Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 1 (18.9.1925)
- Date
- 1925-09-18
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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l. Jahrgang |_Aus unserer Gemeinde Die kommenden (iemeindewahlcn. Die zur Zeit die Angelegenheiten unserer Gemeinde leitende Gemeindesitzung ging aus der am 6. April 1924 vorgenommenen Gemeindewahl hervor. Die Wahl hätte Ursprüngen linde des Jahres 1923 Stattfinden sollen; sie mußte um Monate hinausgeschoben werden, weil aui Grund der veränderten Satzungen erst eine ganz neue Wählerliste aufgestellt werden mußte, in der auch die nicht reichsdeutschen Gemeindemitglieder aufgeführt waren. Diese Vorarbeiten waren ungemein schwierig, weil ihnen keine ausreichenden Unterlagen zur Verfü^uii.u standen. Die immer erneut an die Gemeindemitglieder gerichtete Mahnung, durch persönliche Angaben, später durch Einsichtnahme in den Entwurf der Wählerliste das Verzeichnis zu vervollständigen, hat nicht genügende Beachtung gefunden. Am Taue der Wahl haben sich infolgedessen Mängel herausgestellt. Viele Wahlberechtigte konnten ihr Wahlrecht nicht wahrnehmen, weil sie verabsäumt hatten, rechtzeitig ihre Eintragung in die Liste zu bewirken. Satzungsgemäß scheidet alle zwei Jahre ein Drittel der Gewählten aus. Demgemäß müssen Ende dieses Jahres Neuwahlen anstelle der ausscheidenden zwei Mitglieder des Vorstands und neun Verordneten (sieben von reichsdeutschen, zwei von nicht reichsdeutschen Wählern gewählt) vorgenommen werden. Im Gemeindeamt wird deshalb eifrig daran gearbeitet, die Wählerliste zu vervollständigen. Viele Gemeindemitglieder, die hei der vorigen Wahl noch kein Wahlrecht hatten, weil sie noch nicht zwei Jahre ihren Wohnsitz in Leipzig hatten oder ■Odl mdit das 20. Lebensjahr vollendet hatten, und viele, die in der früheren Wählerliste fehlten, weil sie es verabsäumt hatten, für ihre Eintragung bemüht zu sein, müssen nachgetragen werden. Schon seit Wochen ersucht das Gemeindeamt in den ragesblättern, wie in den hiesigen jüdischen Organen darum, daß ihm durch Einsichtnahme in die Wählerliste das Material hierfür gegeben wird. Aber nur in ganz vereinzelten Fällen kommen Gemeindemitglieder dieser Aufforderung nach. Es liegt dem Gemeindeamt außerordentlich daran, eine einwandfreie Wählerliste zu haben, damit nicht wieder so zahlreiche Unstimmigkeiten entstehen wie bei der letzten Wahl. Iis liegt aber auch im eigenen Interesse der Gemeindemitglieder, daß sie das höchste Recht, das ihnen in der Gemeinde zustellt, wahrnehmen können. Der Abschluß der Vorarbeiten muß bald erfolgen. Es sei daher auch an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen: Kein Gemeindemitglied versäum e es, die Wähler 1 iste zu prüfen. Im Gemeindeamt kann dies werktäglich von 10 4 Uhr geschehen. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig Arbeitsplan für den Winter 1925 26 Fs wird beabsichtigt, zur Intensivierung des jüdischen und sozialen Interesses auch im kommenden Winter die seit einigen Jahren bewährte Einrichtung der * Diskussionsnachmittage beizubehalten. Folgende Referate sind vorgesehen: November: r'rau Bettina Brenner: Internationaler Killderschutz. Dezember: Frau Dr. Berliner: Psychologie der Berufswahl. Januar: trau Cilly Neuhaus: Jüdische Lebensführung im Finklang mit modernen Zeitströmungen. Februar brau Marta kallmann: Frholungsfürsorge. März: Fräulein tJrete Tramer: Jüdische Musik (ein Überblick). Um eine stärkere Vertiefung in jüdische Finzelfragen zu ennoglidien, ist beschlossen worden, besonders interessierte Frauen in Arbeitsgemeinschaften a'usamrrK-iizusehließen. Diese Arbt-ilsgem^insdiaften wollen sich nadi und nach mit den versdiiedensten Gebieten jüdischen Wissens in ernster, gemeinsamer Arbeit beschäftigen. Fs wird der Versuch zunächst mit 2 Arbeitsgemeinschaften gemacht, die sidi mit zwei ganz auseinanderliegenden Gegenständen befassen. I. Bibelkunde, geleitet von Frau Anna Neumann. 2. Moderne jüdische Literatur geleitet von Frau fiadassah Chamizer. Aus der Fülle der jüdischen Wissensgebiete wurden diese beiden Stoffe herausgegriffen, weil einerseits die Kenntnis der Bibel Grundlage alles jüdischen Wissens ist, und weil andererseits die moderne jüdische Literatur Anregung zur Aussprache über Zeitprobleme bietet. Ort und Zeit der angekündigten Veranstaltungen wird noch bekanntgegeben. Fs wird gebeten, auf Bekanntmachungen in diesem Blatte zu achten, da persönliche Einladungen nicht ergehen. Spenden-Ausweis An Spenden erhielt die Gemeinde seit der letzten Gemeindesitzung (30. Juni 1925) Für wohltätige Zwecke: 17. Juli 1925 Fiora Breslauer u. Emma Halberslam 300 M. 4. August 1925 D. Jackson......... 200 JA. 26. August 1925 Dr. Wohrizek........50 M. 7. September 1925 Albert Qoldstein...... 200 M. 9. September 1925 S. Rosenstock.......35 M. Für allgemeine Zwecke: 3. Juli 1925 Moritz Uiy......... 500— M. 6. Juli 1925 Wolf Hudenski........5.— M. 7. uli 1925 Josef Wolf.......... 85.20 M. 8. Juli 1925 Dr. Schindler.........5.60 M. 13. Juli 1925 Leop. Goldmann.......13.70 M. 15. Juli 1925 Max Morawskl .......7.60 M. 2o. Juli 1925 Julius Lustig........ 200.— M. 6. August 1925 A. Reichenstein.......100.— M. 19. August 1925 N. Moses........ 1.70 M. 24. August 1925 Siegelberg........ 30.70 M. Nachrichten aus c3em Gemeindeamt Zur Beachtung! Wir riditen an unsere Gemeindemitglieder die Bitte, im eigenen Interesse diesem Teil, sowie den amtlichen Bekanntmachungen auf der ersten Seite besondere Beachtung zu schenken, da eine Veröffentlichung unserer Bekanntmachungen, soweit nicht die Gemeinde-Satzung anderes bestimmt nur noch im „Gemeindeblatt" erfolgen wird. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde. Unter Aufsicht des orthodoxen Gemelnderabbinatea stellen a) Fleischereien: Moses Bild, < ierlierstrasse lS-.">0. Moses Fischer, Nordstrasss L. Sali] Löh, Pbckhofstr. 11-13 u. Knostäder Steinweg % Adolf Zellner, Gerberstrasse ">. Wilhelm Zellner, Nordstrasse .">. Die vorgenannten Fleischereien. b) Geflügel: M< iilech Birnbaum, Hamboldstrasse 24. Moses Feuer, TnUehaerstrasso 20. l)io Antriebt bei Birnbaum und bei Feuer erstreckt lediglich aal QeflUgel. In diesen beiden Geschäften dürfen Teile von Geflügel im allgemeinen nicht abgegeben werde« Alf nahmen sind mir zulässig, wenn gerado der Aufseher (Sehaurr.cr) zugegen ist.