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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1925-12-25 · 15 (25.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
1 (1925)
Issue
15 (25.12.1925)
Date
1925-12-25
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Seite 7 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGlONSCiEMEINDE, LEIPZIG I, Jahrgang Jude war? Man wird die Fragen sonderbar, lächerlich finden. Die Wissenschaft ist international, (icwiß, und doch wird naturgemäß ein Einstein nicht in Kroatien erscheinen und wirken. Hin gewisses Niveau des betreffenden Volkes selbst mulJ erreicht sein, aus dem der Schöpferische hervorgeht und das er selbst wieder erhöht. Und in diesem Sinn frage ich: hat das Niveau der Medizin bei den Juden einen Ehrlich hervorgebracht? Hat wiederum Ehrlich dazu beigetragen, dieses Niveau zu heben? Ich meine zu sagen, die schöpferischen Leistungen dieser Individuen haben am Leben des jüdisdien Volkes keinen Teil. Und dabei gibt es, wenn wir gleich bei dem medizinischen Beispiel bleiben wollen, Probleme (der sozialen und individuellen Hygiene, Krankheitserforsehung und -bekiimpfung), die gerade vorwiegend dem Juden gestellt sind (so wie natürlich auch in der Philologie, Historie, Pädagogik. Statistik usw.); deren Erforschung und Lösung aber natürlich auch der Menschheit Resultate liefern mttQte. Und wenn es nur das wäre, dalS die statistischen Erhebungen, die unter den speziellen Bedingungen des jüdischen Lebens angestellt werden kOnnen, in der allgemeinen Statistik fehlen, so würde allein dieser Umstand die Frage nach der jüdischen Medizin, Philologie usw. berechtigen - nicht nur von uns selbst aus, sondern sogar von den anderen aus, die verlangen dürfen, daß auch wir unser spezifisch Teil beitragen zu dem allgemeinen Bau der Wissenschaft. Jawohl, die Wissenschaft ist international. Aber sie erwächst nicht aus der Luit, sindern aus dem Leben; aus den verschiedenen Lebenssphären; als Dienerin am Leben! Und jüdische Wissenschaft könnten wir nur nennen, was erwächst aus und dient am jüdischen Leben. Und eben eine Wissenschaft dieser Art beginnt gerade im Osten festere Formen anzunehmen. Auch d >rt pflegte die Intelligenz „abzuwandern". An fremden Lehrstätten, mit fremden Büchern, in fremden Sprachen, von fremden Professoren unterrichtet, ka u sie, selbst wenn sie als Arzt oder Lehrer ins jüdische Leben zurückkehrte, mit einer fremden Wissenschaft zurück und arbeitete gleichsam aus eine n anderen Leben heraus. Aber die jüdische Wirklichkeit stellte ihre eigenen Forderungen. Im Gefolge der s h 'nen Literatur muBten sich literarkritisiie und literarhistoris.lv; Untersuchungen einstellen, dann aber auch p'ail >- logische Forschungen; diese letzteren aber noch mehr im Gefolge d.-s Schul- und Hildui;s,wv.ms, u is sichere (>rtn igr.ipnie und Grammatik und eine sprachrichtige Terminologie verlangte, was seinerzeit wieder zu spra h iist >ris.1isn Unters ich m }en d;s jiddisch und seiner Dialekte bis zum Mittelhochdeutschen zurück und fer.ier za bibliographischen Unternehmungen usvv. führen muBte; eine ausgebreitete tlglicha und periodische Presse entwickelte u.a. auch ehe theoretisch - politische Publizistik, brachte p lil >s ip'iis.h; Ksuys hervor; die Kni'ratinsbewegung schuf Organisationen, die diese Erscheinung auch studieren, in ihren Veröffentlichungen die Statistik und Ökonomik des jüdischen Lebens zu untersuchen in .Vi;rifi neiini'i mu Wen. ois s.tili'; Iii h e naso wertvolle Publikationen, wie die „Blätter iir jüdische Demographie, Statistik und Ökonomik" erscheinen konnten; die Gesellschaften schließlich, die sich Mr Hebung der Hygiene und 0 is i iJ leit, t ir Gründung von Ambulatorien und Krankenh Lusern, tür schulmsdizinischa Probleme bildeten, begannen in ihren Berichten, a.ii iiiren Kn,'r;.«;i et,va< wie eine jüdische Medizin, inzwischen und aul diese Weise nute si.h auch eine ziemlich breite Schicht jüdischer, bewuBt gegenwärtig jüdischer Intelligenz gebildet. Di s> nun die KridcurJ die Fundamente vorhanden waren, sind die jüdisch wissenschaftlichen Bestrebungen endlich in einer organisierten Form hervorgetreten. Ks ist die Errichtung ei.i > i ü d i s di e n wisse nach af 11ich e n Instituts in Wilna i 1 A igriH genommen worden Das Institut s >ll einerseits und hauptsächlich der selbständigen Forschung, andrerseits und in beschränktem Un inj auch dem Unterricht dienen und besteht aus entsprechend zweigeteilten 3Sektionen: d;r sprach- und literaturwissenschattlichan, der geshichts- und geseiisduttswissL'iischaftlichen und der pädagogischen. (Ich verweise auf die Broschüre .Die Organisation der j idischen Wissenschah", zu beziehen durch N. Stil. Charlottenburg, KsntstraBe 73.) Zweifellos ist es mehr eine Frage der materiellen .U ttel als der wissenschaftlichen Voraussetzungen, in welchem Maße das Werk einer j idischen Wissenschatt gelingen wird. Alle, denen das Leben des jüdischen Volkes teuer ist, richten heute erwartungsvoll den Blich nach vVilna, unJ so weit sie hellen können, m issen sie beistellen und mitarbeiten an diesem Werk, das erst den Namen jüdisch verdienen wird. Selbstverständlich kann, wie eine Literatur, so erst recht auch eine Wissenschaft dieser Art auf Grund der objektiven Verhältnisse nicht bei den West-, sondern nur bei den Ostjuden entstehen. Es wäre völlig unangebracht, dem Westjuden daraus einen Vorwurf zu machen. Darchaus ist auch seine Freude und sein Stolz zu verstehen, wenn er innerhalb seines nichtjüdischen Voiksverbandes grofie schöpierische Leistungen und Individuen verzeichnen kann, die historisch derselben Lebensgemeinschaft verbunden sind wie er. Kr vergleiche diese Leistungen aber nicht als jüdische mit den wirklich jüdischen Leistungen der Ostjuden. Kr erkenne, dalS aus dem j idischen Gesichtspunkt einzig die Ostjuden lebendig und schöpferisch sind. WYuen U'.iiiiinn nii! - > inuple eine weileie \.n'e.u.it! <» de.n A;i| .it> .oudisdi ■ Noi<clpreis r.i.cr" und eine lirvi-derung de- Verfassen dieses AuUtr.es (iir die aSdMtc Vereinsnachrichten. Jüdischer Frauenbund Ortsgruppe Leipzig. Am Mittwoch den 30. Oese nber tindet keine Zusammenkunft der Arbeitsgemeinschaft moderne jüdische Literatur statt. Niichs te Zusammenkunft Mittwoch, den 13. J muar. Notstandshilfe. Mine Verteilung von Lebensmitteln usw. findet am Donnerstag, den 31. Dezember nachm. 3-5 Uhr in der Verteilungssteile, Pleischergaase 2, statt. Jüdischer Tlioaterverein Jüdisslier Jug-endbund Donn i stag, den 31.1);z« über, ab inds 3 Uhr In den Kammermu siksälen des CentralthKaters; (irjücr ücscllscbaftsabend (Tanz mit diversen Untern iltungen. K?r»'i Hltorab. Allabendlich8 Uhr wird in der I'.irherstr. 4-ß von H;rrn Rabbiner l). Feldmann d>r '01M "jt vorgetragen. Samstag findet der Schiur 2,t) Uhr nachm., Sinntag 5 Uhr statt. 27. D;z. - >. Jan. 5t"o-n 'l :nwr;. ja i. - 9. ., rvo -a"o : „ Um zahlreichen Besuch wird gebeten. A^tvlis Jisroel, Jugtndgruppe. Schiurim. Wochent.9-10 Ihr ibds. lemoroh f. l-'ortgeschr., Wronsberg, Fnrherstr.4 Simstags n ich n. 3*4 Uhr „ „ „ „ „ \ Sm-itag vorm. 12-1 ....., „ „ „ -' i ii s* i; nach n 3 U ir Ml ich i ij ith )r. Dz alowiky, Promenadenstr. 13 Samstag nachm. 3-4 Uhr ,. B. li;r Langest* 0 M intag abend 8.9 U k ,, Dr. H illeminn Dinners ag abend 8-9 Uhr , ,. Dien <t ig abeid 3-9 Uhr Kiznr Schulchan Aruch B. Oppenheimer Mit woch abend 8-9 „ „ ,. „ „ „ Mädchengruppe, Montag 8*9 Uhr Ifneinsame Aussprache Dr. Hallemann, Färberstr.4 9-1) „ Dlnim-Schiur, ebendaselbst Donnerstag 8-9 Ulf Si iri-Schiur. Dr. Dziilow 1 ki. I ärberstr. 4 9-10 Uhr Hirsch-Lektüre, Dr. Halle mann, Färberstr.4 Sliftumj Israelitisches Knnktcnliaus. Bltnlsti. Ks wird hiermit Uber im Iktober I92S eingegangene Spenden 'initiiert uiä /..vir in \lir<: S. Hödel 25, -, H M is'ut 25.—, G;ir. Felsenstein DJ. -, M. LBwenberg 15. -, A. Brom v re; 25,—, Gebr. Beilin 5. -, J. Oriloel 10, -. J. Fischer 10.—, Ii. Burawoy 5,—, Sjini G )iäita.ii25, -. L.N)ivs5.-. G3br. |oske 10,—, lulle Kugelmann 10,—^ 5 Wiiilield 10,—, |. Ziege 15.-, J. Hui 10.—, Blum * Wildau 2).—, las-ijy 15,—. G;ir. Seemlnn 5. -. M. Harmslin 15,—. L. G itz 5,—, j. B. Sachs & C>. 1).-. S. J)lJniu 15.-. Friedr. Grodzinsky 1).—, M. Zerneck 15. -. Hiinr.Orenitzer 25, -. \.Shin;r 1).—. FeniSchulhoff 20,—, Fritz Hjrtz 10, Beruh. Weissminn 10,—, Moritz Wiissmann ID. -, Kutznitzki 10.-. Gebr. Il:r;niii 10. -, A. Bär 2).-, Kahn 6 Co. 5.-, M. Keitmann 10,—, W. Wtlfsihn V). -, G;br. Held 25,-, Gibr. Kaller 5,-. ISinberger A Hertz 25,—, Gebr. Abugow 5.—, L. Sh;lJ 15.—, Ph. Zülzer 15,—. Bauminn 15, -. A. Abraham 10,—, S. K»ich 15— SmJi. Willner 10,-, Gebr. Stotzky .5.—. A. LOwenstein Ii).—, Miritz Ury 20,—, H. Kiut ninn Kl.—. Div. WrnnKer i I.—. G. Ritschild 15.-. M. J tske 4 Co. 3),-. L. Zingher Ii',—. D. l) >rminn 5.-, J. L. H;paer 5. -. M li.k;r 5,-, A. D;.itsch 5.-. J. Krause 5,—, Benno Nomis 5, -, J. Hänigsbsrg 19,—,!• Haber \).—. S. Ulanperl 5, -, Gottlieb & Co. 21, -. Sukin 10, . Hermann Vitberg X -, Cohn & Baituch 5.-. Dr. P. Deuel 15. -. Alb. Oesterreicher 15, -. Helene Altberg 5,-, Neukamp 15. -. K. Tumpowski 10,—, K Tuch 5, . M. Lentschner 2),-, P. Frank 5. -. Mix Bitingon 30, . J. BBr Ii). -. Direkt ir Ellenbogen 15.-. Ii. Schiermann 5. -. J. Engländer 5. -, M. H nschili 5, -, A. Eisen 5,—. /.. rausig 5. -, K. lilkuss 29,—, Dr. P. Freudsnthal 15,—, Dr. Alexander 30,—, Frl. Saxl 5,—, Michaelis »,—, F. Knch 30,—, A. Strauss 10,—, I. S. WvJra 5. -, N Msinon 5.-. N l) »deles 15.—, Schwarz 15. -. S. Rosenthal 15. -, R>c;gcr 3,-, s>.uler ID.-, Margulis 5,-, Assuschkewitz, Punkenburgstr. 2J. 1 Torte. Rosenrauch (anl. Verlobung der Tochter) Torle und Weintrauben, Le >p. Schmeidler (1 Asiikuchen. Klippstein, Carlstr. 3. Nadeln. Haliczer, Eutritzscher Str., 75 Zigarren, Rubin & Landau 2 10 Kier. .\111nmer pu titl* .eslelll uerden. Der Sdiatzmeisler der Stiftung Isr. Martin Marcus. Krankenhaus Rpollo-Theater am Bayrischen Bahnhof Tel. 20572 Einl.2,30 Beginn 3,5,6.45,8.40 Uhr Das große Weihnachtsprogramm! Abenteuern, Machtexpreß mii dem König und Meisler der Sensationsfilme HARRY FIEL Dazu: DAS GROSSE BEIPROGRAMM - - DIE NEUESTE DEULIG-WOCHE

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