Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 10 (20.11.1925)
- Date
- 1925-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 I. Jahrgang Aus unserer Gemeinde J Ausstellung im Hilfsvereln israel. Gewerbetreibender Am Sonntag, den 22. und Montag, den 23. November liegen, wie alljährlich, die für die Kinderbeschenkung bestimmten Bekleidungsstücke in den Räumen des Hillsvereins, Brühl 24. zur allgemeinen Besichtigung aus. Alle Gemeindemitglieder sind herzlich geladen, um sich von der Fülle und der Güte der Gegenstände zu überzeugen — Wir möchten nicht verf..M,.n tili .lli.c... C«, UnOvi 'jhmals auf dieses Werk scensreichster Nächstenliebe hinzuweisen. Wer einmal Gelegenheit nimmt zu sehen, w.ts alles hingebende Arbeit für die Kinderbeschenkung zusammentragen muß und zusammenträgt, der erkennt erst, welche enormen Summen für dieses Werk erforderlich sind. Noch fehlen, wie wir erfahren, namhafte Betrage Wir empfehlen deshalb die Ausstellung der Aufmerksamkeit aller edeklcnkendeit l.eser. in der Uberzeugung, daß jeder, der sie besichtigt hat, gerne nach seinem Können beis'euern wird. Personalnachrichten Geschäftsjubiläum. Am 13. November konnte in den festlieh geschmückten Geschäftsräumen des Kaufhauses M. Joske ö< Co. i:i Leipzig-PI. das 25jährige Bestehen der Firma geleiert werden. In ganz kleinem Umfange wurde im jähre 1900 das Geschäft eröffnet, das sich in den folgenden jähren, vor allem 1908 und 1912. erheblieh erweiterte, so daß es zu dem maßgebenden Warenhaus des Leipziger Westens wurde. Von Geschäftsfreunden, Angestellten und Kunden wurden den Inhabern der Firma zahlreiche Glückwünsche und Blumenspenden dargebracht Dem Seniorchaf, Herrn Max Joske, wurde eine marmorne Ehrentafel Uberreicht, die in Bronze die Reliefporträts der drei Inhaber trägt. Den ausgesprochenen Wünschen schließen wir uns aufs herzlichste an und widmen solche mit besonderer Freude dem Seniorchef, Herrn Max Joske, der in so verdienstvoller Weise sieh dem Gemeinwohle widmet. Theater Juden auf der Kühne (Zur Novität im Neuen Operettentheater) Juden auf der Bühne ein oft und in allen Tonarten gesungenes Lied. Der Jude auf der Operettenbühne - das klingt schon etwas origineller. Denn wirklich, die Operettenautoren haben eigentlich nicht häufig jü( sehe Gestalten in ihre Libretti aufgenommen. Und nun uar e Jude im Mittelpunkt der Handlung, das ist etwas ganz Seltenes. Umso interessanter, wenn dieser Jude nicht wie man beinahe mit Gewißheit erwartet — nur als Karikatur, mit Vertriebenen Schattenseiten, gezeichnet ist, sondern wenn durch Kaltau und loeki«- bärtiges Haupt, durch eckige Bewegung und üemausehel klar und scharf das goldene Herz, das treue Gemüt leuchtet. In den Jahrzehnten lange vor dem Krie^ konnte Lchar das Wagnis leichter unternehmen, seinen Pfefferkorn auf die Operettenbühne zu stellen, die allgemeine Stimmung drohte keinen Lklat und die 'Rastelbinder hatten überall großen Erfolg und nirgends Widerspruch. — Aber im Jahre 1925 sieht so etwas wie ein großes Wagnis aus, und Marco Großkopl hat dies Wagnis unternommen und — merkwürdig — auch wieder großen Erfolg gehabt. Beifallsstürme über Beifallsstürme und — keinen Widerspruch. Wie kommt's? Liegt's mehr an der Uberzeugenden Starke des Gemüts dieses jüdischen Zwiebelhändlers Pfefferkorn, oder an der wohlvorbereiteten, szenisch und vor allem musikalisch schneidig durchgeführten Aufführung? Man braucht die Frage nicht zu beantworten; beide Gründe wirkten wohl zusammen. Und ein Drittes wirkte nicht minder mit — eine Überraschung: Rudi Gfaller als Pfefferkorn. Bevor der Vorhang stieg, war die allgemeine Frage: „Wie kommt dieser zappelige, hopsende, singende, springende Wirbelwind der Bühne zu solcher getragenen Rolle? Wie wird er sich damit abfinden? Hat er Gemüt? Kann ei überhaupt ernst bleiben? Wahrhaftig er kann esl Er war ein anderer, ein Darsteller; man glaubte ihm seine Güte, seine Rührung und man vergaß gänzlich den tollen Tanzjongleur, bis — ja bis er uns selbst wieder darauf brachte, daß Rudi Gfaller im letzten Grunde doch hauptsächlich--Rudi Gfaller ist. M. J. Vereinsnachrichten. Bar Kochha c. V. Einladung zur I. außerordentlichen Generalversammlung am Donnerstag, den 2(i. November 1925 im Pfauensaale des Zoo. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über den Hauptverein; 2. Antrage. Anträge sind bis zum 20. d. M. bei dem Vorsitzenden. Herrn Adolf Rotter, Brühl 45 abzugeben. — Besondere Einladung erfolgt nicht. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig. Am Donnerstag, den 26. November nachmittags pünktlich 4,30 Uhr; Arbeitsgemeinschaft: Bibelkunde unter Leitung der Frau Anna Neumann im Gemeindeamt (Löhrstr, 10) Erdgesch. Jüdischer Theaterverein Jüdischer Jugendbund Mittwoch, den 25. November abends 8,40 Uhr in der Leipzig- Loge (Arndtstr. I): Populär - medizinischer Vortrag des Herrn cand. med. Frilz Schmcrcl: Blut ist ein ganz besonderer Saft. Deutsch-holländische Palästina-Gesellschaft Das Lokal-Cdmite" macht das verehrt. Publikum darauf aufmerksam, daß die in Leipzig aufgestellten roten Sammelbüchsen der Deutsch-holländischen Palästina-Gesellschaft ausseht i e ß 1 i c h von den I lerren M. W. Eppstein, Thomasiusstraße 7 und Adolf Dzialowski, Leibnitzstraße 11 geleert werden dürfen. /' \ \ \ m«:at <;u v.wcn vom Staatl. Schauspielhaus Berlin. DO HO THEA \LIIL Primiballerina d_T b"ta;itsojier, Berlin Mi:IIA UliOSSHAHT von der Volksbühne, Berlin A M i i. NOVEMBER 1995 BEIM PEST DIES Ii i: Ii I: V MAJ K1IKTI1 i.n r.-T. -- nd Förderern teilen diesem lahre viele ^5 Unseren Mitgliedern und wir mit, daß auch in diesem Jahre Einladungen ihren Adressaten nicht erreicht haben. Wir bitten daher, Linladungen und Einlaßkarten — auch telefonisch — sogleich bei Herrn Richard Pelz, Brühl 60, abzufordern und die indirekte Form, die durch oben erwähnten Umstand nötig wurde, zu vergeben.