Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 7 (12.2.1926)
- Date
- 1926-02-12
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 7 GEMFJNDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 haben kann. Jedes neugeborene Kind ist eine unbekannte, daher ehrfurditRebietende Größe. So ist es eine unerläßliche Pflicht, auch für den Säugling und das heranwachsende Kindchen weiter zu sorgen. Man hat deshalb eine Mutterberatungsstelle in von der Höheren Israeli* tischen Schule freundlichst bewilligten Räumen eingerichtet, in der jeden Mittwoch Nachmittag die Kleinen von einem Kinderarzt, Herrn Dr. Löwenstein, unterstützt von der Säuglingsschwester, untersucht werden. Die als krank oder krankheitsverdächtig erscheinenden Kinder werden in ärztliche Behandlung überwiesen, die schwächlichen mit den vom Arzt verordneten Kräftigungsmitteln versehen und in allen Fällen die Mütter belehrt, wie sie ihre Kinder zu pflegen haben Dies würde aber alles nicht wirksam durchgeführt werden können, wenn nicht die vom Verein angestellte IMIegeschwester die Familien regelmäßig besuchte. Sie steht den jungen Frauen mit Rat und Tat zur Seite und sorgt dafür, daß die ärztlichen Vorschriften gewissenhaft befolgt werden. Ihre hilfreiche Tätigkeit ist den Müttern unentbehrlich geworden. Nun ist auch der Verein „Ruth" von der allgemeinen Notlage schwer betroffen worden. Die Zahl derer, die seiner bedürfen, wächst ständig, die Beiträge und Spenden nehmen im gleichen Verhältnis ab. Ks ist sogar schon die Frage erörtert worden, ob der Verein nicht gezwungen sein werde, die Säuglingsschwester, die so wichtige Aufgaben zu erfüllen hat, zu entlassen. Das würde die junge Generation in nicht wieder gutzumachender Weise schädigen. Damit dieses verhütet werde, wendet sich der Verein an jedes Mitglied der jüdischen Gemeinde mit der dringenden Bitte: Tritt dem Verein „Ruth" bei; zahle pünktlich Deinen Beitrag und gedenke des Vereins bei allen Anlässen durch besondere Spenden (Rostscheckkonto Leipzig Nr. 61125). Comitc für jüdische Studentenhilfe Die Notlage der jüdischen Studenten an deutschen Hochschulen und insbesondere in Leipzig ist außerordentlich groß, sodaß unbedingt auch weiterhin Maßregeln getroffen werden müssen, um ihnen zu helfen. Abgesehen von einigen in Not befindlichen deutschen Studierenden, handelt es sich in der Hauptsache um solche ausländische Studenten, welche durch den Numerus clausus und sonstige antisemitische Maßregeln im Auslande zu studieren gezwungen sind. Fs sind dieses lediglich Studierende in höheren Semestern, welche vor dem Abschluß ihres Studiums stehen, und bei denen Arbeit und Mittel vergeudet wären, wenn sie sich jetzt gezwungen sähen, einen neuen Beruf zu ergreifen. Die Notwendigkeit, Hilfe zu leisten, ist von den Vertretern aller großen jüdischen Organisationen anerkannt worden. An den Verhandlungen haben teilgenommen und ihre Sympathie zum Ausdruck gebracht: der Hills verein der deutschen Juden, die Großloge für Deutschland U. O. B. B., die Z e n t r a I w o h I f a h r t s s t e 11 e der deutschen Juden, die Berliner zionistische Vereinigung, das Wohlfahrtsamt der Berliner jüdischen Gemeinde, der Verband der russischen Juden. Ebenso interessieren sich dafür eine große Menge hervorragender Einzelpersonen, unter denen die Herren Professor Albert Einstein, Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer und Dr. James Simon genannt seien. Wohl wissen wir, daß heute auch in Deutschland die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ungeheuer sind, dennoch aber k;inn nicht bezweifelt werden, daß zu jenen sozialen Aufgaben, welche in erster Reihe trotz der Zeitkrise gelöst werden müssen, gerade die Förderung des geistigen Nachwuchses unserer Gemeinschaft gehört. Wir richten daher auch an alle Gemeindemitglieder die ergebene Bitte, uns durch Gewährung eines Beitrages die Arbeit für dieses Semester zu ermöglichen. Zu näheren Angaben stehen die Unterzeichneten gern zur Verfügung. Dr. Abelsohn, Rabbiner Cohn. Frau Rabbiner Cohn, Max Eitingon, Rabbiner Dr. Goldmann, Zahnarzt Dr. Grosz, Karl Qoldachmidt, Emil Joake, Justi/rat Dr. Löwenstein, M. Nussenow, Frau Fanny Rosenthal, Dr. Soloweetschik, Dr. Spitz', Dr. Wohrizek Zur Beachtung Wir :hten .in unsere Gemeindemitglieder die Witte, im eigenen Interesse diesem Teil, sowie den amtlichen Bekanntmachungen auf der ersten Seinbesondere Beachtung zu schenken, da eine Veröffentlichung unserer Bekanntmachungen, soweit nicht die Gemeinde-Satzung andaraa bestimmt, nur noch im „Gemeindeblatt" erfolgen wird. Gemeindeamt: Löhrstraße io: Fernsprecher 23603. Erdgeschoß: Fürsorgeabteilung. Geöffnet: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 11 1 t'hr. Mittwoch und S mntag nur für Durchreisende 12 1 Uhr). 1. Stork: Vorstand und Verwaltung. Geöffnet für den allgemeinen Verkehr werktäglich von 0 1 Uhr. Postscheckkonto der Gemeinde Nr. 5053? Leipzig. Verwaltungsdirektor: Gustav Katsenstein (Sprechzeit 9—11 Uhrl Gemeindevorsteher: Carl Goldschmidt stellv. Gemeindevorsteher: S. Hodes Dezernent d. Fürsorgcabtlg.: S. Gottlieb J |ZU sprechen nadi telef. J Anmeldung (Nr. 23008) In der Mittagszeit. SCHIRME REPARATUREN STÖCKE BEZÜGE GUSTAV HAMPEL, hainstr. 13 Inventur-Aus* erkauf vom 1. hin 14. Februar A1*/1illäOin JYladrasgarnituren, Künstlergarnituren, VJCUL (J.lllv/11 Halbstores, Spannstoffe, Decken usw. -___l-._ --• xu nie wiederkehrenden Preisen!;- Gardinenhaus Willy Brägas, Grimmaische 5tr.13; Hansa-Haus-Passage