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Der Sabbath · 1912-12-01 · 10 u. 11 (Okbober-November 1912) · p. Seite 81

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Journal
Der Sabbath
Volume
12 (1912)
Issue
10 u. 11 (Okbober-November 1912)
Date
1912-12-01
Page
Seite 81 (sequence 3)
Language
German
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12. Jahrgang No. 12; Deegnibgr 1912• —> fDonafsblatt <— Zurförderung der Sabbathheiligung im iocialen und wirtfcbaftlicben Ceben der6egenwart W M■ Wt wm u (_ Organ des Verbandes der Sabbathfreunde, des Israelitischen Stellenvermittlungs- und Versicherungsvereins, Frankfurt a. M. des Vereins für Stellenvermittlung, Berlin, des Stellenvermittlungsvereins jüdischer Kaufleute, Breslau und des Israelitischen Stellenvermittlungsvereins, Hamburg. _ , Verlag: ¥~ Redactlon: l*r. Stellenvermittlung*׳ a. Versicherungsverein, Frankfurt a- M. t Dr. Ed. Biberfeld, 3erlln. _Centralbereaii de« Verbände» der Sabbathfrennde: Berlin N., Krausnlckstr. 18. — Die MitgUeder des Verbandes and der StellenTemittlnngsvereine in Berlin, Breslau, Franklart und Hamburg erhalten das Monatsblatt ,Der Sabbatb“ unentgeltlich. Bezugspreis für Nichtmitglieder Mk. 8.— jährlich. — Anzeigen 30 Pfennig die viergespaltene Petitzeile, bei Jahresaufträgen Babatt. — Correspondenzen für die Bedaction an Dr. Ed. Biberfeld, Berlin C., Hndercutergasse 4, alle sonstigen Mitteilungen geschäftlicher Art an die Oeschäftss teile des ,Der Sabbäth*, Frankfurt a. M., Gr. Eschenheimerstr. 23' Haahdraek der Artikel mit Quellenangabe erwfinsnht VXRElltbBDBEADX: Ber 11 n K■: Krausnicksfr. 18. B r e s I a u I! lüallslrasse 10. K a(m b u r * )3 Butschbahn 17. Frankfurt *. M.1 Sehütrenstr. 14. VI. Delegiertentag des Verbandes der Sabbathfreunde in Berlin. 'Rosenstrasse 2.• 1. Tag, 25. Dezember 1912 nachmittags 31.׳j Uhr. Der Vorsitzende des geschäft«führfendcn Ausschusses, Dr. Ed. Biberfeld-Berlin, eröffnet die Tagung mit lolgender Ansprache: ,Meine Herren! Es liegt nahe, Sie mit den ersten Worten der rächsten שבת zur Verlesung gelangenden Sidrah .ואלה שדות בני ישראל הבאים דצ״דד zu begriissen und etwa Parallelen zwischen den בני יש־אל, die nach Mizraim, und Ihnen, die nach Berlin gekommen sind, zu ziehen. Der Vergleich von Mizraim und Berlin liegt vielleicht manchem unter Ihnen nicht allzufern, denn das im politischen Leben gang und gäbe gewordene Wort vom Wasserkopf Berlin, der alle gesunden Kräfte absorbiert und zum Zerfall bringt, ist ja in weite Kreise gedrungen und lässt die Vorstellung aufkommen, als ob die Weltstadt mit ihrem ungeheuren Wachstum für die jüdische Lehenspraxis und insbesondere den Schabbos unentrinnbare Gefahren hervorbringe. Dem ist aber in der Tat nicht so und das Bild vom Wasserkopf ist eines deg modernen Schlagworte, deren Gebrauch für unsere heilige Sache nicht stichlraUig ist. Berlin ist wohl nicht besser als alle anderen Großstädte, aber auch nicht schlechter. Darum möchte ich Sie bitten, bei unseren Sidrahworten an einen anderen Sinn zu denken; der בעל הטירים weist nämlich darauf hin, dass die Anfangsbuchstaben der Worte שדות בני ישראל הבאים das Wort שביה, Gefangenschaft ergeben. Die בני ישראל zogen nach Mizraim in die Gefangenschaft. Und Gefangene sind auch wir in dem Sinne, dass das נלות השכינה auf uns lastet. Vielleicht niemals ist uns das so deutlich vor Augen geführt worden, wie in den. letzten Monaten, da aus den Kreisen unserer Stammesbrüder heraus das verhängnisvollste Attentat auf unsere heilige אדונה durch die ,liberalen Richtlinien“ verübt wurde. Unter dem Drucke dieser Erkenntnis fühlen wir uns in einer viel schlimmeren Gefangenschaft als unsere Vorfahren, und je klarer sie erfasst wird, desto schwerer werden die Fesseln uns drücken und uns das Haupt nicht• allzu stolz erbeben lassen. Dieses bedrückende Bewusstsein darf uns aber dem.oeh nicht entmutigen. Als die בני יש־אל nach Mizraim zogen, mögen sie auch üiir schweren Herzens den Weg, der sie hinabführen sollte, betreten haben, depn sie empfanden es, dass es ein Hinabsteigen für sie bedeutete י־ידה היא לנו, und sie waren erfüllt von der ganzen Schwere des Augenblicks. Und doch haben sie nicht daran gezweifelt, dass die Verheissung sich an ihnen erfüllen werde עלה c: אעלך. und die augenblickliche Bitterkeit nur eine votübergehende Erscheinung in dem Leben der Judenheit sein werde. Mit einem so unverrückbaren בטהין erfüllen auch wir uns in den Zeiten der .שביד, 'der geistigen Gefangenschaft, und besonders^ in einpr Zeit,! wo es uns' klar wird, wie riesengross das נלו.ה השבעה geworden ist,׳ Da gilt es, dass einer den anderen ansporne, fester und fester sich dem Gott unserer ■ \’äter anzu-. schliessen. In diesem schweren Kampfe fällt aber uns, , fällt unserem Verbände der Sabbathfreunde eine nicht unbedeutende Rolle zu; ist doch unser Kampf ein Ringen um das vorgeschobenste und darum am härtesten bedrängte | Aussenwerk und Vorwerk des Judentums — der heilige i Kampf um die שדירת שבת! Und wenn wir auf Grund I unserer Erfahrungen auch nicht berechtigt sind, allzu siegesbewusst aufzutreten, so dürfen wir doch auch aus! unserer kurzen Geschichte das Eine hervorheben, .dass; הקב־ה auch uns in unserem reinen Bestreben stets beige- I standen hat, und so hoffen wir, dass das בלות הנפש bald 1 äbgelöst werden möge von der Zeit, in der wir gegen j .הקב־ד den Dank aussprechen dürfen על נאילהנו ועל פדות נפשינו אדן;. I In diesem Sinne rufe ich Ihnen allen שלום עליגם Es gibt nur einen wahren שלום für Israel, das b I Frieden, der zwischen ihm und seinem Vater iir geschlossen ist! Mögen unsere Beratungen r dieses höchsten שלום stehen!“

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