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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1925-09-18 · 1 (18.9.1925) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
1 (1925)
Issue
1 (18.9.1925)
Date
1925-09-18
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 2 Gl MI l\l>l Bl \l I' DLR 1SR.M1 1 AMTLICHE BIM Betrifft Gebetbuch. Als Ersati für das in unserer Gemeindesynagoge eingeführte Gkrtdschinldt'sche Gebotbuch, von dem keine Neuabläge mehr erscheint, wird das JoeTsche Gebetbuch cm I>1 »bleu, und zwar Teil 1 I. Aullaue für das ganze Jahr mit Ausnahme des Neujahrsfestes und Versöhnungstage« (Preis gebunden M 6,50), Teil II 5. Auflage für das Neujahrsfest und den Vcrsöhi'uugstag (Preis gebunden M 7..">0). Das Joel'scho Gebetbuch i-t erhältlich in der Buchhandlung von M. W. Kaufmann, Brühl 8 und In der Buchhandlung Geschwister Becker, llumholtstr. 'Ji'.. Ecke Nordstr. Mit (den Bachern wird eine Anleitung zum Gfebrauch für unseren Gottesdienst unentgeltlich abgegeben). IMeso Anleitung i-i auch im Gemeindeamt, Löhrstrnsse 10. unentgeltlich erhältlich. Gottesdienst für die reifere Jugend! In Zukunft soll im Gottesdienste der Gemeindesynagoge auf die besonderen Bedürfnisse der reiferen Jugend mehr Rücksicht genommen werden, und zu diesem Zwecke werden die Predigten in gewissen Abstünden dem Denken und Fühlen der jugendlichen Kreise angepaßt werden. Der erste Gottesdienst dieser Art findet am Freitag, d. 23. Oktober, abends 5 Uhr in der Gemeindesynagoge, GottschedsK 28 statt. Alle jungen Leute im Alter von lti-24 Jahren werden auf diese Veranstaltung hiermit hingewiesen. Religionsschule der Israelitischen Kcligionsgemeinde. Am 1. Oktober wird der vierte Zweig unserer Religionsschule im Westen, in Leipzig-Lindenau (Gebäude der 44. Volksschule, Elisabethallee 24 — 26) eröffnet. Alle im Westen wohnhaften Eltern, welche ihre Kinder in die Gemeindereligionsschule senden v/ollen, werden gebeten, sie baldmöglichst beim Direktor der Religionsschule, Gemeinderabbiner Dr. Goldmann. Leipzig. König-Johannstraße 17 (Tel. 21667 in seiner Sprechstunde (10—11 Uhr außer Montag und Donnerstag) mündlich oder schriftlich anzumelden. INSGEMEIN DE, LEIPZIG 1. Jahrgang MACH UM «IBM Barmizwa-Vorbereitung. Zur Baraiizwa^Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für dlo in der Zelt vom 1. April 1918 bis SO.-Jttnl l'.M;{ geborenen Knalien beginnt der Lehrgang am 1. Oktober L92&. Nur wer daran teilgenommen hat, wird als Barmlswa in der Gometodesynagbge Eugtotaasen. Ar-u;eidungen bis 80. September ioüö im Gemeindeamt Löhrahaase 10, I. Von der Teilnahme können auf Antrag der Eltern solche Knaben befreit werden, welche bereits ihren Religion*- untorrLdit privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Mädchenkonfirmation. Die Vorbereitungsieurse für d i o M ädchenkonfirmatlon beginnen im Oktober. Vorbereitung und Konfirmation sind unentgeltlich. Zur Teilnahme berechtigt sind alle Mädchen diu am 1. April 1926 das 15. Lebensjahr vollendet haben werden, .jüngere nur, wenn sie die. Schule verlassen, uro. ins Leben su treten. Anmeldungen bei Gemeincter&bbines I»r. Goldmann, König Jobannstrasse IT. (lsprcchstu'iule K9—11 Uhr vorm Tel. 21667). |)er Vorstand der israelitischen Religionsgom. zu Leipgig. Kolonialwarengeschäftc. 1 las orthodoxe Rabhinat hat sich veranlasst gesehen, die Aufsicht über Kolonialwarengescbäfto während «Um Jahres auf7»heben und in Zukunft nur den Verkauf von l'casachwaren seiner Beaufsichtigung zu unterstellen, lbts kaufende Publikum wird nunmehr selbst darauf zu n.«hten haben, nnss diejenigen Kolonialwaren, die nu. unter Aufsicht hergestellt genossen worden dürfen, mit K os eher stein pol oder Plombe eines eu verlässigen orthodoxen Rabbinen versehe* sind. Dies gilt ganz besonnderS von Butter, Käso rrid Kakc« in Zweifelsfällen wende mau Bich an Herrn Habt». Dr. Carlebach oder Herrn Rabbiner Rogosnltski, die v.ut Auskunftearteilung gorn bereif sind. Leipzig, den 11. September 1926. I)er Vorstand der israelitischen Religionsgero, zu Leipzig. -Wünsche für die Entwicklung unserer Gemeinde Soziale Aufgaben im kommenden Jahr von Knbbiner Dr. Felix üoldmann Wenn unser jüdisches Gemeindeblatt /n Besinn eines neuen Jahres zum ersten Mal den Weg in die Öffentlichkeit antritt, und wenn die Rabbiner der Gemeinde ihm ein Geleitwort mitgeben sollen, SO soll es keine allgemeine religiöse Betrachtung sein, welche ich beisteure. Iis ist fraglos der schlimmste Fehler unseres Öffentlichen Lehens, daß wir so unendlich viele Worte finden lür Versprechen. Theorieen und Plane, die nachher an der harten Macht der Tatsachen scheitern. Worte sprechen sieh leicht, und Theorien sind billig, aber Taten führen sieh schwer aus. Es sei daher an dieser Stelle schlicht dessen gedacht, was innerhalb der sozialen Fürsorge unserer Gemeinde an praktischer Arbeit verwirklicht werden muß. in der Hoffnung, daß wenigstens ein Teil der Anregungen in Erfüllung gehe. Zunächst gilt der Wunsch nach Taten fraglos von den formellen Bedingungen unserer Wohlfahrtspflege, welche in l.cip/.in von einem Extrem in das andere geschlafen ist. Wir leben gewiß in einer pekuniär außerordentlich ungünstigen Zeit, und die wirtschaftliche Krise ist bestimmt erst in ihrem Beginn. Immerhin lehren vergangene Zeiten der jüdischen Geschichte, in denen die Juden ohne jede Erage in größerer Not lebten als heute, daß der jüdische Sinn für soziale Betätigung gerade in schwerster Zeit Aulgaben gelöst hat, die in ihrer Größe außerordentlich erschienen. Es kann als sicher vorausgesetzt werden, daß im großen Zuge jüdischer Lebensauffassung die soziale Fürsorge als ein fühlbares Opfer betrachtet wurde, das besonders dann hoch angerechnet wurde, wenn es in Zeiten der Not den Einzelnen schwer traf.

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