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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1925-10-16 · 5 (16.10.1925) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
1 (1925)
Issue
5 (16.10.1925)
Date
1925-10-16
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 5 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 Zu Chanuka konnten wir dank der Opferwilligkeit unserer verehrten Gönner und Wohltäter 50 Kinder reichlich mit Kleidung, Wäsche und gutem Schuhwerk versehen. Eine schöne Feier mit Bewirtung der Kinder mit Schokolade und Kuchen, einer zu Herzen gehenden Ansprache unseres Herrn Rabbiner Dr. Goldmann und künstlerischen Darbietungen, sowie den sehr beifällig aufgenommenen Vorträgen und Festspielen der Kinder, wurde im Kammermusiksaal des Centraitheaters abgehalten. Dem Vorstande und Schatzmeister wurde, da Bücher und Belege in musterhafter Ordnung befunden worden waren, Entlastung erteilt. Der geschäftsführende Vorstand, der den Verein als juristische Person vertritt, bestehend aus den Herren: Solms Rosenstock (Vorsitzender), S. Gottlieb (stellv. Vors.), Eugen Maas (Schatzmeister), Martin Marcus (stellv. Schatzm.), Emit Plaut (Schriftführer) und Carl Goldschmidt (stellv. Schriftf.), wurde einstimmig wiedergewählt. Als Revisor wurde I lerr Josef Garfunkel gewählt, der sich bereit erklärt hatte, die Wahl anzunehmen. Der Gesamtvorstand besteht zurzeit aus 44 Personen. Das Kuratorium aus 25 angesehenen Mitgliedern unserer Gemeinde. Dem Wohltätigkeitssinn unserer bewährten Freunde und Mitglieder, in erster Linie aber dem Fürsorgeamt der Isr. Religionsgemeinde, haben wir es zu verdanken, daß der Betrieb unserer Anstalten nicht nur in bisheriger Weise fortgeführt, sondern zum Teil noch vergrößert" und ausgebaut wurde, sodaß dank der zielbewußten Initiative des Herrn Martin Marcus 1925 neben der SabbatJi-Speisung auch noch eine unentgeltliche Festspeisung der Bedürftigen an den hohen Festtagen eingeführt werden konnte. So wurden 4 Extramahlzeiten an Roseh-ha-sehana 3 „ am Vorlage und Ausgang des Jörn Kippur 8 „ am Sukkoth-Feste unentgeltich verabreicht. — Die Laubhütte, die im Garten unseres Anstaltsgebäudes errichtet war, wurde, namentlich an den ersten Tagen, zahlreich besucht. Die Arbeit, die die Speisanstalt mit ihrem Personal geleistet hat, kann — ohne zu viel Selbstlob auszusprechen — als eine außerordentlich große bezeichnet werden, und verlangte von jedem Einzelnen größte Hingabe. Ehe wir unseren Bericht schließen, wollen wir nicht verfehlen, den geehrten Damen, die sich als treue Helferinnen bewährt und an den Sabbathen und hohen Festtagen eifrigst betätigt haben, hierdurch unsern herzlichsten Dank auszusprechen. Es ist uns eine besondere Pflicht, auch allen denen, die in irgend einer Weise unsere Anstalten gefördert haben, innigst zu danken. Stets ist uns hochherzigst allseitiges Entgegenkommen bewiesen worden, aber bei aller Dankbarkeit für die uns gewordene Förderung können wir uns doch der Bitte nicht enthalten: „Wenden Sie uns fortgesetzt Ihre Gunst zu durch tatkräftige Unterstützung der guten Sache, durch Ihre eifrige Mitarbeit, sowie durch Werbung immer neuer Freunde und Gönner!" Die Aufgabe, die wir uns gestellt, durch gute Ernährung, durch bewährte Erziehung und durch Kräftigung der Schwachen unsere Glaubensgenossen zu gesunden, tat- und arbeitsfreudigen Menschen heranzubilden und unseren Greisen einen behaglichen Lebensabend zu schaffen, verlangt große Opfer, denen der Segen nicht fehlen kann. Der Vorstand des Isr. Wohltätigkeits-Vereins zu Leipzig. M. Ritter. Elegantes Fuhrwesen Fernsprecher 20798. Matthäikirchhof 32 Jüdische Winterhilfe Der Winter steht vor der Tür. Der Winter mit seinen Schrecken für arme Leute. Die Zeit bricht wieder heran, da Nässe und Kälte die Gesundheit, insbesondere armer, hungernder und frierender Menschen bedrängt. Und wiederum richten wir darum unsern warmen Appell an das gute jüdische Herz unserer Leipziger Glaubensgenossen, damit sie zu ihrem Teile das unendliche Elend lindern helfen. Wohl unterhält die Gemeinde eine großzügige Fürsorge; bei der unendlichen Fülle des Elends, bei der unsagbaren Menge vernichteter Existenzen ist sie aber nicht imstande, irgendwie über das Aller-Allernotwendigste hinauszugehen. Da muß denn die freiwillige Hilfstätigkeit einsetzen. Keiner sage, daß es ihm zu viel sei, wenn die Aufforderung an ihn herantritt zu spenden. Er weiß ja nicht, wie es ihm ergehen kann, denn viele, viele, welche noch vor einem oder zwei Jahren selber gespendet haben, müssen heute Gaben in Anspruch nehmen. Die Notstandshilfe hat im vergangenen Jahre 122 Familien mit Lebensmitteln versorgt. Davon waren 44 Familien dem Mittelstand angehörig, denen die Gaben ins Haus gesandt wurden. Zur Verteilung kamen: Mehl, Erbsen, Bohnen, Brot, Butter, Fett, Eier, Zucker, Nudeln, Graupen, Reis sowie auch Seife. Im einzelnen wurden in der Zeit vom Dezember 1923 I bis Ende 1925 folgende Lebensmittel im Gesamtwerte von 27149.87 Mark verteilt: 155,63 Ztr. Mehl ä Mk. 21— Mk. 3268.— 50 „ Zucker „ „ 40— „ 2000.— 80 „ Bohnen „ „ 25.— „ 2000 — 72 „ Erbsen , „ 24.— „ 1728.— 100 „ Gries „ „ 23.— „ 2300.— 71,12 „ Reis „ „ 26.— „ 1847.12 65 „ Nudeln „ „ 24.— „ 1560.— 4828 Stck. Brote „ „ —.40 „ 1931.20 45,47 Ztr. Butter „ „ 65.— „ 2955.55 3000 Dosen Milch ,, „ —.48 „ 1460.— 6800 Stck. Eier „ „ — .12 „ 1020.— 5080 „ Seife „ „ I.— .. 5080.- Mk. 27149.87 Die Not wird in diesem Winter noch weit größer werden. Der Vorstand der „Vereinigten jüdischen Notstandshilfe" bittet daher jeden Leipziger Juden herzlich, er wolle, seinen Verhältnissen entsprechend, einen ansehnlichen Betrag übermitteln. Die Arbeit ist groß, und es wird aller Kräfte bedürfen, um der Not Herr zu werden. Vereinigte jüdische Notstandshilfe Samuel Hodes. Tager, Rabbiner Dr. Carlebich. Rabbiner Dr. Goldmann. Rabbiner Gustav Cohn. Rabbiner Rogosnitzky, Ch. Eitingon, Isidor reise.istein. S. B. Goldrci, Isaak Hepncr. Boris Mal;-. Moritz Held. 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