger telefonischer Verständigung auch tu andrer Zeit. Montag und Donneistag nur in dringenden Fällen. Gemeinde Rabbiner: Gustav Cohn. Löhrstr. 10, Fernsprecher 29641. Sprechstunde 10 11 Uhr vormittags, nach vorheriger telefonischer Verständigung auch zu anderer Zeit. Orthodoxes Rabbinat: Gemeinde-Rabbiner: Dr. Ephraim Carlebach, NUcischplats 1, Fernsprecher Nr. 10225. Sprechstunden 9 10 Uhr voimittags in der Höh. Isr. Schule, Gustav Adoll Str. 7, 4 -5 Uhr nachmittags in der Wohnung. Gemeinde Dajan: Rabbinei Rogosnitzky, Salomonstr, 251>. Fernsprecher Nr. 10211. Sprechzeit: Montags, Mittwoche, Donnerstags und Sonntag-. 10 12.30 Uhr vormittags, Dienstags 4 7 Uhr nachmittags, Freitags 10 2 Uhr mittags. Außerhalb der Sprechzeit in der Wohnung. Friedhofs- und BestatSungs ».E-sen (Gemeindefriedhof, Berliner Straße 123 Jeder Stcrbcfail i^t unverzüglich dem Gemeindeamt, wenn dieses geschlossen ist, dem Synagogeninspektoi Hermann Isaaksohn, Gottschedstraße 18 Synagoge), Fernsprecher 11250, oder dem stellvertretenden Bestattungsordner Paul Pietrkowski, Lindenau, Ifenäcistr. 40, Fernsprecher 4-75-- zu melden. Sonnabends) und an den israelitischen Feiertagen ist der Friedhof geschlossen. Personenstandsnachrichten a) Geburten 4. Febr. 1920 Max Sigall und Frau Lisa Sabina geb Lehrfreund, Leipzig, Auenstralse 28, einen Sohn 7. Febr. 1926 Julius Kalmann und Frau Dora geb. Gänger, Löhrstraße 20, III, eine Todtter „Friedel Kvelyne"